Ahorn

Zukunftswerkstätten Grünsfelds Bürgermeister Joachim Markert und Dieter Scheidel stellten die Einrichtung eines Bürgerbusses vor

Ohne ehrenamtliche Fahrer geht es nicht

Archivartikel

Ahorn.Im Rahmen der Zukunftswerkstätten wurde die Einrichtung eines Bürgerbusses in der Gemeinde angeregt. Hierzu führte das Rathaus im Juni letzten Jahres eine Umfrage durch, um das Interesse der Bürger zu erfahren. Das Ergebnis der Umfrage war deutlich: Die Mehrheit der Befragten befürworte die Einrichtung eines Bürgerbusses. Elmar Haas berichtete, dass es bereits eine Reihe von Leuten gebe, die sich als Fahrer zur Verfügung stellen würde.

Während der Bürgerversammlung am Dienstag sollte das Projekt nun vorangebracht werden. Dazu lud die Gemeindeverwaltung die Vertreter des Bürgerbus-Vereins aus Grünsfeld ein. Der Vorsitzende Dieter Scheidel und Grünsfelds Bürgermeister Joachim Markert waren mit ihrem Bürgerbus angereist, um über deren Arbeit zu berichten. Im gegenseitigen Austausch konnten die Bürger Ahorns sich über die Erfahrungen aus Grünsfeld informieren und so Anregungen für deren eigenes Projekt mitnehmen und davon profitieren.

Markert und Scheidel waren vom Bürgerbus in Grünsfdeld begeistert. Seit Oktober 2015 sei der Bus in Grünsfeld unterwegs. Nach der Vereinsgründung und der Finanzierung des Busses durch Sponsoren, konnte es losgehen. Vor allem Schüler und ältere Menschen nutzen die Einrichtung.

Der Grundgedanke des Vereins und der Stadt war die Verstärkung des Nahverkehrs und die Verbesserung der Mobilität älterer oder eingeschränkter Bürger. Rund 20 ehrenamtliche Fahrer wechseln sich bei den Fahrtdiensten ab. Die Planung der Fahrten übernehme in Grünsfeld das Rathaus. „Der zusätzliche Aufwand für das Rathaus durch die Planung der Fahrten ist jedoch relativ gering“, erklärte Markert. Im Jahr 2017 wurden 4500 Fahrtgäste mit dem Bürgerbus befördert. Dabei wurden über 32 000 Kilometer zurückgelegt.

„Der Bürgerbus fährt nur innerhalb der Grünsfelder Grenzen. Damit wollen wir auch die Kaufkraft innerhalb der Gemeinde halten“, stellte Grünsfelds Stadtoberhaupt klar. „Allein heute hatten wir 17 Fahrten mit 24 Personen“, erzählte der Vorsitzende Scheidel aus der täglichen Praxis des Bürgerbusses. Eine einfache Fahrt koste für Erwachsene einen Euro. Fahrer könne jeder werden, der fahrtüchtig sei und einen Führerschein besitze. Die Fahrer führten Sicherheitsfahrtrainings durch. Ein Erste-Hilfe-Kurs sei in Grünsfeld in Planung.

Nach der Präsentation hatten die Ahorner Bürger viele Fragen an die erfahrenen Bürgerbus-Vertreter aus Grünsfeld. „Wo ist der Bus stationiert?“, fragte eine Frau. Laut Scheidel würde der Bürgerbus täglich von Fahrer zu Fahrer weitergegeben. Die Verantwortung für das erforderliche Equipment im Auto wie Kasse oder Handy tragen auch die Fahrer.

„Die Fahrer des Bürgerbusses sind meist Rentner. Die Fahrdienste sind für sie keine Belastung, sondern eine Bereicherung. Sie machen es gerne, weil sie dadurch viel unterwegs sind in der Gemeinde. Viele helfen auch beim Tragen von Einkäufen“, berichtete Markert.

„Wie ist das mit der Haftung des Busses und der Fahrer?“, wollte ein Mann wissen. Markert berichtete, dass sowohl die Fahrer, als auch das Auto, vollständig über die Gemeinde versichert seien. „Der Bus ist im Besitz der Stadt. Der Verein übernimmt nur die Fahrten. Ein Koordinator des Vereins kümmert sich zusätzlich um die Terminierung von Reifen- oder Ölwechsel“, erklärte Scheidel weiter.

„Das Tanken übernehmen die Fahrer immer freitags oder nach Bedarf“, so der Bürgerbus-Vorsitzende.

Nächste Schritte zum Bürgerbus

Ahorns Bürgermeister Haas bedankte sich anschließend bei den Gästen aus Grünsfeld. Das Konzept „Bürger fahren Bürger“, gefalle ihm sehr. Im nächsten Schritt solle der Bürgerbus durch eine Vereinsgründung ins Leben gerufen werden. „Zuerst müssen wir nun einen guten Fahrerstamm bilden“, sagte Haas. Das sei die Voraussetzung für die weiteren Schritte. Danach könne der Verein gegründet werden. Verantwortliche seien hierfür gesucht. Im weiteren Verlauf könne dann die Finanzierung des Bürgerbusses geklärt werden. „Das Leader-Programm stellt Vereinen 60 Prozent der Investitionen zur Verfügung. Den Rest könnten Sponsoren übernehmen“, schlug Haas vor.

Die Gemeinde stehe dem Projekt Bürgerbus offen entgegen und unterstütze es nach Kräften, so Haas weiter.

Nach dem Ende der offenen Veranstaltung hatten Interessierte noch die Gelegenheit, den Bürgerbus von Grünsfeld zu besichtigen. Insbesondere die Einstiegshilfe wollten viele in Augenschein nehmen.