Ahorn

Gemeinderat Ahorn In Sachen Erweiterungsbau am Lernhaus will man jetzt schnellstmöglich mit dem Bauantrag loslegen können

„Wir stehen Gewehr bei Fuß“

Archivartikel

Das Lernhaus Ahorn in Eubigheim platzt aus sämtlichen Nähten. Wenn alles nach Plan läuft, soll im Mai/Juni 2019 mit den Arbeiten für den Erweiterungsbau begonnen werden.

Ahorn. Genau vor einem Jahr hatte sich der Gemeinderat Ahorn in einer Sitzung lange mit dem Thema „Lernhaus“ befasst. Die Verwaltung bekam damals den Auftrag, das Projekt weiter zu verfolgen, Kosten berechnen zu lassen und Zuschüsse abzuklären. Inzwischen beschloss der Gemeinderat auch, einen Zuschussantrag für den Schulhausanbau und einen Ausgleichsstockantrag zu stellen.

Nach den neuesten Informationen wird die Gemeinde Ahorn bei einer Investitionssumme von 1,2 Millionen Euro 300 000 Euro aus dem Ausgleichsstock erhalten. Der Zuschuss aus den Schulbaufördermitteln steht noch nicht fest. Eine Entscheidung erwartet man im Oktober.

Bauantrag noch dieses Jahr

„Nach aktuellem Stand müsste die Gemeinde etwa 400 000 Euro investieren“, sagte Bürgermeister Elmar Haas. Mit dem Erweiterungsbau werde man insgesamt über 16 Lernräume verfügen – also mehr Platz für eine Zweizügigkeit der Lerngruppen 5 bis 9, dazu noch eine Zweizügigkeit im Grundschulbereich. Dies stellt nach Auffassung der Gemeindeverwaltung ausreichend Raum für die nächsten Jahre dar. Wie Bürgermeister Haas hält es auch Philipp Lurz vom Architekturbüro Lurz, von Brunn für „sinnvoll, dieses Jahr noch den Bauantrag auf den Weg zu bringen“. Baubeginn könnte dann im Frühsommer 2019 sein, die Fertigstellung ein Jahr später.

Ausführlich erläuterte der Architekt dem Gremium in Eubigheim den Status quo. Derzeit geht man von einer Investitionssumme von 1,2 Millionen Euro aus. Momentan werde die Holzständerbauweise geprüft. Bei einem Volumen von einer Million Euro würden die förderfähigen Kosten etwa 837 000 Euro betragen.

Der Regelzuschuss belaufe sich auf 33 Prozent, also rund 276 000 Euro. Erwarten könne man auch einen Zuschuss, der sich an der Zahl der auswärtigen Schüler orientiert. Momentan beträgt deren Anteil am Lernhaus 63 Prozent.

Verlässliche Zahlen schwierig

„Es ist sehr schwierig, bezogen auf die Kosten verlässliche Zahlen zu nennen“, erläuterte Bürgermeister Elmar Haas die Situation. Der Rathaus-Chef bedankte sich in diesem Zusammenhang bei Rektorin Carmen Stemmler für ihre Flexibilität in Sachen bestmögliche Raumnutzung: „Irgendwie kriegen Sie es immer hin!“

Wie schon in der Sitzung vor einem Jahr machte sich Gemeinderat Christian Heckmann Gedanken, ob mit dem Erweiterungsbau das Platzproblem für die nächsten Jahre vom Tisch sei oder „ob wir uns in zwei Jahren wieder darüber unterhalten müssen“. Heckmann wörtlich: „Wir sollten Luft schaffen – soviel Luft, dass man atmen kann.“ Er sprach sich gegen eine „Spitz auf Knopf“-Planung aus.

„Ich bin kein Hellseher“

„Garantien für die Zukunft kann ich nicht abgeben – ich bin kein Hellseher“, erwiderte Bürgermeister Haas und fügte hinzu: „Wir gehen aus jetziger Sicht davon aus, dass der Platz ausreicht.“

Jürgen Hasenfuß erkundigte sich nach der Möglichkeit, ein drittes Obergeschoss einzuplanen. „Das macht aus verschiedenen Gründen, wie etwa dem Brandschutz oder dem Treppenhausbau, finanziell keinen Sinn“, antwortete der Bürgermeister.

„Die Planung ist für mich bei stabilen Schülerzahlen okay“, versicherte Roland Englert. Rektorin Carmen Stemmler, die als Zuhörerin der Sitzung beiwohnte, versprach: „Wir sind seit 15 Jahren am Limit und sehen es auch weiterhin als unsere Aufgabe an, die Räumlichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, bestmöglich zu nutzen und nicht schon in ein paar Jahren wieder zu Ihnen zu kommen.“

Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung mit der Erarbeitung der Genehmigungsplanung, der Kostenberechnung und eines Finanzierungskonzepts. Die notwendigen Investitionsmittel seien dabei bedarfsgerecht in der mittelfristigen Finanzplanung bereitzustellen.

„In Sachen Bauantrag wollen wir Gewehr bei Fuß stehen“, zeigte sich Bürgermeister Haas entschlossen.