Aschaffenburg

Nach „Hochzeitskorso“ im Februar Riskante Fahrmanöver und Schüsse haben ein gerichtliches Nachspiel

14 Führerscheine beschlagnahmt

Hösbach.Nachdem eine Hochzeitsgesellschaft Mitte Februar im Landkreis Aschaffenburg durch riskante Fahrmanöver und Schüsse aus mehreren Schreckschusspistolen aufgefallen war, ermittelt die Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach unter anderem wegen Straßenverkehrsgefährdung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und schweren Landfriedensbruchs. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Aschaffenburg in mehreren Fällen Beschlüsse zum vorläufigen Entzug der Fahrerlaubnis.

Wie bereits berichtet, fuhr eine Hochzeitsgesellschaft am 8. Februar 2019, beginnend von Alzenau-Michelbach über Laufach an der Anschlussstelle Hösbach auf die A3 auf und von dort bis zur Anschlussstelle Aschaffenburg-Ost weiter.

Die Kolonne verlangsamte ihr Tempo in der Einhausung der Autobahn, führte riskante Bremsmanöver durch und bildete eine Blockade für andere Verkehrsteilnehmer, während die Teilnehmer des Korsos filmten. Zudem gaben sie Schüsse aus mehreren Schreckschusspistolen ab.

Danach wurden im Bereich der Aschaffenburger Innenstadt aus mehreren Schreckschusswaffen weitere Schüsse abgegeben und Verkehrsteilnehmer durch Überholmanöver gefährdet.

Die Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach führt seitdem in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg die Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs, Verstößen gegen das Waffengesetz, Gefährdung des Straßenverkehrs, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung gegen aktuell 40 Beschuldigte.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg erließ das Amtsgericht Aschaffenburg insgesamt 14 Beschlüsse zur Beschlagnahmung von Führerscheinen, die im Landkreis Aschaffenburg sowie in Hessen vollzogen wurden. Nun erfolgten mit Unterstützung weiterer Dienststellen Durchsuchungen, die zur Beschlagnahmung von elf Führerscheinen führten.

Bis zum Wochenende meldeten sich die bei der Durchsuchung nicht angetroffenen Beschuldigten bei der Polizei und gaben ihre Führerscheine ab, so dass 14 Führerscheine in Verwahrung genommen worden sind.

Bei Autobahnblockaden, die unter dem Begriff „Hochzeitskorso“ mediale Aufmerksamkeit erlangt haben, handelt es sich laut Polizei um Straftaten, die die Sicherheit des Straßenverkehrs extrem gefährden und daher mit allen rechtlichen Folgen – besonders Führerscheinentzug – geahndet werden.