Assamstadt

Auf dem Barbarossahof Regionalschau für Welsh-Ponys zog zahleiche Besucher an

Die feine englische Art

Auf dem Barbarossahof (Gestüt Bajo) trafen sich Freunde der Welsh-Ponys zur Regionalschau für Baden-Württemberg. Mit dabei waren zahlreiche Gäste aus dem benachbarten Ausland.

Assamstadt. Das höchste Glück auf dem Rücken eines Pferdes zu finden, ist für ängstlichere Naturen nicht so einfach. Beim Blick auf so ein ausgewachsenes Reittier kann schon mal Höhenangst aufkommen. Bei den Welsh Ponys ist das besser. Die Größe der Tiere variiert so stark, dass sich für jeden, vom zarten Kind bis zum kräftig gebauten Erwachsenen, das passende Reittier findet.

Das ist Prinzip bei dieser Reitergemeinschaft, Pferd und Reiter müssen in der Größe miteinander harmonieren. So fühlte sich die mit sechs Jahren jüngste Reiterin Nina Behringer aus Bobstadt auf dem kleinen Mountain Pony absolut sicher, zumal ihr Tier beim Wettbewerb von der Gestüt-Chefin Barbara Frey durch die Reithalle geführt wurde.

Von ganz anderem Kaliber war Sylvatica Mondryano. Seine Besitzerin, Britta Rapp, hatte alle Hände voll zu tun, um den kräftigen Hengst zu bändigen. Zwar zählt er noch zu den Ponys, wirkt aber fast so groß wie ein Pferd. Der Grund für die Unruhe war eine Stute, zu der Mondryano schon länger eine innige Liebesbeziehung , welche auch schon ein erwünschtes Fohlen zur Folge hatte, pflegt.

Die Welsh Ponys haben ihren Ursprung in England, wo sie als Grubenpferde noch bis in das vorige Jahrhundert eingesetzt wurden. Im Jahr 1914 schufteten dort noch 70 000 Pferde unter Tage. Diese Tierquälerei hat längst ein Ende gefunden.

In der wunderbar ländlichen Atmosphäre auf dem Barbarossahof fühlten sich die zahlreichen Besucher sichtlich wohl und die meisten Tiere wirkten trotz der Wettbewerbe absolut entspannt.

Barbara und Joachim Frey hatten das Gelände mit Sonnenblumen und bunten Fahnen festlich geschmückt. Nur wenige Wölkchen zogen über den blauen Himmel, unter dem die selten gewordenen Feldlerchen jubilierten.

Die Ponys waren liebevoll herausgeputzt, viele Mähnen zu Zöpfen geflochten und stilvoll mit Kornblumen geschmückt. Die feine englische Art hat auch auf die Menschen abgefärbt. Die Damen erschienen in feinem Kleid und mit dekorativen Hüten auf dem Reitplatz.

Am englischsten jedoch wirkten die beiden Preisrichter Yorick und Davy Wormgoor aus Holland. Im Anzug, mit Boiler Hüten auf dem Kopf, prüften sie die Pferde. Das Ritual war absolut sehenswert. Wenn die beiden Richter einen Sieger ermittelt hatten zogen sie synchron die Hüte. Mit dieser Geste war alles klar und das Ergebnis unanfechtbar.

Heute zählen die Welsh-Ponys zu den beliebtesten Reitpferden. Auf dem Barbarossahof tummelten sich mehr als 80 Tiere und zahlreiche Begleitpersonen aus der ganzen Republik.

Welsh-Freunde aus den Niederlanden, Belgien, Österreich und der Schweiz war kein Weg zu weit um nach Assamstadt zu kommen.