Assamstadt

25 Jahre Gemeindezentrum St. Kilian Festakt zum Jubiläum / Reinhold Leuser und Rudolf Frank für ihr Engagement ausgezeichnet

Gute Stube der Kommune öffnet ihre Pforten

Archivartikel

Mit einem Festakt endete am Sonntag das Jubiläumswochenende zum 25-jährigen Bestehen des Gemeindezentrums St. Kilian. DasZentrum, so Pfarrer Metz, sei die „gute Stube“ der Gemeinde.

Assamstadt. „Das Gemeindezentrum ist für uns in Assamstadt die gute Stube, in die man besondere Gäste einlädt und die man zu besonderen Festen öffnet“. Mit diesen Worten beschrieb Pfarrer Bernhard Metz bei einem Festakt am Sonntag die Bedeutung des Gemeindezentrums St. Kilian, dessen 25-jähriges Bestehen am Wochenende gefeiert wurde.

Besondere Beziehung

Der Leiter der Seelsorgeeinheit Krautheim-Ravenstein-Assamstadt betonte, dass viele Menschen eine besondere Beziehung zu dem Versammlungsort hätten. „Denken Sie nur daran, wie viele Messen hier gefeiert und wie viele Kinder hier getauft worden sind“, so Metz. Deswegen sei das Gemeindezentrum mehr als nur vier Wände und Fenster, sondern im wahrsten Sinne des Wortes das Zentrum der Gemeinde.

Stellvertretend für alle Beteiligten, die mit ihrem Einsatz das Zentrum zu einem Erfolgsprojekt haben werden lassen, ehrte der Geistliche Reinhold Leuser und Rudolf Frank für ihr großes Engagement.

Leuser war in der Entstehungsphase der Begegnungsstätte Vorsitzender des Fördervereins, Frank war zu dieser Zeit Vorsitzender des Pfarrgemeinderats der katholischen Gemeinde St. Kilian.

Assamstadts stellvertretender Bürgermeister Anselm Deißler warf einen Blick zurück in die Gründungszeit des Zentrums, das am 26. August 1994 in den Räumen der alten Kirche eröffnet worden war. Dass es dazu kam, hatte auch ganz praktische Gründe. „Das Angebot an Räumen für Gemeinschaftsveranstaltungen in der Gemeinde war damals, vor rund 30 Jahren, bescheiden“, erinnerte sich Deißler. Daher sei der Entschluss gereift, dass das leerstehende, dem Verfall preisgegebene Gotteshaus Abhilfe schaffen könnte.

Eine besondere Rolle bei der Entstehung des Gemeindezentrums spielte der Förderverein. Dieser habe über die Jahre „unvorstellbare hohe Summen für den Umbau durch ehrenamtliche Arbeit und Veranstaltungen“ einnehmen können. „Aus heutiger Sicht ist es eigentlich unvorstellbar, wie das damals gelingen konnte“, sagte der stellvertretende Bürgermeister.

Ein besonderes dickes Dankeschön sprach er zudem den Frauen in der Kommune aus. Denn diese würden den „weitaus größeren Teil der Angebote für Jung und Alt“ im Gemeindezentrum ehrenamtlich anbieten.

Einen kleinen Rückblick auf die Arbeit des Fördervereins gab dessen ehemaliger Vorsitzender Reinhold Leuser. „Wir hatten im Höhepunkt bis zu 670 Mitglieder“, erzählte Leuser.

Anfangs ging es allerdings doch recht schleppend los, im ersten halben Jahr verzeichnete der Verein lediglich rund 200 Unterstützer. Doch nachdem die namhaften Förderer in Assamstadt von Tür zu Tür gegangen seien, sei die Mitgliederzahl nach oben geschnellt.

Ordentlich gesammelt

Innerhalb von acht Jahren habe der Verein damals rund 223 000 D-Mark für den Umbau des Gemeindezentrums erwirtschaftet. So habe man zum Beispiel auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Hermann Hügel am ersten Assamstadter Herbstmarkt teilgenommen. 140 Mitglieder des Vereins seien im Einsatz gewesen. Der Lohn: Stolze 36 000 D-Mark.

Einen Einblick in die bewegte Geschichte der zum Gemeindezentrum umfunktionierten, alten Kirche bekamen die Gäste des Festakts in einem informativen Video. So erfuhren sie etwa, dass das alte Gotteshaus bereits im 15. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt wurde. Im Jahr 1668 fiel die Kirche dann einem Großbrand zum Opfer, bei dem auch alle Pfarrbücher und Unterlagen vernichtet wurden. Rund 40 Jahre dauerte es dann, bis dort eine neue Kirche stand.

Im Jahr 1711/1712 wurde das Gotteshaus im barocken Baustil errichtet. Der Schwerpunkt des rund 17 Minuten langen Videos lag aber freilich auf dem Umbau des Sakralbaus in ein Gemeindezentrum. Anhand zahlreicher Fotografien durften die Zuschauer nachvollziehen, wie viel Schweiß und Handarbeit die zahlreichen Ehrenamtlichen dabei aufbringen mussten. Unter anderem musste damals die Kirche komplett ausgeräumt werden, Boden und Decke komplett neu gemacht und ein Treppenhaus eingebaut werden.

Wer noch mehr dazu erfahren möchte, kann sich das komplette Video im Internet unter www.youtube.com/watch?v=9z9gYGHCcqU anschauen.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt zum Jubiläum vom Cäcilien-Projektchor unter der Leitung von Saskia Zuber.