Assamstadt

Kärwe Traditionelle Feier mit Hammeltanz fand wetterbedingt in der Asmundhalle statt / Auch der Nachwuchs war aktiv / Veranstalter freuten sich über regen Besuch

Unter 16 Paaren die Sieger ermittelt

Assamstadt.Während in vielen Nachbargemeinden am Samstag die Fasnacht eingeläutet wurde, feierte man in Assamstadt die Kärwe mit einem großen Hammeltanz.

In Anbetracht der horrenden Wetterprognosen hatte man schon am Vormittag entschieden, auch den eigentlichen Tanz um den Hammel ins Innere der Halle zu verlegen. Die Halle füllte sich am späten Nachmittag zusehends und bis man den offiziellen Startschuss verkündete, waren trotz des schlechten Wetters nur noch wenige Plätze nicht besetzt.

Projektleiter Brauchtum und Organisator des Spektakels, Rudolf Frank, begrüßte im Namen des Heimat- und Kulturvereins die muntere Schar der Gäste, unter die sich als einer der ersten Bürgermeister Joachim Döffinger gemischt hatte.

Wie Frank betonte, ließe sich nicht feststellen, wie oft in Assamstadt schon ein Hammeltanz stattgefunden habe, er versicherte jedoch, dass 2017 zum vierten Mal nach einer etwa zehnjährigen Pause wieder ein solches Spektakel stattfinde. In Onolzheim bei Crailsheim werde der erste Hammeltanz auf das Jahr 1476 datiert, weil mit einem Dokument belegt sei, dass in diesem Jahr eine Babara von Zipplingen erstmals einen Hammel gestiftet hatte, während für Assamstadt leider kein derartiges Dokument existiert.

Seine Ausführungen zu den "Tuschtrinkern" in Onolzheim, die nach dem Tanz in der Regel in einem "tiefen Schlaf" versinken, wurde mit viel Aufmerksamkeit und Gelächter zur Kenntnis genommen.

Doch jetzt wurde es ernst, denn zahlreiche anwesende Kinder drängten sich in die noch freie Runde im hinteren Hallenteil, um Aufstellung zu nehmen für den Hammeltanz der Kinder. Es war sehr erfreulich, dass insgesamt 14 Pärchen bereit waren, sich zu beteiligen.

Jetzt bugsierten auch Schäfer Josef Deißler und Metzger Theo Scherer das Prachtexemplar von einem Hammel, dessen Besitzer aus Krautheim an diesem Tag das Spektakel ebenfalls einmal verfolgen wollten, in die Mitte des Tanzkreises.

Nachdem die Regeln erklärt waren, hieß die klare Anweisung: "Musik ab" und der Tanz konnte beginnen: Da hatte die winzig kleine Zweijährige natürlich Mühe, mit ihren Geschwistern Schritt zu halten, während der 13-jährige Jonah seine Schritte schon etwas kürzer wählen musste. Die Spannung stieg mit jeder Runde, und als der Wecker klingelte, hielten, Jonah Zeitler und David Kohler das geschmückte Bäumchen in der Hand. Die beiden Sieger wurden gebührend gefeiert und durften sich über je einen Kinogutschein als Preis freuen. Alle teilnehmenden Kinder durften als kleine Belohnung für ihre Bemühungen ein Halstuch in Empfang nehmen.

Als die Kleinen den Platz freigemacht hatten, fanden sich zunächst zögernd die ersten Erwachsenen auf dem Kreis um den Hammel ein. Als jedoch auch noch Schultes Döffinger spontan mit Tanzpartnerin Wilma Göbel seinen Hut in den Ring warf, war der Grundstein für eine Rekordbeteiligung mit sage und schreibe 16 Tanzpaaren gelegt.

Zu schmissigen Weisen wie den "Lustigen Holzhackerbuam" wurde gesungen und geklatscht und damit beste Stimmung versprüht, während die Akteure ihre Runden drehten. Nach etwa zehn Minuten rissen plötzlich schrille Klingeltöne des Weckers die Sängerinnen und Sänger aus dem Rhythmus. In diesem Moment trugen gerade Helene Ansmann und Leni Frank das Bäumchen und wurden unter dem lautstarken Jubel der Anwesenden zu den Gewinnern des Hammeltanzes 2017 gekürt.

Die Beiden hatten sich spontan zur aktiven Teilnahme entschieden, als es noch nicht gerade nach einer Rekordbeteiligung aussah. Sie freuten sich zwar über den Sieg, doch gaben sie den Blumenstrauß weiter an einen gerade zum Vater gewordenen jungen Mann für seine Gattin, den Gutschein überließ man dem Elisabethenverein.

Cheforganisator Rudolf Frank dankte allen aktiven Teilnehmern, den beiden Hammelführern, Robert Stumpf für den "guten Ton" und allen, die zum guten Gelingen dieses Tanzes beigetragen hatten und lud nun alle Gäste zum gemütlichen Beisammensein ein: Zunächst ließ man sich die köstlichen Schmankerln, die der Jugendclub kredenzte, prima schmecken. Sodann spielten vier Musikanten, die allesamt dem "Amateurlager" entstammen, zur Unterhaltung auf und luden zum Mitsingen der Volkslieder aus dem Liederbuch des Vereins ein: Da wagte es zunächst einmal der zwölf jährige Fabio Nied, vor versammelter Kulisse auf seiner Trompete das "Badner Lied" so astrein zu schmettern, dass gleich mehrere Zugaben fällig wurden.

Den Rest des sehr langen Abends übernahmen Gerhard Weiß am Keyboard, der sich in letzter Zeit regelmäßig am Wirtshaussingen des Vereins beteiligt, Veronika Schöbinger mit ihrem Akkordeon, die auch für gute Stimmung im Seniorenheim sorgt und Silvia Blesch mit Ihrer Gitarre, die regelmäßig die Sängerinnen und Sänger beim Wirtshaussingen begleitet.

Begeistert sang das Publikum mit und forderte mit zahllosen Liedwünschen die Kondition der Amateurmusiker heraus. rf