Assamstadt

Grundschule Feierliche Verabschiedung von Rektorin Roswitha Scherer in den Ruhestand nach 44 Dienstjahren / „Mein Leben war die Schule“

Viele Spuren im Leben der Kinder hinterlassen

Archivartikel

Nach 44 Dienstjahren wurde die Assamstadter Schulleiterin Roswitha Scherer feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Assamstadt. Die Grundschüler hatten sich schon wochenlang mit ihren Lehrerinnen auf diesen Tag vorbereitet. Kurz vor den Sommerferien war es dann soweit: Ihre allseits beliebte Rektorin und Fachlehrerin für Religion und Mathematik, Roswitha Scherer, wurde nach 15 Jahren als Schulleiterin in Assamstadt, pensioniert. Neben den musikalischen und gestenreichen Darbietungen der Schulkinder waren viele Gruß- und Dankesworte Mittelpunkt der offiziellen Verabschiedung.

Unter dem Motto „Viele Menschen treten in dein Leben, aber nur wenige hinterlassen Spuren in deinem Herzen“ begrüßte das Kollegium der Grundschule alle Gäste in der alten Kilianskirche. Roswitha Scherer habe durch ihre jahrzehntelange pädagogische Arbeit mit Grundschülern wahrlich Spuren in deren Leben hinterlassen.

„Sie haben ihr Ziel erreicht, sagt das berufliche Navi-Gerät“, begann daraufhin Schulrätin Claudia Wiegert ihr Grußwort. „Sie können stolz sein auf ihre geleistete Arbeit“, so Wiegert weiter und riss anschließend die verschiedenen beruflichen Stationen Scherers an. 1977 startete sie als Junglehrerin in Gerchsheim in den Schuldienst. Nicht nur Scherers spürbare Liebe zu den ihr anvertrauten Schülern und das gute Verhältnis zu ihnen, sondern auch ihre fachliche Kompetenz seien damals schon ihre besonderen Stärken gewesen.

Von 1979 an wirkte sie 20 Jahre lang an der Krautheimer Schule. „Dort verschafften Sie sich Routine im Lehrerinnendasein, weiteten aber immer Ihren Blick nach pädagogischer Innovation und beruflichem Weiterkommen“, berichtete Schulrätin Wiegert.

„Pädagogischer Stillstand war und ist für Sie ein absolutes ’No-Go’ im beruflichen Alltag einer Lehrkraft“, lobte die Schulrätin darüber hinaus.

Sehr erfolgreich arbeitete Scherer von 2000 bis 2003 als Führungskraft in der damaligen Grund- und Werkrealschule Laudas, bis es Scherer dann an die Grundschule von Assamstadt zog, wo sie die Leitung vor 15 Jahren übernahm.

„Die Eltern, Kollegen und das Schulamt haben Sie als einfühlsame Rektorin, offene Gesprächspartnerin sowie als aufrichtige Persönlichkeit geschätzt“, fuhr Wiegert fort. Legendär sei die Tatsache, dass Roswitha Scherer jedes Kind persönlich mit Handschlag an jedem einzelnen Tag begrüßte.

„An unserer Assamstadter Schule herrscht ein angenehmes und gutes Klima“, stellte Bürgermeister Döffinger in seinem Grußwort fest. Durch Scherers Arbeit habe sich der Ruf der Schule positiv gemehrt. Mit dem Fingerspitzengefühl, der Geduld und dem Sachverstand der Schulleitung seien großartige Leistungen erbracht worden. Dabei stellte Scherer die Weichen für viele Lebensläufe, förderte Begabungen und motivierte Schüler und Lehrer immer wieder im Schulalltag. Für das außergewöhnliche Engagement dankte Döffinger Roswitha Scherer anschließend ausdrücklich und überreichte ihr Blumen und ein Präsent.

Die Grüße der Seelsorgeeinheit und des Kindergartens überbrachten Pfarrer Bernhard Metz und die Kindergartenleiterin, Sabrina Mauritz. Da Roswitha Scherer das Reisen liebe, überreichten sie ihr einen Rucksack gepackt mit lauter nützlichen Dingen wie einem Kompass und einer Assamstadter Wanderkarte.

Die Elternbeiratsvorsitzende, Claudia Frank, überreichte eine von den Eltern gestiftete Bank mit selbstgestalteten Kissen und einem Olivenbäumchen. Dort durfte Roswitha Scherer Platz nehmen und sich ihr Abschlusszeugnis, ausgestellt vom Elternbeirat, vorlesen lassen. Die Noten und die Beurteilung der Leistungen waren durchweg mit „sehr gut“ bewertet worden. Somit wurde die Schulleiterin nun in den wohlverdienten Ruhestand „versetzt“.

Als Sinnbild der Vielfältigkeit der zurückliegenden Arbeit von Roswitha Scherer übergab die stellvertretende Personalratsvorsitzende, Angela Hofmann, einen bunten Kunstdruck und dankte ihr für das herausragende Engagement.

Auch das Grundschulkollegium, bedankte sich mit Vertretern der Schulklassen mit vielen kreativen Geschenken und Darbietungen. In verschiedensten Konstellationen wirkten alle Grundschüler während der gesamten Veranstaltung mit, sangen Lieder oder spielten auf Instrumenten kurzweilige Stücke.

Zum Schluss bedankte sich eine überwältigte Roswitha Scherer bei allen für die gelungene Verabschiedung und erzählte von ihrem eigenen Besuch der damaligen Volksschule in Assamstadt als Kind. Damals wollte sie zwar Verkäuferin in einem Stoffgeschäft werden. Es sei aber eine ihrer besten Entscheidungen gewesen, Lehrerin zu werden.

Am Herzen lag ihr dabei immer, die gerechte Behandlung aller Schüler. Insgesamt sei sie nun, zusammen mit ihrer eigenen Schulzeit, 58 Jahre lang zur Schule gegangen. „Die Schule war somit mein Leben“, sagte Scherer daraufhin. Diese Aussage zauberte so manchem Grundschüler in der Kilianskirche einen erstaunten Gesichtsausdruck. Doch alle Lehrer und Schüler beeindruckten dann ihrerseits die Gäste mit dem Abschlusslied „We gonna miss you when you are gone“ (wörtlich übersetzt: „Wir werden dich vermissen, wenn du gegangen bist“). Denn dem gemeinsamen Lied ging eine mitreißende Becher-Rhythmus-Einlage als Intro voraus.

Mit dem Spaß und der Motivation während aller Beiträge der Schüler zeigten sie durchweg auf ihre Art und Weise die Wertschätzung gegenüber ihrer Schulleiterin und zollten Roswitha Scherer somit Respekt und Annerkennung für ihre herausragende Arbeit als Lehrerin.