Assamstadt

Kerwe in Assamstadt Beim traditionellen Hammeltanz beteiligten sich in der Asmundhalle bei den Erwachsenen 15 Paare

Zwei Gaggenauer holen sich den Sieg

Archivartikel

Mit einem großen Hammeltanz wurde in Assam-stadt die traditionelle Kerwe gefeiert.

Assamstadt. In Anbetracht des widrigen Wetters hatte man schon frühzeitig entschieden, den eigentlichen Tanz um den Hammel in die Asmundhalle zu verlegen. Diese füllte sich zusehends und war bestens gefüllt, ehe der Startschuss ertönte.

Projektleiter Brauchtum und Organisator des Spektakels, Rudolf Frank, begrüßte im Namen des Heimat- und Kulturvereins die Gäste, unter die sich auch Bürgermeister Joachim Döffinger gemischt hatte.

Zum fünften Mal

Wie Frank betonte, ließe sich nicht feststellen, wie oft in Assamstadt schon ein Hammeltanz stattgefunden habe. Er versicherte jedoch, dass 2019 zum fünften Mal nach einer etwa zehnjährigen Pause wieder ein solches Spektakel stattfinde. In Onolzheim bei Crailsheim werde der erste Hammeltanz auf 1476 datiert, weil mit einem Dokument belegt sei, dass in diesem Jahr eine Babara von Zipplingen erstmals einen Hammel gestiftet hatte, während für Assamstadt leider kein derartiges Dokument existiert.

Doch jetzt wurde es ernst, denn zahlreiche Kinder drängten sich plötzlich in die noch freie Runde im hinteren Hallenteil, um Aufstellung zu nehmen für den Hammeltanz der Kids. Es war sehr erfreulich, dass insgesamt zwölf Pärchen bereit waren, sich zu beteiligen.

Jetzt bugsierten auch Schäfer Theo Scherer und Lea Hügel in ihrer Rolle als Metzgerin das Prachtexemplar von einem Hammel, dessen Besitzer aus Krautheim im Übrigen das Spektakel ebenfalls verfolgen wollten, in die Mitte des Tanzkreises in der Asmundhalle.

Nachdem die Regeln erklärt waren, hieß die klare Anweisung: „Musik ab . . .“ und der Tanz begann. Da hatte eine Zweijährige Mühe, mit ihren Geschwistern Schritt zu halten und das geschmückte Bäumchen nach hinten weiterzureichen. Die Spannung stieg mit jeder Runde und als der Wecker klingelte, hielten Sina Wachter und Ella Arnold das geschmückte Bäumchen in der Hand. Die beiden Siegerinnen wurden gebührend gefeiert und durften sich über ein Blumensträußchen sowie einen Geschenkkorb mit allerlei Süßigkeiten und nützlichen Kleinigkeiten als Preis freuen. Aber auch alle anderen Kinder erhielten eine Belohnung.

Als die Kleinen den Platz freigemacht hatten, fanden sich zunächst zögernd die ersten Erwachsenen auf dem Kreis um den Hammel ein. Als jedoch auch noch Schultes Joachim Döffinger spontan mit seiner Gattin seinen Hut in den Ring warf, war der Grundstein für eine rekordverdächtige Beteiligung mit 15 Tanzpaaren gelegt.

Zu schmissigen Weisen wurde gesungen und geklatscht und damit beste Stimmung versprüht, während die Akteure munter ihre Runden drehten. Nach etwa sieben Minuten rissen plötzlich schrille Klingeltöne des Weckers die Sänger aus dem Rhythmus.

In diesem Moment trugen gerade Philipp Quarz und Lukas Fritz das Bäumchen und wurden unter dem lautstarken Jubel der Anwesenden zu den Gewinnern des Hammeltanzes 2019 gekürt; die beiden hatten sich zuvor spontan zu einer aktiven Teilnahme hinreißen lassen. Sie stammen aus Gaggenau und waren zu Besuch bei von Pfarrer Kern. Die Sieger durften sich über einen Geschenkkorb freuen. rufa