Bad Mergentheim

Gemeinderatswahl am 26. Mai Sieben Listen treten in der Kurstadt an / CDU, Freie Wähler, Grüne, SPD, FDP sowie die Listen „Kreis“ und „SPM“

105 Kandidaten für 28 Sitze im Rat

Sieben Listen mit insgesamt 105 Kandidaten bewerben sich um 28 garantierte Sitze im Gemeinderat Bad Mergentheim. Es treten an: CDU, Freie Wähler, Grüne, SPD, FDP sowie die Listen „Kreis“ und „SPM“.

Bad Mergentheim. Die Bürger entscheiden am Sonntag, 26. Mai, über die Zusammensetzung des künftigen Europäischen Parlaments, den neuen Kreistag und einen neuen Gemeinderat. In Bad Mergentheim hoffen 105 Kandidaten auf sieben unterschiedlichen Listen auf den Einzug ins örtliche Kommunalparlament.

Wer tritt wieder an?

Bislang sitzen im Gemeinderat der Kurstadt 31 Bürgervertreter (inklusive Ausgleichsmandaten) plus Oberbürgermeister Udo Glatthaar. Wer von diesen Stadträten tritt wieder an? Wer scheidet freiwillig aus? Wie sehen die aktuellen Bewerberlisten aus? Wie viele junge Kandidaten und Frauen bewerben sich? Damit beschäftigte sich die Redaktion.

CDU: Dem neuen Gemeinderat werden auf jeden Fall nicht mehr Bernhard Gailing, der auf eigenen Wunsch aufhört, und Dr. Klaus Hofmann, der die CDU (wie berichtet) verlassen hat, angehören. 13 amtierende CDU-Stadträte treten also für eine weitere Amtszeit an.

Der Wahlvorschlag der CDU Bad Mergentheim für den 26. Mai umfasst 32 Kandidaten – und damit die größte Liste. Unter diesen Bewerbern sind sechs Frauen. Von der Krankenschwester bis zur Kurdirektorin, vom Bankfachwirt bis zur Rettungsschwimmerin, vom Vertriebsleiter bis zum Forstwirtschaftsmeister reichen die Berufe der CDU-Kandidaten. Nach Auskunft von CDU-Fraktionschef Andreas Lehr sind zwei Bewerber unter 35 Jahre alt. Auch diesmal sei es wieder - „wie bei jeder Kommunalwahl“ – zeitintensiv gewesen, so Lehr, Kandidaten für einen Wahlvorschlag zu gewinnen: „Wir haben allerdings auch im Vorfeld dieser Wahl wieder die Bereitschaft bei vielen engagierten Bürgern gesehen, sich für ein öffentliches Amt zur Verfügung zu stellen. Es ist wichtig, dass man in den Kandidatengesprächen die Bedeutung der Tätigkeit und die Aufgaben von Stadträten den Bewerbern nahebringt. Wir sind sehr froh darüber, wieder alle Listenplätze besetzen zu können. Auf Grund der familiären und beruflichen Situation ist es oftmals tatsächlich schwieriger Frauen und jüngere Bewerber von einer Kandidatur zu überzeugen. Für die Zukunft müssen wir uns alle Gedanken darüber machen, wie eine kommunalpolitische Tätigkeit gerade für diese Gruppen attraktiver und mit der jeweiligen Lebenssituation vereinbarer gemacht werden kann.“

Freie Wähler (FW): Fünf amtierende Stadträte der Freien Wähler stellen sich wieder zur Wahl, nur Richard Quenzer verabschiedet sich definitiv aus dem Gremium. Insgesamt umfasst die FW-Liste 24 Namen. Vom Polizisten, über einen Bauingenieur bis zum Allgemeinarzt und zur Sozialpädagogin reichen die beruflichen Hintergründe der Kandidaten. Zwei Bewerber sind unter 35 Jahren alt. Fünf Frauen treten an. Fraktionssprecher Jochen Flasbeck meint auf Nachfrage, dass es wie 2014 auch diesmal wieder schwer gewesen sei, eine große Anzahl an Bewerbern zu finden. Vor allem junge Leute und Frauen würden sich bedauerlicherweise nicht so leicht für eine Kandidatur bereiterklären.

Grüne: Mit 20 Kandidaten gehen Bündnis 90/Die Grünen bei der Gemeinderatswahl in Bad Mergentheim an den Start. Sylvia Schmid bewirbt sich nicht mehr und scheidet deshalb aus dem Gremium aus. Vier amtierende Stadträte treten erneut an.

Vom Systeminformatiker bis zum Oberstudienrat, von der Ärztin bis zum Studenten, von der Kunsthistorikerin bis zur Sekretärin umfasst die Grüne-Liste zahlreiche Berufsfelder.

Fraktionssprecher Thomas Tuschhoff teilt mit: „Wir haben acht Frauen und zwölf Männer auf unserem Wahlvorschlag. Zwei Kandidaten sind unter 35 Jahre alt.“ Zur Bewerber-Suche sagt Tuschhoff: „Es war schon immer schwierig, Kandidaten zu finden, weil die Übernahme eines Gemeinderatsmandats mit einem hohen Zeitaufwand über fünf Jahre verbunden ist, den viele vor dem Hintergrund ihrer sonstigen Verpflichtungen in Familie und Beruf nicht aufbringen können. Gerade Menschen im mittleren Lebensalter sind vielfach so eingespannt, dass sie ein solches Ehrenamt, zusätzlich zu ihren anderen Aufgaben, nicht mehr übernehmen können. Diese Schwierigkeiten haben eher zu- als abgenommen. Umso dankbarer sind wir allen, die sich zu einer Kandidatur auf unserer Liste bereitgefunden haben. Unser Wahlvorschlag mit einem Frauenanteil von 40 Prozent zeigt, dass Frauen dazu bereit sind, Verantwortung in der Kommune zu übernehmen, wenn dies von der Partei zum Beispiel durch eine Quote gefördert wird. Und unsere beiden jungen Kandidaten widerlegen die These, dass die Jugend unpolitisch geworden wäre.“

SPD: Alle drei Mitglieder der SPD-Fraktion kandidieren wieder. Der SPD-Wahlvorschlag für den 26. Mai umfasst insgesamt 18 Leute – eine Schulleiterin, Selbstständige, Verkäufer bis hin zum Automobilkaufmann. Drei Frauen und insgesamt sechs Bewerber unter 35 Jahren kann SPD-Fraktionschef Klaus Dieter Brunotte vermelden. Auch er erklärt, dass es nie einfach war, Mitbürger zur Kandidatur zu bewegen: „So war es auch dieses Mal. Besonders problematisch ist es, wenn Personen, die schon zugestimmt hatten und sogar die Zustimmungserklärung unterzeichneten, im letzten Moment doch wieder absprangen. – Jüngere Leute waren diesmal in erfreulichem Maße zur Kandidatur bereit. Ein großes Problem gab es diesmal aber leider bei den Frauen. Die meisten Angesprochenen befürchteten eine zeitliche Überlastung oder sie trauten sich die Arbeit im Gemeinderat nicht zu.“

FDP: Artur Schmidt, der einzige FDP-Stadtrat, kandidiert wieder für den Gemeinderat. Auf der FDP-Liste finden sich insgesamt sieben Bewerber, darunter eine Frau. Vom Richter bis zum Arzt, vom Ingenieur bis zum Friseurmeister sind hier verschiedene Berufe vertreten.

„Kreis“: Die Liste „Kreis“ umfasst nur einen einzigen Namen: den von Alexander Kreis, Meister für Rohr- und Kanalservice.

„Solidarisch Progressives Mergentheim“ (SPM): Die SPM-Liste zählt drei Kandidaten, einen Sicherheitsberater, einen Geschäftsstellenleiter und einen selbstständigen Informatiker.