Bad Mergentheim

Freibäder Neue Umkleiden, Duschen und Attraktionen / Fördervereine investieren mehrere hundert Arbeitsstunden / Wasser wird ständig kontrolliert

1,2 Millionen Liter fließen ins Becken

Archivartikel

Die Freibäder in der Region öffnen bald wieder ihre Tore. Damit die Badegäste den Aufenthalt dort genießen können, ist einiges an Vorbereitung notwendig.

Main-Tauber-Kreis. Die Freibadsaison beginnt in wenigen Tagen und überall in der Region laufen seit Wochen die Vorbereitungen. Im Bad Mergentheimer Freibad in der Arkau haben die städtischen Mitarbeiter bereits im April das 1,2 Millionen Liter fassende große Becken befüllt. Wie Betriebsleiter Armin Sauer erklärt, dauert das jedes Jahr mehr als drei Tage. Auch in den beiden anderen städtischen Freibädern in Wachbach und Althausen befüllen Sauer und seine Mitarbeiter, alles gelernte Fachkräfte für Bäderbetriebe, die Becken. Allerdings können sie dort, anders als in der Arkau, wo das Wasser direkt vom Stadtwerk kommt, nicht alles in einem Zug hineinlaufen lassen. „Wir müssen immer schauen, wie viel Wasser vor Ort gerade zur Verfügung steht, sonst kann es sein, dass irgendwo die Waschmaschine ausfällt oder nichts mehr zum Bewässern des Fußballplatzes übrig bleibt“, erklärt Sauers Mitarbeiter Armin Mühlbach.

Kurz bevor das Becken in der Arkau neu befüllt wird, ist es zum einzigen Mal im Jahr komplett leer. Normalerweise steht immer Wasser darin, auch über Winter, erklärt Mühlbach, „sonst könnte es wie ein Schiff aufschwimmen, wenn die Tauber steigt“. Wenn das Becken leer ist, wird es von Sauer und drei Mitarbeitern gereinigt. Dann pumpen sie auch Wasser mit hohem Choranteil durch die Leitungen, um diese zu säubern.

30 Liter pro Badegast

Auch während des laufenden Betriebes gibt es vieles zu tun. So müssen zum Beispiel täglich 30 Liter Wasser pro Badegast ausgetauscht werden, was eine große Anlage in einem Gebäude in der Nähe des Beckens erledigt. In zweieinhalb bis drei Stunden wälzt sie das Wasser im Becken einmal um. Regelmäßig werden außerdem Proben genommen und die Qualität des Wassers in einem Labor kontrolliert.

Wie viel Aufwand hinter dem Betrieb eines Beckens steckt, sehen die Badegäste in der Regel nicht. Was Besuchern eher auffallen dürfte, sind Veränderungen in der Ausstattung der Bäder. Im Freibad in der Arkau hat sich hier über Winter wenig getan. Wie ein Sprecher der Stadtverwaltung auf Anfrage dieser Zeitung sagte, wurde etwa an den in die Jahre gekommenen Umkleidekabinen oder im Sanitärbereich nichts erneuert. Nicht überall in der Kurstadt sind jedoch die vergangenen Monate ungenutzt verstrichen. So erwarten etwa die Badegäste im Freibad Althausen erneuerte Duschen, wie Hardy Häußer vom Vorstand des dortigen Fördervereins auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt.

Neuerungen gibt es auch im Wachbacher Freibad. Dietmar Barnikel, der Vorsitzende des dortigen Fördervereins berichtet auf Anfrage dieser Zeitung, dass Freiwillige den bisherigen Maschendrahtzaun durch Stahlmatten ersetzt haben. Zudem gibt es neue Freiluftumkleidekabinen.

Tischtennisplatte durch Spenden

Eine etwas andere Neuerung gibt es im Freibad Freudenbach. Dort hat der Förderverein über Spendengelder eine neue Tischtennisplatte finanziert, wie Bademeister und Vorstandsbeisitzer Harald Neser auf Anfrage dieser Zeitung erklärt.

Grundlegendere Veränderungen waren im Höhenschwimmbad Neubronn notwendig. Wie Thomas Müller, Leiter des Stadtbauamts Weikersheim und Verena Preuß, die Vorsitzende des dortigen Fördervereins berichten, musste in das Becken im vergangenen Jahr immer wieder Wasser nachgefüllt werden. Ursache dafür war laut Müller, dass teils durch die Fugen, teils durch die Rohre Wasser ausgetreten ist.

Das Rohrsystem ist bereits erneuert worden. Die Arbeiten an den Fugen laufen noch. Damit das Becken neu verfugt werden konnte, mussten erst Hohlräume, die sich dahinter gebildet hatten, mit Harz aufgefüllt werden. Insgesamt investiert die Stadt Weikersheim laut Müller etwa 10 000 Euro in diese Arbeiten.

Becken gestrichen

In allen Freibädern fallen zudem noch regelmäßig notwendige Wartungsarbeiten an. So müssen unter anderem jedes Jahr die Becken neu gestrichen und die Anlagen gesäubert werden.

In den Bädern mit Fördervereinen, also überall außer im Bad Mergentheimer Freibad in der Arkau, übernehmen Freiwillige diese Aufgaben. Insgesamt sind so in den letzten Wochen teils mehrere hundert ehrenamtliche Arbeitsstunden zusammengekommen, wie die Verantwortlichen berichten.

Alle genannten Freibäder erhalten außerdem jeweils einen neuen Tischkicker von der Sparkasse Tauberfranken, wofür die Helfer der Fördervereine teils Standflächen mit Platten oder Pflastersteinen neu befestigt haben.