Bad Mergentheim

Gedenken „Jüdischer Kultur begegnen, Holocaust verstehen“ / Nele Gernet, Robin Biere und Marie Hofmann bei OB Glatthaar

1350 Unterschriften für „Stolpersteine“

Bad Mergentheim.Unterschriftenliste übergeben: Knapp 1350 Unterschriften für so genannte „Stolpersteine“ in Bad Mergentheim übergaben am Mittwochnachmittag drei Schüler des Wirtschaftsgymnasiums Bad Mergentheim im Neuen Rathaus an Oberbürgermeister Udo Glatthaar.

Zusammen mit weiteren Mitschülern machen sie mit im Seminarkurs an ihrer Schule, der als Teil der Bildungspartnerschaft „Jüdischer Kultur begegnen, Holocaust verstehen“ das Projekt „Stolpersteine in Bad Mergentheim“ angestoßen hat.

Gesammelt haben die Schüler die Unterschriften seit November in der Stadt, sie sprachen dafür sowohl Einheimische als auch Besucher und Gäste an. Auch in einigen Geschäften lagen die Listen aus. „Zumeist waren die Reaktionen der von uns angesprochenen Passanten positiv“, sagten Nele Gernet, Robin Biere und Marie Hofmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Allerdings „hat es vereinzelt auch heftige Reaktionen gegeben, da kamen auch aggressive Untertöne und antisemitische Sprüche“, wie Biere erklärte.

„Wir nehmen diese Liste gerne und dankend entgegen“, sagte das Stadtoberhaupt. Angesichts des notwendigen historischen Gedenkens an die ehemaligen Bad Mergentheimer jüdischen Mitbürger lobte er die Schüler für ihr Engagement. Erinnerung sei wichtig, weil man sich damit beschäftigen müsse, was mit diesen Menschen geschehen sei, damit „so etwas zumindest in Deutschland nie wieder geschehen kann“.

„Besonders positiv“ würdigte der OB das Engagement junger Leute. Allerdings gebe es in der Stadt durchaus unterschiedliche Sichtweisen, wie das Gedenken auszurichten sei – eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. „Es gibt die Fragestellung, ob die zusätzliche Gedenkform Stolpersteine sinnvoll ist“, sagte Glatthaar. Gleichwohl verdiene das „sensible Thema“ – „Wo, für wen und wie wollen wir gedenken?“ – eine umfassende Herangehensweise und eine offene Diskussion in Stadtverwaltung und Gemeinderat. Dass diese Unterschriftensammlung, initiiert und getragen von Jugendlichen, die nötige Sensibilität „wachhalte“, sei dabei durchaus begrüßenswert, so der OB. HP