Bad Mergentheim

Geschichte Verzeichnis mit Gebäuden des Deutschen Ordens vor 1809 erstellt

200 Bauwerke identifiziert

Archivartikel

Bad Mergentheim/Liebstedt.Eigentlich aus einer Notlage heraus entstand die Idee für ein Projekt in Liebstedt in Thüringen mit Unterstützung aus Bad Mergentheim. Die nördlich von Weimar gelegene Ordensburg Liebstedt, die einzige Durchgangsburg des Deutschen Ordens an der Kupferstraße von Venedig nach Hamburg, wurde von der Landesregierung des Freistaates Thüringen verkauft. Daher musste der Verein „Ordensburg-Gilde“ das gesamte Ausstellungsgut, einschließlich der erst kürzlich eröffneten „Elisabeth von Thüringen“-Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Marburg erstellt wurde, ausräumen. Die Ausstellungen passten nicht zu den Nutzungsplänen der Käufer-Gesellschaft.

Neue Immobilie gesucht

Es war notwendig, eine neue geeignete Immobile in Thüringen für die Ausstellungen zu finden. Auf der Suche nach einem interessanten Objekt recherchierte man auch über die Landesgrenzen nach Bauten mit vergleichbarem historischen Hintergrund. Man musste feststellen, dass es keine Bestandserhebung für derartige Einrichtungen gibt, an der man sich hätte orientieren können. Mehrfach wurde von fachkundigen Stellen bestätigt, dass dies ein weißer Fleck in der Aufarbeitung der Geschichte des Deutschen Ordens sei.

Aus diesem Grund strebte man eine Bestandserhebung an, um dann darauf aufbauend Konzept-Ideen zu entwickeln. Herauszufinden galt es: Wo gibt es heute noch Ordensgebäude und wie werden diese genutzt? So wurde nach Hinweisen auf Bauten gesucht, die dem Deutschen Orden vor 1809 gehört hatten, insbesondere auf Burgen, Schlösser und Kommendengebäude. Dabei ging es nicht um Immobilien, die von karitativen oder kirchlichen Einrichtungen genutzt werden, also auch nicht um die des noch bestehenden Deutschen Ordens.

Museum und Landtag

Im Laufe des letzten Jahres kam so eine Liste zustande, mit fast 200 Immobilien in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, Österreich, der Tschechischen Republik, Polen, Lettland, Estland und Schweden. Darunter war zum Beispiel eine Kleinkunstbühne in Lauterbach, das Stadtmuseum in Weinheim, das Tapetenmuseum in Rixheim, der Sitz des Landtages von Rheinland-Pfalz in Mainz oder ein Islandpferdegestüt in Neubrunn. Die Liste gibt Auskunft über Entstehung, heutige Nutzung, Kontaktdaten und Linkadressen. Aus dieser Datenbank soll ein lockeres Netzwerk entstehen, welches den Austausch von Wissen, Ideen und Konzepten vereinfachen soll. Die Unterlagen befinden sich zur Zeit zur Durchsicht und Vervollständigung in Bad Mergentheim. Es gibt Pläne, daraus eine Übersicht für jedermann zu erstellen. HGB