Bad Mergentheim

Gemeinderat Jahresabschluss 2017 des Stadtwerks Tauberfranken vorgestellt / Wieder viel Lob

3,64 Millionen Euro für die Stadtkasse

Archivartikel

Hoch zufrieden waren auch in diesem Jahr wieder die Stadträte mit dem Stadtwerk Tauberfranken und seinen Überweisungen an die Stadtkasse in Höhe von insgesamt 3,64 Millionen Euro.

Bad Mergentheim. Nachdem der Aufsichtsrat und die Gesellschafter des Unternehmens das Jahresergebnis bereits im Mai verabschiedeten, nahm nun auch formal der Gemeinderat Kenntnis von detaillierten Zahlen. 4,98 Millionen Euro erzielte das Stadtwerk als Ergebnis nach Steuern.

Nachdem die Margen im Kerngeschäft Strom- und Gasvertrieb wie erwartet deutlich nach unten gingen, sei es laut Geschäftsführer Paul Gehrig umso erfreulicher, dass rund die Hälfte des Ergebnisses zwischenzeitlich aus den Beteiligungen und neuen Geschäftsfeldern kommen. Größten Anteil habe daran die rund 20-Millionen-Euro-Beteiligung des Stadtwerks an der Thüga, für das das Unternehmen eine Dividende von 2,17 Millionen Euro erhielt. Aber auch die Beteiligungen Thüga Erneuerbare Energien, am Windpark Külsheim und am Stadtwerk Külsheim sowie an der Naturwärme Bad Mergentheim bringen laut Gehrig 0,4 Millionen Euro Ergebnisanteil, „Tendenz steigend“.

Nachdem die Gesellschafter dem Unternehmen zugestanden hatten 750 000 Euro Ergebnis zur Stärkung des Eigenkapitals im Unternehmen zu belassen, profitiert die Stadt mit ihren 51,36 Prozent Anteil am Stadtwerk noch mit 2,17 Millionen Euro am Ergebnis. Ergänzt durch die gesetzlich vorgeschriebene Konzessionsabgabe von 854 000 Euro, durch Gewerbeertragssteuern über 521 000 Euro, den Verwaltungskostenbeitrag und die Fremdenverkehrsabgabe erhält die Stadt eine Gesamtabführung vom Stadtwerk von 3,64 Millionen Euro – das entspricht knapp dem Vorjahresniveau.

Erfreulich für das Unternehmen und die Bürger der Stadt, so Gehrig, sei auch der erfolgreiche Abschluss der neuen Wasserkonzeption. Im Juni konnte das Wasserwerk offiziell in Betrieb genommen werden. Stolz sei man gemeinsam mit den Partnern NOW (Nordost-Wasserversorgung) und der Gemeinde Igersheim, dass sowohl der Zeitplan als auch der Kostenrahmen eingehalten wurde. „Die Bürger haben nach wie vor das Wasser aus den Brunnen und Quellen aus Bad Mergentheim und Igersheim, profitieren jetzt von einer wesentlich niedrigeren Wasserhärte von 13 Grad dH (ursprünglich 24-30 Grad dH).“

Trotz der erforderlichen Wasserpreisanpassung liege das Stadtwerk Tauberfranken im Durchschnitt der Wasserpreise im Main-Tauber-Kreis. Bezogen auf einen Jahresverbrauch einer vierköpfigen Familie mit 150 Kubikmetern liegen die Jahreskosten im Main-Tauber-Kreis bei 471,26 Euro.

Das Stadtwerk sehe die Wasserversorgung nach wie vor als Daseinsvorsorge und kalkuliere beim Wasser deshalb lediglich mit einer niedrigen Eigenkapitalverzinsung von ca. drei Prozent. Diese wiederum sei erforderlich, um auch künftig die notwendigen Investitionen tätigen zu können.

Engagiert zeigte sich das Unternehmen auch bei Betriebsführungen beim Wasser in Külsheim, Igersheim und Dörzbach sowie bei technischen Dienstleistungen in Niederstetten, erläuterte Gehrig gegenüber unserer Zeitung.

Froh ist das Unternehmen auch über die erfolgreiche Realisierung des Windparks Külsheim und die hohe Bürgerbeteiligung dort. Die Stromproduktion des Windparks lag trotz des verhältnismäßig windschwachen Jahres in 2017 mit 30,7 Millionen kWh bei 110 Prozent der Prognose. Auch dort profitiert die örtliche Kommune durch Pacht und Gewerbesteuer jährlich mit rund 170 000 Euro vom Windpark.

Über neue anstehende Themen wie die Erweiterung der Wärmeerzeugung, den Ausbau der Elektromobiliät und den Breitbandausbau wird die Geschäftsführung des Stadtwerks in einer Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause berichten.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar lobte am Donnerstag öffentlich das Stadtwerk und seine Mitarbeiter für das gute Ergebnis in 2017, das wieder – wie in den Vorjahren auch – dem städtischen Haushalt zugutekomme. Klaus-Peter Pfahler (CDU) hob den Gewinn zu Gunsten der beiden Gesellschafter hervor und sprach zudem von einem immer härter werdenden Wettbewerb.

Andreas Lehr (CDU) forderte noch im Hinblick auf den Klimawandel und die große Trockenheit momentan ein überarbeitetes Brauchwasserkonzept für das gesamte Stadtgebiet.