Bad Mergentheim

Vernissage im Deutschordensmuseum Kunstschaffende Mitglieder des Kulturvereins präsentieren Kunst von Heute

Abstrakt, informell oder auch realistisch

„Kunst von Heute“ ist der Titel einer Sonderausstellung im Deutschordensmuseum. Zu sehen sind 39 Werke von Mitgliedern des Kulturvereins – bunte Vielfalt. Am Freitag wurde die Schau eröffnet.

Bad Mergentheim. Von abstrakt bis realistisch reicht die Bandbreite der Gemälde und der Objekte, gearbeitet wurde mit Öl, Acryl und weiteren Materialien sowie mit Sandstein. Die 39 Werke belegen, dass zahlreiche Mitglieder des Kulturvereins nicht nur über Kultur reden oder entsprechende Veranstaltungen organisieren, sondern sich selbst als Kunstschaffende betätigen. Sehenswert sind die Werke allemal, bieten sie doch einen Blick auf die große Schaffenskraft der Kulturvereins-Künstler. Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von Kai Müller. Der Pianist aus der Nähe von Würzburg spielte am Flügel.

Für den Kulturverein begrüßte Dr. Martina Knaut-Spaeth die Mitglieder und Künstler, zudem auch die zahlreich ins Museum gekommenen interessierten Gäste. Erfreut von der guten Resonanz wünschte sie der Ausstellung einen gute Verlauf. Ihr Dank gat den Vereinsmitgliedern für das Engagement, natürlich auch den Künstlern und dem Museum für die Kooperation. Museumsdirektorin Maike Tratin-Meyer verwies auf die Geschichte des Schlosses. Die Räume, in denen „Kunst von Heute“ zu sehen ist, dienten einst den Hofbeamten, und das Götterzimmer war ein Speisezimmer. Das Schloss habe sich verändert, heute gehöre es nicht wenigen Privilegierten, sondern der Öffentlichkeit. Da passe eine solche Ausstellung hervorragend. Die Museumsdirektorin dankte den Museumsmitarbeitern sowie den Künstlern und den engagierten Kulturvereins-Mitgliedern.

Bernd Schepermann sprach dann die einführenden Worte. „Sie sind jetzt schon mittendrin in diesem Event“, und angesprochen waren dabei die Künstler selbst, aber auch die Organisatoren und Museumsmitarbeiter und nicht zuletzt die zahlreichen interessierten Gäste. „Hier sehen sie, was im Kulturverein unter ‚Kunst von Heute’ verstanden wird“. 13 Mitglieder des Kulturvereins „haben 39 ihrer Werke zur Verfügung gestellt.“ In der heute zur Verfügung stehenden Zeit falle es nicht leicht, sie alle mit der gebührenden Aufmerksamkeit zu betrachten. „Das bedeutet: Einfach wieder herkommen!“, sagte Schepermann. Die Werke seien „Ausdrücke persönlicher Empfindungen und sie spiegeln Eindrücke, Wahrnehmungen und Erfahrungen, ebenso wie Sanftes, Verhaltenes, Kraftvolles, Humoriges und Mystisches.“ Kurzum: Es seien Bilder und Objekte, „die von und aus der Welt erzählen“. Kunst von heute sei Kunst aus der Sicht der kunstschaffenden Mitglieder des Kulturvereins, eben „vielfältig, lebendig und eindrucksvoll“, betonte Schepermann. In den verschiedenen Räumen könnten die Besucher sich auseinandersetzen mit den unterschiedlichsten Werken, die mit verschiedensten Techniken erstellt wurden. Hier könne man „beispielsweise vom Fluss des Lebens erfahren“ - „und just dieses Nebeneinander verschiedener Bildsprachen verdeutlicht, dass es in der Kunst nicht ‚entweder oder’, sondern stets ‚sowohl als auch’ heißt.“

Mit Freude gemalt

Anschließend stellte Schepermann die verschieden Künstler und ihre Intentionen vor; Astrid Böer, deren Leidenschaft große und tiefe Leinwände mit kräftigen Acrylfarben, markante Strukturen sowie Mischtechniken sind; Jörg Breitenbach, dem es „Spaß macht und Freude macht, mit Sandstein zu arbeiten“ und Dr. Hansjörg Brombach, der seit 60 Jahren „gerne malt und zeichnet, aber bis heute nicht weiß, warum das so ist“ - er selbst vermutet eine „genetische Hinterlassenschaft“. Franziska Eben von Racknitz will mit ihren Bildern erzählen will und lädt die Betrachter ein, „Eigenes zu entdecken“. Elisabeth Ehrmann, die aus ihrer Gefühlwelt Werke entstehen lässt; Dieter Häussler, der als „Autodidakt“ immer neue Wege geht und dabei gerne experimentiert, Richard Hauck, der seine Objektgrafiken als „graphische Zauberwelten, eingebettet in eine künstlerisch-positive 3-D-Miniatur Dimension“ sieht; Margit Müller, die von sich sagt, dass sie „Kreativität und besonders die Malerei“ am Leben erhalte. Hella Laue hat Spaß am Experimentellen und am Spiel mit Farben und Formen - für sie sind ihre Bilder „Ausdruck persönlicher Gefühle“. Gudrun Reinheimer „lässt die Malerei nicht los“, und in Tatjana Schmidgalls Werken „wird die Leichtigkeit spürbar.

Renate Wolf-Hackober lässt sich „von Urlaubseindrücken inspirieren, wobei Farbgebung und Stimmung eine große Rolle spielen“. Über seine eigene Intention sagte Bernd Schepermann, dass er „Bilder und Objekte gestaltet, in denen Geist und Gefühl über das sensible Wirken der Hände Ausdruck suchen und finden“.

Ein Gang ins Museum ist immer lohnend – und die Sonderausstellung gibt einen weiteren Grund, ins Schloss zu gehen.