Bad Mergentheim

Katholische Kirchengemeinde Dekan Ulrich Skobowsky war als geistlicher Begleiter dabei und führte die Reisegesellschaft orts- und sachkundig durch seine Heimat

Abwechslungsreiche Gemeindefahrt durch Oberschwaben

Archivartikel

Bad Mergentheim.Die diesjährige Gemeindefahrt der Katholischen Kirchengemeinde St. Johannes führte 48 Teilnehmer nach Oberschwaben. Markus und Joachim Veit sowie Hariolf Scherer hatten die Fahrt sorgfältig vorbereitet und organisiert. Dekan Ulrich Skobowsky war als geistlicher Begleiter dabei und führte die Reisegesellschaft orts- und sachkundig durch seine oberschwäbische Heimat.

Eine erste Kostprobe durften die Reiseteilnehmer in Wiesensteig erfahren, dem Geburtsort von Ulrich Skobowsky. Dort zeigte er sein Geburtshaus, dem Spitäle, und führte mit seinem Amtskollegen Ralf Baumgartner durch die Stiftskirche St. Cyriakus. Einem spontanen Entschluss folgend, war die nächste Reisestation das Kapuzinerkloster „Ave Maria“ oberhalb von Deggingen. Dort gab es ein freudiges Wiedersehen mit Pater Alban, der früher im hiesigen Kapuzinerkloster wirkte. Leider musste Pater Alban den Besuchern mitteilen, dass auch dieses Kloster Ende Oktober geschlossen und er einem neuen Wirkungskreis zugeteilt wird. Gerne zeigte er der Mergentheimer Reisegruppe die Wallfahrtskirche „Ave Maria“.

Mächtige Glasfenster

Danach ging es weiter zum Ulmer Münster. Eine Kirchenführerin erläuterte den Kircheninnenraum mit seinen mächtigen Glasfenstern und dem welthöchsten Kirchturm. Natürlich durfte dabei auch nicht die Legende vom Ulmer Spatz fehlen. Anschließend fuhr die Reisegesellschaft weiter nach Leutkirch im Allgäu zum Tagungshaus „Regina Pacis“, das für die nächsten Tage als Unterkunft diente. Bei einem abendlichen Stadtrundgang mit einem Stadtführer, leider bei kühlem, regnerischem und windigem Wetter, konnte man das malerische Städtchen und einige seiner historischen Gebäude sowie die Kirche St. Martin kennenlernen.

Mit einem Abendlob in der hauseigenen Kapelle des Tagungshauses ging der erste ereignisreiche Tag zu Ende. Dort feierten die Teilnehmer der Gemeindefahrt am folgenden Sonntag auch einen Gottesdienst, bevor es wieder auf Reisen ging. Die führte zunächst mit einem kurzen Abstecher nach Bad Waldsee, um anschließend die Basilika St. Martin in Weingarten, zu erreichen. Dort wurden die Mergentheimer von Pfarrer Wolfgang Knor, einem Onkel der Brüder Veit, erwartet, der sehr sachkundig die Kostbarkeiten dieser wunderschönen Kirche, die als die größte Barockkirche nördlich der Alpen bezeichnet wird, erklärte. An diesem Tag wurde auch noch Ravensburg, das unmittelbar an Weingarten grenzt, besucht. Dort wurde Oberbürgermeister Udo Glatthaar, der ebenfalls mitgereist war, fast neidisch auf die zwei prächtigen Sitzungssäle des dortigen Gemeindegremiums. Die andere Gruppe war mit einer Türmerin unterwegs, um die zahlreichen Türme der Stadt erklärt zu bekommen.

Am nächsten Tag wurde das Wurzacher Ried angefahren. Mit dem Moorbähnle fuhr die Gruppe durch das Moor. Anschließend gab es bei einer Exkursion zu Fuß Informationen über die Erhaltung des Hochmoors und den Abbau und die Verwendung des gestochenen Torfs. Im weiteren Verlauf des Tages wurde Biberach angesteuert. Die Stadtführerin verriet, dass sie die in Biberach sehr angesehenen Geschwister des ehemaligen Mergentheimer Stadtpfarrers Johannes Frey persönlich kannte.

Auf einer Insel gelegen

Am Dienstag stand der Besuch von Lindau auf dem Programm. Vielleicht nicht allen Reiseeilnehmern war bekannt, dass diese hübsche mittelalterliche Stadt auf einer Insel im Bodensee liegt und nur mit einem Damm mit dem Festland und seinen dort liegenden Ortsteilen verbunden ist. Eine vorgesehene Schifffahrt auf dem Bodensee musste wegen einer Sturmwarnung ausfallen.

Auch die ehemals Freie Reichsstadt Wangen wurde angeschaut. Zum Erhalt der prächtigen Altstadt seien bislang rund 300 Millionen Euro ausgegeben worden, berichtete der Stadtführer, der dann zu einem Kleinod der Stadt, der Rochuskapelle, führte.

Am letzten Tag der fünftägigen Gemeindefahrt wurde auf dem Heimweg, die als schönste Dorfkirche der Welt gerühmte Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Steinhausen besucht.

Auch hier hatte sich Pfarrer Wolfgang Knor als Kirchenführer zur Verfügung gestellt und erläuterte den Besuchern die barocken Schönheiten dieses Gotteshauses. Auf der Weiterfahrt wurde nochmals Station in Schweinhausen gemacht, um in der dortigen Kirche „Maria Himmelfahrt“ einen Abschlussgottesdienst zu feiern. Ermöglicht wurde dies durch die dortige Gemeindereferentin Beate Wölfle, eine Studienkollegin von Dekan Skobowsky.

Eine weitere Station auf der Heimfahrt war das geistliche Zentrum und die Bildungsstätte „Heiligenkreuzthal“. Dieses ehemalige Zisterzienserinnenkloster wurde im vorigen Jahrhundert mit Hilfe der Stefanusgemeinschaft vor dem weiteren Verfall gerettet und zum Bildungszentrum ausgebaut. Daran beteiligten sich auch Bad Mergentheimer Angehörige der Stefanusgemeinschaft, wie Paul Dietzel, Mitglied des ehemaligen Stefanuskreises Mergentheim, berichtete.

Bevor dann das letzte Stück des Heimweges angetreten wurde, stattete man dem Kloster Obermarchtal noch einen Besuch ab. WM