Bad Mergentheim

Kurverwaltung Vortrag am Dienstag, 12. Juni, um 19.30 Uhr im Kursaal

„Aktuelles aus der Medizin“: Prostatakrebs ist Thema

Archivartikel

Bad Mergentheim.Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 57 000 Männer an Prostatakrebs. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Tumorerkrankung des Mannes. Mehr als 13 000 Männer sterben jährlich daran. Wird der Prostatakrebs jedoch in einem frühen Stadium entdeckt und richtig behandelt, sind die Heilungschancen und Überlebensraten sehr gut.

In seinem Vortrag „PSA-Wert bei Prostatakrebs in neuem Licht“, klärt der Chefarzt der Klinik für Urologie am Caritas-Krankenhaus, Privatdozent Dr. Bernd Straub, über das sogenannte PSA-Screening als Methode zur Früherkennung der Krankheit auf und setzt sich kritisch damit auseinander.

Der Vortrag aus der Reihe „Aktuelles aus der Medizin“ in Kooperation mit dem Institut für Bad Mergentheimer Kurmedizin, Gesundheitsbildung und medizinische Wellness, findet am Dienstag, 12. Juni, um 19.30 Uhr im Kursaal statt.

Die Abkürzung PSA steht für „Prostata spezifisches Antigen“. Der PSA ist ein Eiweißstoff, der nur im Prostatagewebe vorkommt und in ganz geringen Mengen im Blut nachweisbar ist. Nach einer Blutabnahme wird der PSA-Wert gemessen und mit dem altersspezifischen Wert verglichen. Ist der Wert erhöht, kann das ein frühzeitiger Hinweis auf ein Prostatakarzinom sein, muss es aber nicht. In der Vergangenheit wurde die Aussagekraft des PSA-Werts daher immer wieder in Frage gestellt. Faktisch nehme jedoch die Häufigkeit von Prostatakrebs seit fast drei Jahrzehnten stetig zu, betont PD Dr. Straub. Das sei überwiegend auf den Einsatz neuer Früherkennungsmethoden, wie die besagte PSA-Bestimmung zurückzuführen, durch die deutlich mehr Prostatakarzinome, vor allem im Frühstadium, entdeckt werden können. „Neuere Studien und Auswertungen zeigen, dass die regelmäßige PSA-Messung durchaus das Mortalitätsrisiko für Prostatakrebs senken kann. Auch das Deutsche Ärzteblatt weist darauf hin, dass eine stetige PSA-Kontrolle sinnvoll ist, um ein Prostatakarzinom frühzeitig zu erkennen“, so PD Dr. Straub. „Es sollten noch viel mehr Männer diese Möglichkeit zur Früherkennung nutzen.“

Ab etwa 45 Jahren steige das Risiko eines Prostatakarzinoms erheblich, daher sollten sich Männer ab diesem Alter regelmäßig untersuchen lassen. „Denn“, so der Urologe, „Prostatakrebs ist heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird“. Welche Vorteile der PSA-Test bietet, wird der erfahrene Facharzt ausführlich erläutern und zudem auf weitere Möglichkeiten der Früherkennung sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden eingehen. Der Chefarzt der Urologie am Caritas-Krankenhaus ist zugleich Leiter des Prostatazentrums Tauberfranken, in dem mehrere Fachabteilungen und Kliniken bei der Diagnose und Therapie von Prostatakrebs intensiv zusammenarbeiten. Er wird in seinem Vortrag auch die Vorteile darstellen, die die Behandlung von Patienten in einem solchen, von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten, Zentrum bieten.

Nach dem Vortrag steht Privatdozent Dr. Bernd Straub für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.