Bad Mergentheim

Gesangverein Liederkranz Markelsheim Frühlingskonzert in der Turnhalle / Stefan Rögner zum Ehrenvorsitzenden ernannt

„Alter Verein mit junger Ausstrahlung“

Archivartikel

Es war ein langer, aber äußerst kurzweiliger Abend am Samstag in der Markelsheimer Turnhalle. Vier Chöre gestalteten das Frühlingskonzert des Liederkranzes.

Markelsheim. Im Verlauf des Abends wurde Stefan Rögner zum Ehrenvorsitzenden des Gesangvereins Liederkranz Markelsheim ernannt.

Für den neuen Vorsitzenden Elias Lehr war diese Traditionsveranstaltung an diesem Tag sozusagen die Feuerprobe. Die hat er mit Bravour bestanden, wie ihm am Ende des Tages Ortsvorsteherin Claudia Kemmer bescheinigte.

Lehr stellte sich als „jüngster Vorstand des ältesten Vereins im Ort“ vor, wobei er aber bei 26 Aktiven immerhin schon Platz 25 einnehme.

In seiner Begrüßungsrede wurde deutlich, dass er seinem Vorgänger Stefan Rögner in Sachen launiger Ansprachen in nichts nachsteht. Weil Rögner „immer noch jugendlich wirkt“, wie Lehr augenzwinkernd anmerkte, führte dieser dann auch wie gewohnt durch das musikalisch breitgefächerte Programm und ergänzte die Chorbeiträge mit Anekdoten und Zoten zum Nachdenken und Schmunzeln.

Weil die Markelsheimer Vereine stets bestens zusammenarbeiten, war mit den jungen Helfern des TSV auch die gute Bewirtung der Gäste im vollen Saal garantiert.

Passend zur Jahreszeit schwärmte der gastgebende Männerchor „Liederkranz“, dirigiert und am Klavier begleitet von Peter Ruppert, mit Hoffmann von Fallersleben: „Wie schön ist der Mai“ und besang anschließend – passend für einen Weinort – den „Neuen Jahrgang“.

Bei Udo Jürgens’ Klassiker „Ich war noch niemals in New York“ stimmten die Zuhörer klatschend in den Rhythmus zur bekannten Melodie ein.

Herrliche Schnulze

Der Gesangverein aus dem Nachbarort Elpersheim unter Leitung von Theodor Spannagel begab sich auf eine fein intonierte „Frohe Wanderschaft“, um anschließend mit der herrlichen Schnulze der Nilsen Brothers, „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“, großen Beifall einzuheimsen. Erstmals zu Gast waren die Thierbachsänger aus Gaukönigshofen unter der Leitung von Oliver Hummel und Angela Wünsch am Klavier.

Sie widmeten ihren ersten Beitrag traditionellem Liedgut von Johannes Brahms. „Die Wollust in den Maien“, „Abschiedslied“ und „Erlaube mir feins Mädchen“ wurden interpretiert. Der Gemischte Chor besitzt durch seine 16 Frauen- und sechs Männerstimmen einen besonderen Charakter.

Mit Wilhelm von Marsanos Jägerlied „Wie herrlich ist’s im Wald“ und einem fröhlichen „Glory Halleluja“ umrahmte der Liederkranz die kleine Ehrungszeremonie, welche vor allem eine Überraschung für Stefan Rögner barg. Elias Lehr ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden und überreichte ihm dazu Urkunde und Geschenk.

Seit 1985 ist Rögner aktiver Sänger, war seit 1990 Zweiter Vorsitzender und stand ab 1994 dann 25 Jahre lang an der Spitze des Männergesangvereins. „Es war ein Glück, ihn als Vorsitzenden zu haben“, betonte Lehr. Er habe nicht zuletzt unzählige Veranstaltungen organisiert und dabei viele Überstunden und manch graues Haar produziert.

„Verdiente Auszeichnung“

Auch der Vorsitzende des Hohenloher Chorverbands, Gerhard Hauf, unterstrich mit Dankesworten an Rögner diese „verdiente Auszeichnung“. Hauf ehrte seitens des Verbandes darüber hinaus zwei langjährig aktive Sänger: Peter Schwager ist als Bass 40 Jahre dabei. 20 Jahre war er zudem Beiratsmitglied. Klaus Halbmann singt seit 30 Jahren beim Liederkranz als Tenor, ist seit 1995 Fahnenbegleiter, seit 2008 Notenwart und war 18 Jahre im Beirat. Für zehnjährige passive Mitgliedschaft wurde außerdem Dr. Urban Lanig geehrt. „Chorgesang ist gute Unterhaltung“, sagte Gerhard Hauf. Der Liederkranz sei „ein alter Verein mit junger, dynamischer Ausstrahlung“ und zusammen mit den „Sunday Voices“ eine „gestandene, tolle Truppe“.

70 Gesangvereine und noch weit mehr Chöre bereicherten die Hohenloher Kulturlandschaft, betonte Hauf. Er warb für diese „gute Gemeinschaft“ und animierte die Zuhörer, doch selbst einmal in einem Gesangverein aktiv zu werden. Die angesprochene Dynamik brachten gleich darauf die „Sunday Voices“ über die Bühnenrampe, befeuert durch eine tolle Klavierbegleitung des Dirigenten Peter Ruppert.

Bei ihren munteren Darbietungen ging das Publikum freudig mit, ob bei „Shut Up And Dance With Me“ von „Walk The Moon“, „Spider Murphy’s“ „S Leben is wiar a Traum“, „Westerland“ von den Ärzten, „Fly With Me“ von Frida Hallgren oder „Bye Bye Love“ von den „Everly Brothers“.

Mit dem Beach Boys-Hit „Barbara Ann“ als Zugabe konnten sie das Auditorium vollends begeistern. Auf diesen Stimmungshöhepunkt bauten die Elpersheimer Mannen auf, unter anderem mit Otto Grolls „Freude am Leben“, dem fetzigen „Rock My Soul“ der Les Humphries Singers und der „Bergheimat“ als lautstark geforderte Zugabe. Neue Klänge brachten die Thierbachsänger aus Gaukönigshofen mit dem englischen Traditional „Scarborough Fair“, vor allem als Song von „Simon & Garfunkel bekannt, und Barclay James Harvests“ „Hymn“. „Mit Musik geht alles besser“, stellten sie zum Abschluss ihres zweiten Beitrags fest.

Premiere zum Abschluss

Nun enterte der gastgebende Chor nochmals die Bühne mit Costa Cordalis’ Gassenhauer „Anita“ und dem Song „Santiano“ der gleichnamigen Band.

Zum krönenden Abschluss gab es noch eine Premiere: Liederkranz und Sunday Voices vereinten sich gesanglich bei „Ein ehrenwertes Haus“ von Udo Jürgens. Wieder machte das Publikum begeistert mit.

Ortsvorsteherin Claudia Kemmer würdigte die Leistung der Chöre, gratulierte Elias Lehr zu seinem guten Einstand als Vorsitzender und Stefan Rögner zur verdienten Ehrung, bei der das Schönste sei, „dass es dir auch mal die Sprache verschlagen hat.“ Seine Moderation sei gleichwohl „einfach genial“.

OB-Stellvertreter Andreas Lehr zeigte sich seitens der Stadt „stolz auf Vereine wie den Liederkranz“. Mit einem Geschenk dankte er Stefan Rögner, der es mit Engagement und großer Leistung geschafft habe, Menschen zu begeistern.

Blumen für Rögners Frau und für die Frau von Chorleiter Peter Ruppert sowie Geschenke für alle Dirigenten hatte schließlich noch Elias Lehr parat, der allen Mitwirkenden und Helfern dieses Abends Dank sagte. Mit Danyel Gerards „Butterfly“ als Zugabe und dem gemeinsam gesungenen Markelsheimer Lied endete das fröhlich unterhaltsame Frühlingskonzert. tom