Bad Mergentheim

Ganz schön cool Wie Tiere die aktuelle Hitzewelle überstehen

An heißen Tagen kühlen Kopf bewahren

Archivartikel

Die meisten Wildtiere können nicht schwitzen. Um bei Hitze einen kühlen Kopf zu behalten, nutzen sie clevere Strategien.

Main-Tauber-Kreis. 30 Grad im Schatten, wer gerät da nicht gehörig ins Schwitzen? Viele Tiere können das allerdings nicht, denn die wenigsten von ihnen besitzen überhaupt Schweißdrüsen. Doch auch in Feld und Wald ist es tierisch heiß. Kreisjägermeister Hariolf Scherer erklärt, wie Wildschwein, Feldhase und Co. damit zurechtkommen und was sie sich einfallen lassen, um bei der Affenhitze cool zu bleiben.

Seen und Gewässer dienen auch Wildtieren als Badeplatz. Hirsche etwa stellen sich gern in den fließenden Bach um sich abzukühlen. Oder sie genehmigen sich eine Schlammpackung in der Suhle, einer matschigen Pfütze. Auch Wildschweine stehen auf Suhlen. Der nasse Schlamm bleibt so an den Borsten hängen und kühlt die Haut. Der positive Nebeneffekt: Die dicke Schlammkruste ist gleichzeitig Mückenschutz. Sie verhindert, dass lästige Insekten an die Haut gelangen. Übrigens auch Rehe können gute Schwimmer sein.

Füchse, Wölfe, aber auch Hunde geben überschüssige Körperwärme ab, in dem sie schnell aus- und einatmen und die Zunge aus dem Maul hängen lassen. Die schnelle Atmung dient sozusagen als Ventilator. Es entsteht ein Luftzug, der die Feuchtigkeit auf der Zunge und an den Schleimhäuten schneller verdunsten lässt und damit kühlt. Auch viele Vögel verschaffen sich so mehr Kühle, man kann sie oft mit geöffnetem Schnabel beobachten. Feldhasen pumpen an heißen Tagen mehr Blut in ihre langen Löffel. So können sie über die dünne Haut überschüssige Wärme besser an die Umgebung ableiten.

Vögel leiten die Körperwärme über die Stellen ab, an denen sie keine Federn haben. Mit einem Luftzug um die Beine oder mit einem kalten Fußbad im Wasser kühlen sie ihre Körpertemperatur herunter.

Wenn es so heiß ist wie jetzt, dann ist nicht viel los in Feld und Wald. Die Tiere suchen schattige Plätzchen im Dickicht und halten Siesta. Fuchs, Dachs und Kaninchen dösen in ihrem unterirdischen Bau, wo sie von feuchter Erde umgeben sind.

Und wie viel Wasser braucht das Wild? Auch bei Tieren hängt der Bedarf an Flüssigkeit von der Umgebungstemperatur, von der Zusammensetzung der Nahrung und von der Aktivität ab. Grundsätzlich geht man davon aus, dass unser Wild pro Tag 50 bis 60 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht braucht. junge Tiere müssen mehr saufen als erwachsene. Das heißt, ein ausgewachsener Feldhase braucht im Sommer rund einen viertel Liter Wasser pro Tag. Tiere können mit ihrer Körperflüssigkeit sehr gut haushalten. Den Großteil ihres Bedarfs können sie übers Grünfutter decken. Viele Mitglieder der Kreisjägervereinigung Mergentheim sind nun wieder unterwegs um Wasser in die Reviere zu fahren. Ausgetrocknete Suhlen und Vogeltränken werden gefüllt um den Wildtieren, Vögeln, Insekten zu helfen die Trockenheit überstehen zu können. kjv