Bad Mergentheim

Leserbrief Zum Artikel „Brücke ist eine der letzten ihrer Art“ (10. April)

„Auch Brückchen werden überprüft“

Die Aussage von Karin Waldhäusl und Wolfram Klingert, dass sie eine Kontrolle noch nie gesehen haben, trifft von ihnen aus gesehen sicher zu, weil so etwas ja nicht öffentlich bekannt gegeben wird. Ihr Großvater, der mir gut bekannte Architekt Alfred Waldhäusl, könnte es aber bemerkt haben.

Ich habe als Prüfingenieur beim Bauordnungsamt Bad Mergentheim – zuständig für das Fachgebiet Baustatik – zwischen 1976 bis 1995 und nach meinem altersbedingten Ausscheiden als Statiker in Verbindung mit dem Tiefbauamt und einem entsprechenden Ingenieurvertrag mit der Stadtverwaltung, die Prüfung von Ingenieur-Bauten im Zuge von Straße, Brücken und Durchlässen (Abschnitt 6.1 der DIN 1076) in regelmäßigen Abständen durchgeführt, was durch die schriftlich abgelieferten Prüfbefunde belegt werden kann, jeweils für mindestens 80 Bauwerke.

Dazu gehört auch das oben erwähnte „Brückchen“, das unter der Bezeichnung Lill-Stu 6, Gewölbe unter Feldweg im Mündungsbereich der Stuppachmündung in den Wachbach beim Grundstück Waldhäusl im Bauwerksverzeichnis der Stadtverwaltung zu finden ist.

Dortige Prüfungen fanden 1996, 1998, 2002, 2004 und 2006 statt. Beim letzten Mal mit der Feststellung „nur noch eingeschränkt tragfähig“. Man muss sich demnach entscheiden, ob Sanierung oder Abriss und Neubau erfolgen muss, weil auch „Brückchen“ standsicher sein müssen, wenn sie befahren werden.