Bad Mergentheim

Bad Mergentheimer Kammerchor Das Publikum in der Schlosskirche wieder beeindruckt

Auftritt mit großem Beifall gefeiert

Der Auftritt des Kammerchores in der Schlosskirche – es war der zweite mit dem neuen Dirigenten – wurde mit lange anhaltendem Beifall bis hin zu stehenden Ovationen gefeiert.

Bad Mergentheim. Felix Krügers jugendliche Ausstrahlung und seine freundlich bestimmende Leitung reißen den Chor sichtlich und hörbar mit. Bachs Himmelfahrtsoratorium eröffnete den Abend mit barockem Glanz von Pauken und Trompete.

Der prunkvolle Eingangschor wird überhöht durch das concerto der Trompete und Oboe. Die Strahlkraft der beiden souverän vorgetragenen Instrumente, noch verstärkt durch zwei Flöten, ließ den Chor etwas in den Hintergrund treten. Hinzu kamen die schwer beherrschbaren akustischen Verhältnisse des Kirchenraumes, der stilistisch doch so adäquat harmoniert.

Das Evangelium mit den Ereignissen rund um die Himmelfahrt wurde von Oliver Kringel, einem jungen und bereits sehr arrivierten Tenor, mitgeteilt. Er verlieh den Rezitativen durch seine spezifische Gestaltung eine Intensität, die weit über den Charakter der sachlich nüchternen Information hinausreichte. Seine stimmlichen Qualitäten ließen auch bei einer Arie im weiteren Verlauf des Konzertes aufhorchen.

Bei den Arien beeindruckte das „Ach bleibe doch, mein liebstes Leben“ mit der Altistin Nora Steuerwald. Ideales Zusammenwirken von Ensemble und Stimme unter Krügers umsichtiger Führung machten dieses Juwel Bachscher Ausdruckskunst zu einem Höhepunkt des Abends.

Weniger glücklich verlief der Vortrag der Sopranarie „Jesu, deine Gnadenblicke“. Die komplexe kontrapunktische Struktur machte Schwierigkeiten beim Zusammenwirken der vier Stimmen, vor allem rhythmischer Art.

Dann Mozarts „Krönungsmesse“: Vom ersten Akkord an im satten Forte die ersehnte Einheit von Orchester und Chor. Alles Angestrengte des vorangegangenen Vortrags war verflogen, der Chor ganz bei sich. Das Bach-Orchester Würzburg erwies sich durch seine Professionalität, gepaart mit hohem Einfühlungsvermögen, als Wunschpartner. Straffe Tempi und eine kraftvoll markante Interpretation machten das Werk zum packenden Erlebnis. Hier konnte nun auch die Sopranistin Lyun-Jung Kim mit ihrer klaren, schlanken Tongebung und ihrer feinen Art der Gestaltung brillieren. Die Gesangssolisten, durch den Bassisten Elias Wolf zum Quartett vervollständigt, waren makellos aufeinander eingestimmt und bildeten immer wieder reizvolle Kontraste zum Tutti des Chores.

„Jubilate Deo“ von Louis Spohr zum Abschluss war eine originelle Bereicherung der bis dahin gängigen Programmfolge.

Eine Besonderheit in der Konzeption dieses selten zu hörenden Werkes ist die konzertante Violine, welche bei der Uraufführung der Komponist und Violinvirtuose höchstpersönlich spielte. Hier präsentierte das Bach-Orchester Würzburg eine weitere, überaus hörenswerte Solistin.

„Jubilate Deo“ war gleichsam das Resümee eines gelungenen Abends, der bei Zuhörern und Mitwirkenden Freude und ebenso Begeisterung auslöste. Peter Leicht