Bad Mergentheim

„Liberales Forum“ Weikersheimer Stadtrat Jürgen Vossler berichtete über Entwicklung seit 2004

Bedeutung der Tauberphilharmonie hervorgehoben

Archivartikel

Bad Mergentheim.„Die Tauberphilharmonie – Bedeutung und Entstehungsgeschichte“ stand im Mittelpunkt des „Liberalen Forums“ in der Vinothek Friedlein in Neunkirchen. Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Vossler aus Weikersheim berichtete. Die Bürger von Weikersheim und des mittleren Taubertals könnten sich glücklich schätzen, mit der „Tauberphilharmonie“ einen Ort zu haben, der aller Voraussicht nach mittel- und langfristig einen deutlichen zusätzlichen Impuls für das ohnehin bereits reiche kulturelle Geschehen in der Region geben könne, findet Vossler.

Das Projekt reiche zurück in das Jahr 2004, als die Frage anstand, die in die Jahre gekommene Stadthalle zu sanieren. Man stellte zunächst einen Bebauungsplan für das Gebiet „Westliches Tauberufer“ auf. Geplant war ein Sondergebiet für Kultur, Beherbergung, Sport und Einzelhandel. In den Folgejahren wurde ein detailliertes Konzept mit dem Schwerpunkt der Gewerbeansiedlung erarbeitet. Nachdem es sich abzeichnete, dass eine Sanierung der Stadthalle nicht möglich war, wurde 2009 bezüglich eines Ersatzgebäudes eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gege-ben. 2012 folgte dann ein Architektenwettbewerb.

Die Gestaltung und zukünftige Nutzung orientierte sich laut Vossler an den Erfordernissen der Stadt sowie deren Stärken und Schwächen. Die Nutzungsanforderungen ergaben: einen Veranstaltungssaal mit ca. 650 Plätzen, einen kleinen Proben- und Veranstaltungssaal, einen Chorsaal, ein Besucherfoyer sowie einen Hinterbühnenbereich mit Künstler-/Produktionsräumen. Das Architekturbüro Henn aus München erhielt schließlich den Zuschlag – es gab 20 Mitbewerber. In den folgenden Jahren begann, so Vossler, die aufwendige Planungsphase und Überzeugungsarbeit im Gemeinderat und in der Bürgerschaft. 2014 erteilte die Stadt die Baugenehmigung für das zwölf Millionen-Projekt. Bezüglich der Finanzierung konnte Bürgermeister Klaus Kornberger vier Millionen Euro – den höchsten Zuschuss, den die Stadt jemals für ein Projekt erhalten hat – aus Berlin mitbringen, weitere zwei Millionen Euro schoss das Land zu. Die Stadt selbst musste 4,2 Millionen Euro aufbringen. Der Rest kam aus privaten Spenden, der In-dustrie, vom Main-Tauber-Kreis und aus einem Ausgleichsstock.

Am 19. Mai 2017 war laut Vossler „der erste ersehnte Spatenstich“. Die Namensfindung oblag der Bürgerschaft. Hier blieben am Ende „Auditorio Weikersheim“ und „Tauberphilharmonie Weikersheim“ übrig. Die Galaeröffnung fand am 14. September 2019 statt. Bereits jetzt zeichne es sich ab, meint Vossler, dass die neue „Tauberphilharmonie“ von der Öffent-lichkeit „gern angenommen wird“. Seit der Eröffnung konnte man bereits „über 21 000 Besucher zählen“. Eng verbunden mit der Philharmonie ist die „Jeunesses Musicales Deutschland“. Sie ist ein so genannter Ankermieter und belegt 120 Tage pro Jahr. Vossler sagte abschließend: Der Kulturstandort Weikersheim sei mit dem Bau gefestigt worden.

Zur Vollendung des westlichen Tauberufers sei in der Nachbarschaft ein dringend benötigtes Hotel geplant. Bereits heute könne man feststellen: Die Tauberphilharmonie sei ein Erfolgsprojekt, wie auch die Kritiker unumwunden zugeben müssten. fdp

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