Bad Mergentheim

„Der Natur auf der Spur“ Eindrucksvoller Bildervortrag mit dem Naturfotografen Holger Schmitt

Bildhafter „Spaziergang“ durch das Jahr

Archivartikel

„Der Natur auf der Spur“ lautete der Titel eines eindrucksvollen Bildervortrags im sehr gut gefüllten Kleinen Kursaal. Referent war Naturfotograf und Journalist Holger Schmitt.

Bad Mergentheim. In der Veranstaltung, die von der Naturschutzgruppe (NSG) Taubergrund in Kooperation mit der Kurverwaltung präsentiert wurde, zeigte Schmitt Naturfotos aus dem Kurpark und dem Schlosspark sowie aus der Umgebung.

„Explosionsartig“

Passender als in diesen Frühlingstagen, in denen sich die Natur schier „explosionsartig“ entwickelt hat sowie es auch in den Bad Mergentheimer Gärten, Parks und Anlagen überall farbenfroh blüht, hätte der Termin für Holger Schmitts Bildervortrag kaum sein können.

„Das Thema passt zudem gut zu unserem Jahresthema Artenvielfalt und Ernährung“, hob der NSG-Vorsitzende Josef Gulde zur Begrüßung hervor.

„Wir alle können mit unserem Lebens- und Konsumverhalten dazu beitragen, die Natur zu erhalten“, betonte er. „Schützen, hegen und pflegen“ habe sich die NSG daher als Ziel gesetzt.

Beginnend im Winter und Frühjahr, führte Schmitt in einem bildhaften „Spaziergang“ durch die Jahreszeiten der Natur.

Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse, Märzenbecher, Blausterne, Veilchen, Anemonen, Lärchensporn, Wilde Tulpen, Wiesenschaumkraut, Kirschblüte und Bärlauch – viele dieser Pflanzenarten seien auch im Kur- und Äußerem Schlosspark oder in der Umgebung um die Große Kreisstadt Bad Mergentheim zur frühen Jahreszeit zu finden, ebenso etwas oder reichlich später zum Beispiel Maiglöckchen, Königskerzen, blühender Lavendel und Kornblumen.

Gleichsam im Frühling sowie im weiteren Jahresverlauf gebe es zahlreiche Vogelarten wie Schwanzmeise, Kleiber, Gartenbaumläufer, Distelfink Dompfaff, Star, Grünspecht, Meisen, Eichelhäher, Eichhörnchen, Blesshühner, Heckenbraunelle, Tannenmeise, Erlenzeisig, Kernbeißer, Dompfaff und Rotkehlchen. Wichtig sei es, alte Obstbäume stehen zu lassen, um Nistmöglichkeiten für Vögel zu bieten, wies Schmitt hin. Ebenfalls teilweise beide Parks sowie andere Orte um Bad Mergentheim bieten Nahrung für allerlei Insektenarten wie etwa der Wildbiene und verschiedenen Schmetterlingen. Zu diesen zählten unter anderem Schachbrettfalter, Kleiner Fuchs, Pfauenauge, Bläulinge sowie der auf Wiesenschaumkraut fixiert Aurorafalter oder der Admiral, der insbesondere in den Schlehenhecken wie etwa am Ketterberg Nahrung finden könne. Wie Schmitt einhergehend berichtete, habe ihm der verantwortliche Gärtner des Kurparks versichert, dass in diesem keine giftigen Herbizide und Pestizide eingesetzt würden. Insofern wirke sich dies auch positiv auf die Vielfalt und Anzahl an Insekten aus. Einen besonderen Schatz im Mühlkanal beim Schlosspark bezeichnete Schmitt die relativ seltenen Blauflügel-Prachtlibellen. Als weitere Tierarten in den Parks zeigte er Aufnahmen unter anderem von Enten und Eichhörnchen.

Darüber hinaus präsentierte er ebenfalls Eindrücke aus der näheren und etwas weiteren Umgebung, beispielsweise Magerwiesen mit Küchenschellen im Vorbachtal oberhalb von Laudenbach, Orchideen wie Helmknabenkraut, Frauenschuh, Kleines Waldvögelein und Vogelnestwurz an verschiedenen Standorten sowie Steinriegellandschaften im Vorbachtal. Speziell auch die Steinriegel böten für die Tiervielfalt besonders begünstigende Lebensräume, berichtete Schmitt. Viele der gezeigten Pflanzen- und Tierarten seien jedoch von starken Rückgängen betroffen.

Ein Stück Meditation

„Wichtig ist, dass der Mensch in der Natur lebt“, betonte er. Dies gelte ganz speziell auch für Kinder und Jugendliche, um die Natur näher kennen und schätzen zu lernen. Er habe sehr viel Ausgeglichenheit in der Natur empfunden, erzählte der Referent. Die Naturfotografie sei für ihn auch ein Stück Meditation.

In einem weiteren Teil seiner Bilderpräsentation zeigte Schmitt Beispiele für Arbeiten und Aktivitäten der NSG Taubergrund wie die Pflege von Biotopen, der Schnitt und die Pflege von Kopfweiden sowie die Aktion „Storchennest“.

Abschließend präsentierte der Naturfotograf eine „Flugshow“ mit ebenfalls sehr beeindruckenden und faszinierenden Fotos von Vögeln im Flug, die Schmitt mit äußerst geringen Belichtungszeiten aufgenommen hatte.

Im Anschluss daran hatten die Besucher Gelegenheit für Fragen zur Natur oder zu Tipps für Fotoaufnahmen.