Bad Mergentheim

Motorsportclub Bad Mergentheim Ausflug nach Teneriffa begeisterte / Historische Stätten besucht

Brodelnde Vulkane und schwarze Strände

Archivartikel

Bad Mergentheim.„Wenn du nach Afrika fährst und dort rechts abbiegst, kommst du hin!“, das war die Antwort auf die Frage eines 14-jährigen Jungen: „Wo liegt eigentlich Teneriffa?“ Allerdings sind sie nicht gefahren, sondern geflogen: 43 Reiselustige vom Motorsportclub Bad Mergentheim. Im Norden der Insel Tenerife, in Puerto de la Cruz, war das Standquartier für eine Woche. Von dort aus wurde die Insel umrundet und erkundet.

Durch Vulkanismus ist sie entstanden und geprägt. Das dominierende Baumaterial ist roter und schwarzer Basalt. Außerdem gibt es viele helle Felswände aus fester Bimssteinasche, in die in historischer Zeit Wohnhöhlen gegraben wurden. Die meist schwarzen Strände bestehen aus Sand oder Kieseln. 321 Vulkane gibt es noch. Der imposanteste, der Teide, ragt fast 4000 Meter auf. Eine Gondelbahn brachte die Gruppe auf 3500 Meter Höhe zum Blick auf das riesige Kraterrund mit 17 Kilometern Durchmesser, aus dem vor Tausenden von Jahren der höchste Berg Spaniens und des Atlantiks emporwuchs. Das Land ist durch einen Gebirgszug klimamäßig geteilt. Der Süden ist trocken und heiß. An den Küsten sammeln sich vor allem die Badegäste. Mit Staunen fuhren die deutschen Besucher an den Bettenburgen und Quartieren der Superreichen vorüber, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind. Der Norden ist kühler, feuchter und fruchtbarer. Überall aber sieht man Bananenplantagen mit den kleinen Fruchtständen. Oft werden auch Tomaten und Avocados angebaut.

An der Küste entlang reihen sich die Orte. Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife, ihre Vorgängerin, La Laguna und der Wallfahrtsort Candelaria, Puerto de la Cruz. Wiederum etwas höher liegt La Orotava mit seinem repräsentativem Rathaus und Kloster. Sobald der Bus sich von der Küste entfernte, fuhr er in atemberaubenden Serpentinen bergan, beispielsweise auf das Anaga-Gebirge im Nordosten, die feuchteste Ecke der Insel mit Lorbeerwald. Danach wieder abenteuerlich bergab nach Taganana mit traumhaften Blicken in tiefe Taleinschnitte und auf das Meer. Neben vielen anderen exotischen Gewächsen unterwegs wurde der Drago, der Drachenbaum, bewundert, 400 bis 600 Jahre alt und aus vielen einzelnen Pflanzen bestehend.

Lava wälzte sich ins Dorf

Auch heutzutage könnte ein Vulkanausbruch Menschen gefährden (der letzte war 1909). Von der Straße hoch über der Küste hatte man einen herrlichen Blick auf den kleinen Ort Garachico. Vor gut 300 Jahren wälzte sich mitten in der Nacht ein Lavastrom in dessen große Bucht. Die Bewohner entkamen unversehrt, bevor ein zweiter Lavafluss das Dorf verschlang. Auf einmal war die Hafenbucht verschwunden.