Bad Mergentheim

DLRG-Bezirk Tauber Seiltechnik-Lehrgang an der Tauber, im Wildpark und an einem Parkhaus / Retter aus Baden-Württemberg, Hessen und Bayern üben gemeinsam

Brückengeländer dient als Balkon

Bei einem DLRG-Lehrgang in Bad Mergentheim übten 27 Strömungsretter unter anderem das Abseilen und die Sicherung an einem Schräghang.

Bad Mergentheim. Der Lehrgang Absturzsicherung des DLRG-Landesverbands Württemberg fand nun in Bad Mergentheim statt. Teilnehmer des LV sowie vom Chiemsee übten drei Tage lang das Begehen von Bereichen, in denen sie abstürzen könnten. Dies sieht folgendermaßen aus: Ein Strömungsretter geht beziehungsweise klettert im Gurt, zwei weitere Kameraden sichern durch ein Seil. Im Falle eines Sturzes halten die beiden Sicherungsleute über das dynamische Seil ihren Kameraden.

Dieses Szenario kann erforderlich sein, wenn in einer Hochwasserlage exponierte Bereiche erreicht werden müssen. Dort angekommen baut der sog. Vorsteiger dann wiederum die Sicherung (mittels Seil) für weitere Kräfte auf. So kann ein Trupp Strömungsretter Bürger aus überfluteten Gebäuden evakuieren. Für den Strömungsretter-Lehrgang „Modul Seiltechnik“ hatten sich 27 Teilnehmer aus Württemberg, Baden, Hessen und Bayern angemeldet.

Zur Wiederholung genutzt

Das Modul Seiltechnik kann unmittelbar nach bestandenem Strömungsretter-Lehrgang (SR) besucht werden. Entsprechend hatte der Großteil der Teilnehmer erst in den letzten Monaten einen SR-Lehrgang besucht. Daneben gab es aber auch erfahrene Strömungsretter, die das Angebot zur Wiederholung nutzten.

Insgesamt 19 Unterrichtseinheiten umfasste das Wochenende. Zu erwähnen sind vor allem die großen Themen wie Abseilen, einfache Schräghangsicherung, Flaschenzüge sowie Flachseilbrücke. Geübt wurde an verschiedenen Objekten unter Anleitung von fünf Referenten. Der Lehrgang begann am Samstagmorgen auf dem Gelände des Wildtierparks Bad Mergentheim. Danach folgten eine Wiederholung und Erweiterung von Knotenwissen, die theoretischen Grundlagen beim Bau von Seilzügen, und die Erklärung der Materialeigenschaften der einzelnen Ausrüstungsteile. Nach dem Mittagessen wurden Gruppen gebildet. Diese durchliefen nacheinander zwei Stationen. Hierzu zählte der Übungsturm, an dem abgeseilt werden musste. Die Abseilstelle wurde durch die Teilnehmer eigenhändig unter den Augen der Ausbilder aufgebaut. Die zweite Station widmete sich der einfachen Schräghangsicherung. Wenn beispielsweise ein Patient mit dem sogenannten Rettungsmittel „Raft“ über einen Hang nach oben verbracht werden muss, gibt dieses Standardverfahren den Rettern die nötige Sicherheit, um eine Korbtrage einzusetzen.

Am Abend wurden dann beide Übungsszenarien wieder abgebaut. Bei Lagerfeuerromantik, begleitet vom Wolfsgeheul des Wildparkrudels wurde der Tag beendet. Am Sonntagmorgen standen zwei Evakuierungsübungsstationen auf dem Lehrplan. An der Tauber wurde wieder das Raft in die Übungen eingebaut. Die Strömungsretter bauten eine „Flachseilbrücke“, an der ein Raft von Ufer zu Ufer befördert werden kann. Somit lässt sich bei extremem Hochwasser oder bei einem punktuellen Starkregenereignis schnell eine größere Personengruppe aus einem Gefahrengebiet evakuieren. In der zweiten Situation diente das Geländer einer Autobrücke als Balkongeländer. Es galt, mit dem Raft dorthin zu fahren, um einen „Bürger“ von seinem Balkon zu retten. Dazu musste eine Leiter auf ein schwankendes Raft gestellt, was nicht einfach war. Die Gruppen nutzten unterschiedliche Techniken, um an ihr Ziel zu gelangen. So konnte die effizienteste Methode herausgefunden werden.

Am Nachmittag kamen die Gruppen in ein Parkhaus. In dem weitläufigen Gebäude wurde abermals das Abseilen trainiert, diesmal an der Fassade. Dazu wurde die Eisenstruktur des Gebäudes genutzt. Zusätzlich wurden an der Brüstung unterschiedliche Möglichkeiten demonstriert, um Ankerpunkte, für unterschiedliche Seilaufbauten zu errichten. Anschließend konnten die Ausbilder allen Absolventen die Urkunde zum „Modul Seiltechnik“ aushändigen. CM