Bad Mergentheim

Auszeichnung Urkunde von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier erhalten / Andere Frauen ermutigen

Conny Lehr ist „Vorbild-Unternehmerin“

Archivartikel

Markelsheim.Eine weitere Auszeichnung erreichte jetzt Conny Lehr vom Jakobshof in Markelsheim in Form einer von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier unterzeichneten Urkunde.

Die Jury von „Frauenunternehmen“, einer Initiative des Bundesressorts, hat sie und weitere 23 Frauen ausgewählt, im Namen des Ministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ehrenamtlich in Schulen und Hochschulen sowie bei regionalen Aktivitäten für weibliches Unternehmertum zu werben.

Damit gehört sie zu dem Kreis der mittlerweile über 180 engagierten „Vorbild-Unternehmerinnen“ in Deutschland. Das BMWi hat im Jahr 2014 diese Initiative ins Leben gerufen. Ziel von „FRAUEN unternehmen“ ist es, Frauen über Vorbilder zur beruflichen Selbständigkeit zu ermutigen und Mädchen für das Berufsbild „Unternehmerin“ zu begeistern.

Die Vorbild-Unternehmerinnen unterstützen die Initiative, indem sie ihre Inspiration und Leidenschaft weitergeben. In Veranstaltungen mit Schülerinnen, Auszubildenden, Studentinnen und Hochschulabsolventinnen sowie mit weiteren gründungsinteressierten Frauen berichten sie über Chancen und Anforderungen der beruflichen Selbständigkeit und geben einen realistischen und sehr persönlichen Einblick in ihren unternehmerischen Alltag.

„Als ich vom Ministerium gefragt wurde, ob ich mich bewerben möchte, habe ich gerne zugesagt“, erzählt Conny Lehr, die zusammen mit ihrem Mann Thomas einen ehemals rein landwirtschaftlichen Betrieb zum breit aufgestellten Unternehmen mit Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus erfolgreich umstrukturiert hat. „Ich liebe Herausforderungen und bin offen für alles Neue.“

Im Bewerbungsverfahren wurde unter anderem nach der Größe des Unternehmens, der Art der Selbstständigkeit, nach Aufbau und Führung des Betriebs sowie Motivation und Engagement gefragt.

Es ging einige Zeit ins Land, bis ein Anruf vom Ministerium kam mit einigen Rückfragen zu ihrer Bewerbung. „Da war ich gerade beim Rebschnitt im Weinberg“, erinnert sie sich. „Was Sie alles machen“, habe sich die Anruferin beeindruckt gezeigt. „Davon haben Sie ja nur die Hälfte geschrieben.“ Einige Wochen später kamen nun der Bescheid und die Urkunde vom Ministerium.

Konkrete Termine hat Conny Lehr noch nicht fixiert, doch bereits jetzt erhält sie Einladungen zu Regionaltreffen und Veranstaltungen in Schulen und Hochschulen.

„Vorbild-Unternehmerinnen“ übernehmen ehrenamtlich zwei bis vier Termine pro Jahr. Sie sind eigeninitiativ tätig, nehmen selbst Kontakt zu in Frage kommenden Veranstaltern auf oder laden die Zielgruppe der Initiative in ihr Unternehmen ein.

„Ich muss mich erst einmal einlesen, Treffen besuchen und ein paar Telefonate führen, bevor ich starten kann“, sagt Conny Lehr.

„Auf jeden Fall werde ich mir für das nächste Jahr ein paar Tage freihalten“. Rückenstärkung erhalte sie dabei von ihrer Familie. Der Einstieg in die Materie soll behutsam erfolgen, „denn ich will Qualität liefern.“ Als Plattform wählt sie zunächst die Landfrauenvereinigung in der Diözese Rottenburg, in der sie bereits stark engagiert ist.

„Ich nehme jede Gelegenheit wahr, zu zeigen, dass Landwirte durfte Typen sind“, will sie mit Engagement und Freude an ihre neue Aufgabe gehen.

„Mein Ziel ist es zu zeigen, dass man auch aus der Landwirtschaft heraus viele Dinge bewegen und ich auch als ehemalige Bäuerin ohne Uni-Abschluss viel erreichen kann. Unsere Natur und die Dörfer wären nicht so schön, würden wir sie nicht pflegen und mit ehrenamtlicher Initiative füllen“, ist sie überzeugt.

Als Unternehmerin, als welche sie sich tatsächlich fühle, könne sie im Rahmen der BMWi-Initiative in Schulen und Vereinen viel bewegen, ist sie sicher. „Der Strukturwandel in der Landwirtschaft wird sich fortsetzen – und wir dürfen den Anschluss nicht verpassen“. tom