Bad Mergentheim

VBE Bildungspolitische Diskussion mit CDU-Poltiker Reinhart

Den Ethikunterricht zur Werteerziehung ausweiten

Archivartikel

Bad Mergentheim.Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), Kreisverband Hohenlohe-Franken, hatte eine bildungspolitische Diskussionsrunde organisiert, bei der der CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Landtagsfraktion Professor Dr. Wolfgang Reinhart die bildungspolitischen Positionen der Landesregierung deutlich machte.

Zunächst berichtete Reinhart über die aktuelle Bildungspolitik der Landesregierung. Dabei standen insbesondere Themen wie Lehrerausbildung, Ausbau praxisnaher Fortbildungsangebote, Lehrermangel, Sicherung der Unterrichtsqualität, Digitalisierung, Fördermittel für Schulsanierungen sowie die zukünftige Entwicklung der Sekundarstufe auf der Tagesordnung. Bei der Diskussionsrunde konnten alle Teilnehmer Fragen an den Politiker stellen. Die anwesenden Schulleiter und Lehrkräfte bewegte unter anderem die Frage der personellen Versorgung vor allem an Grundschulen, die steigende Arbeitsverdichtung durch Verwaltungsaufgaben für Schulleitungen und Lehrkräfte sowie Fragen zu finanziellen Einschnitten bei der Beamtenversorgung.

Digitalisierung „zögerlich“

Die stellvertretenden VBE-Kreisvorsitzenden Simon Kurfeß und Heiko Knebel beklagten die zu zögerlich vorangehende Digitalisierung während Vorstandsmitglied Florian Frank die Probleme beim „horizontalen Laufbahnwechsel“ anprangerte, bei dem Lehrkräfte die Möglichkeit eingeräumt bekommen, durch zusätzliche Qualifizierungen an anderen Schularten unterrichten zu können. „Immer mehr Schüler, auch an Grundschulen, besuchen keinen Religionsunterricht mehr, der vor allem zur Vermittlung von Werten und Normen beiträgt“, hob Vorstandsmitglied Mirjam Wülk hervor. „Deshalb ist die Ausweitung von Ethikunterricht für die Werteerziehung enorm wichtig und notwendig“. Sebastian Lutz, Geschäftsführer des Kreisverbands, appellierte an den Politiker, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit alle „Pädagogen“ nach A13 besoldet werden können. „Lehrer leisten – egal an welcher Schulart – die gleiche Arbeit, werden aber dafür unterschiedlich bezahlt. Diese Ungleichbehandlung gehört umgehend korrigiert“. Des Weiteren ging Thomas Weniger auf die Probleme bei der Besetzung von Schulleiterstellen ein, er beklagt, es werde zunehmend schwieriger, gute Bewerber zu finden. Die Gründe seien vielschichtig. Keine angemessene Besoldung bei Schulleitungen für Grundschulen und zu wenig Anrechnungsstunden für Aufgaben der Rektoren.

Thomas Weniger, der die Gesprächsrunde leitete, würdigte die ergiebigen Informationen durch Reinhart sowie die sachliche Diskussion und den informellen Austausch.

Der Berufsverband VBE ist für Lehrer, Erzieher aller Schularten, pädagogische Assistenten sowie anderer im Bereich der Bildung und Erziehung tätig. veb