Bad Mergentheim

American Football Das Wolfpack aus Bad Mergentheim schlägt sich gegen den Oberliga-Meister achtbar, kann aber eine 21:28-Heimniederlage nicht verhindern

Den Meister bis zum Schluss voll gefordert

Archivartikel

Bad Mergentheim Wolfpack – Silver Arrows Stuttgart 21:28

(14:14, 7:7, 0:7, 0:0)

Die Punkte fürs Wolfpack erzielten: Danny Dorotik (9), David Herrick (6) und Da Ronte Smith (6). Zuschauer: 510.

Ein begeisterndes Footballfest erlebten die 510 Fans beim Finale der Oberligasaison im Deutschordenstadion. Am Ende behielt die Meistermannschaft aus Stuttgart mit 28:21 zwar knapp die Oberhand, doch hat das Wolfpack deutlich gezeigt, dass das Team in der Lage ist, ganz oben mitspielen zu können.

Schon der erste Spielzug der Silver Arrows zeigte auf, wo es an diesem Tag beim Wolfpack hapern wird. Nach einem missglückten Rückwärtspass fiel der Ball fällt auf den Boden, gleich vier Wolfpack-Defender stürmten heran, dennoch schaffte es ein Stuttgarter Passspieler irgendwie, das „Lederei“ über 30 Yards zu dem nun frei stehenden Receiver Steigerwald zu platzieren. Einen Spielzug später standen die Gäste bereits in der Redzone und im dritten Versuch gab es die ersten Punkte (0:7, Extrapunkt gut).

Die Wolfpack-Offense antwortet mit Laufspiel, zunächst über Ferdinand Bornemann, dann über Quarterback Da‘Ronte Smith selbst. Beim First Down an der gegnerischen 40-Yard-Line folgt ein Pass auf Maximilian Ludwig, der ihn allerdings nicht festhalten konnte. Danny Dorotik reagierte am schnellsten, fingt den gedropten Ball auf und lief über die restlichen 20 Yards in die Endzone (7:7, Extrapunkt Dorotik).

Schon im ersten Versuch gelingt den Silberpfeilen das nächste „Big-Play“, wiederum mit einem weiten Pass auf Steigerwald, der den Ball sicherte und über 40 Yards in die Endzone davonlief (7:14).

Ein hervorragender Kick-Off-Return von Adam Coronado brachte anschließend das Wolfpack in eine gute Angriffsposition in der gegnerischen Hälfte. Und schon im zweiten Versuch gab es den nächsten Touchdown: Einen 45-Yards-Pass von Smith auf David Herrick trug dieser die letzten 5 Yards zum Ausgleich (14:14, Extrapunkt Dorotik).

Im zweiten Viertel erschwerten zahlreiche Flaggen vor allem aufseiten des Wolfpack den Spielfluss. Wechselseitige Punts lösten sich ab, bis es wieder den Gästen gelang, dieses Mal durch deren Quarterback, die Goalline zu überlaufen (14:21, Extrapunkt gut).

Dieser abermalige Rückstand schien eine erneute Initialzündung zu sein. Smith returnierte den Kick-Off gekonnt, passte danach auf Mirco Lauble für 25 Yards und erlief selbst den fälligen Touchdown über 45 Yards, indem er sieben Gegner „austanzte“ (21:21, Extrapunkt Dorotik). Weitere Punkte gab es bis zur Halbzeitpause nicht. Dafür glänzte die Wolfpack-Defense immer wieder, unter anderem mit einem Quarterback-Sack durch Martez Reaves.

Im dritten Viertel taten sich die Angriffsreihen deutlich schwerer, da sich die Verteidigerformationen besser auf den Gegner eingestellt hatten. Nach einem Punt der Wolfpack-Offense war es wieder ein weiter Pass auf Steigerwald, der letztlich die Entscheidung brachte, denn schon wenige Spielzüge später erhöhte Stuttgart mit einem Quarterback-Sneak zum 21:28 (Extrapunkt gut).

Im Schlussviertel gelang es schließlich keinem der beiden Teams, entscheidend in die „Redzone“ vorzudringen. Zu stark dominierten jetzt die Defenses. Auf Wolfpack-Seite glänzten Benny Baumann mit einer gefangenen Interception sowie Felix Habeck und Matez Reaves mit Quarterback-Sacks. Doch auch solche Aktionen konnten nicht verhindern, dass Stuttgart durch Laufspiel geschickt Zeit von der Uhr nahm und so den Sieg über die Runden brachte.

Im Parallelspiel drehten die Tübingen Red Knights wenige Sekunden vor Schluss das Spiel in einen Erfolg und beendeten damit auch die letzte Chance des Wolfpack auf den Relegationsplatz. Dennoch gab es am Ende des Tages und der Saison nur strahlende Gesichter. Nicht nur beim Meister, der im Anschluss von Liga-Obmann Axel Rudolf den Pokal überreicht bekam.

Auch bei den Wölfen herrschte Freude über die insgesamt hervorragende Saison, die „viel Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft gibt“, so Vorstand Klaus Volkert, der ergänzend bemerkte: „Immerhin haben wir gegen das unbestritten beste Team der Liga die meisten Punkte gescored.“ kv