Bad Mergentheim

Umfrage Schüler von Politik enttäuscht / Mehr Präsenz in den Medien gewünscht / Jugendliche organisierten Demo selbst

Deutschlands Nachwuchs macht sich Sorgen um die eigene Zukunft

„Oma, was ist ein Schneemann?“ steht auf dem Schild von Mina. „Ich kann mir gut vorstellen, dass unsere Enkel das einmal fragen, wenn wir Großeltern sind“, sagt die 14-Jährige. „Soweit darf es nicht kommen.“

Von der Politik ist die Schülerin aus Weikersheim enttäuscht. „Die Politiker sagen immer, wir sollen das den Wissenschaftlern überlassen. Aber die machen ja irgendwie auch nichts. Darauf muss man doch aufmerksam machen.“

„Wir haben uns heute morgen vor der Schule getroffen und die Plakate gebastelt“, erzählt Eduard Jankowoi (Bild). „Es muss sich etwas ändern und wir wollen der älteren Generation zeigen, dass uns das nicht egal ist“, sagt der 19-jährige Schüler der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim.

Von der Anzahl der demonstrierenden Schüler ist er begeistert: „Meine Eltern meinten, dass in Bad Mergentheim vielleicht zehn oder 15 Leute kommen, da haben sie sich wohl geirrt.“

„Es wird Zeit, das Thema Klimaschutz in den Medien endlich präsenter zu machen“, findet Justus Nase (Bild, Mitte), „total unnötige Themen bekommen da viel mehr Raum“. Der 16-jährige Weikersheimer hat das Event mitveranstaltet und kann den Unmut über das „Schulschwänzen“ nicht verstehen. „Wir sind stolz darauf, in Deutschland ein so gutes Bildungssystem zu haben und gerade deswegen ist es ein so starkes Zeichen, dieses für ein paar Stunden auszusetzen.“

„Durch Medienpräsenz auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen ist wichtig“, sagt Lukas Hautzinger (Bild) aus Tauberbischofsheim, „sozusagen als Druckmittel“. Vonseiten der Schule seien sie eigentlich kaum unterstützt worden, erzählt der 17-jährige Schüler der Gewerblichen Schule. „Es wird zwar mehr oder weniger befürwortet. Aber eigentlich machen die Lehrer eben weder was dafür, noch was dagegen“. Trotzdem habe sich ihm etwa ein Drittel seiner Klasse angeschlossen.

„Es ist unsere Zukunft, für die wir hier demonstrieren“, sagt Giulia. „Dafür sind wir extra aus Weikersheim mit dem Bus und Zug hierher gekommen.“ Die Schulleitung des Gymnasiums habe das Vorhaben der Schüler unterstützt, freut sich die 14-Jährige. „Wir mussten nur eine Entschuldigungen von unseren Eltern mitbringen, dann war das okay.“

Um alle Schüler nach Bad Mergentheim zu bekommen, sei dann zusätzlich ein eigener Bus organisiert worden. des/Bilder: Schneider