Bad Mergentheim

Projekt „Klasse Azubis“ FN-Schreibwerkstatt für rund 40 Auszubildende an der Kaufmännischen Schule in Bad Mergentheim

Echte Nachrichten statt „Fake News“

„Was bringt es, Zeitung zu lesen?“. Mit dieser Frage beschäftigte sich die FN-Schreibwerkstatt im Rahmen des Projekts „Klasse Azubis“ an der Kaufmännischen Schule in Bad Mergentheim.

Bad Mergentheim. Die Medien- und Sprachkompetenz junger Menschen nachhaltig zu fördern ist Ziel des Projekts „Klasse Azubis“, das die Fränkischen Nachrichten gemeinsam mit ihren Partnern verfolgen.

Will man die immer größer werdende Flut an Nachrichten und Meldungen, die täglich auf uns einströmen, sinnvoll kanalisieren, gewichten und etwa auf ihren Wahrheitsgehalt bewerten, benötigt man unterschiedliche Fähigkeiten. Textverständnis etwa und Urteilsfähigkeit, aber auch Allgemeinbildung und vernetztes Denken.

Ein Jahr digitale Zeitung

Talente, die auch im Berufsleben mehr und mehr gefordert sind. Die Initiative „Klasse Azubis“, die genau diese Kenntnisse fördert, ist an junge Menschen in der Ausbildung gerichtet. Ein Jahr lang können sie per Smartphone, Tablet oder PC auf die digitale Ausgabe der Fränkischen Nachrichten zugreifen. So können sich die Jugendlichen über Ereignisse auf lokaler und regionaler, aber auch auf nationaler und internationaler Ebene informieren.

Eine der wichtigen Fähigkeiten, die das Projekt bei den Jugendlichen herausbilden will, ist es, die Qualität eine Nachricht zu beurteilen. In Zeiten von „Fake News“, so erfuhren die Schüler bei der FN-Schreibwerkstatt, ist es immer wichtiger, das Handwerkszeug zu haben, um richtige von falschen Meldungen zu unterscheiden.

Zwei Klassen, die Kaufleute im Groß- und Einzelhandel (W 1 KG 2) und die Industriekaufleute (W 1 KI 2), insgesamt rund 40 Schülerinnen und Schüler, nahmen mit ihrer betreuenden Lehrerin Bettina Kraft und unterstützt vom Abteilungsleiter der Berufsschule, Gottfried Gunzenhauser, an der Schreibwerkstatt teil.

„Freude am Beruf“ vermitteln

Geleitet wurde sie von den beiden FN-Redakteuren Melanie Müller und Marcel Sowa, deren Ziel es unter anderem war, „Euch unsere Freude an unserem Beruf zu vermitteln“.

Marcel Sowa, der Journalismus als ein Handwerk bezeichnete, dass der Aufklärung und der Meinungsbildung dient, gab zunächst einen kurzen Einblick in die abwechslungsreiche und herausfordernde Arbeit eines Journalisten. Selbstständig erarbeiteten die Jugendlichen dann die Frage: „Was bringt es, Zeitung zu lesen?“. Die Antworten waren vielfältig und reichten über eine größere Allgemeinbildung, bessere Information, Mitreden können, Vermeiden von „Fake News“, die Möglichkeit, Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten, eine verbesserte Ausdrucksweise und Rechtschreibung bis hin zur Unterstützung bei der Meinungsbildung.

Auch Schulleiter Gottfried Gunzenhauser schlug eine Lanze für das regelmäßige Zeitung lesen: „Wenn ihr Interesse an der Welt, am Leben und am Geschehen in Eurem Umkreis habt, sozusagen von den Kleintierzüchtern bis zum amerikanischen Präsidenten, lest Zeitung!“, riet er seinen Schülern. Melanie Müller informierte anhand eines aktuellen Beispiels über die Gefahren von „Fake News“ und wies auf die „Fünf Ws“ hin, die als Basis jedes Artikels dienen sollten: die Fragen nach dem „Wer, Was, Wann, Wo und Warum“. Anschließend hatten die Schüler die Aufgabe, eine Polizeimeldung so umzuformulieren – im Journalistenjargon spricht man hier vom „redigieren“ – dass sie gleichzeitig informativ und spannend ist.

Zum Abschluss erfuhren die Schüler noch mittels eines kurzen Films weitere Einzelheiten über das Projekt „Klasse Azubis“.