Bad Mergentheim

Land und Leute Nadine Wiener engagiert sich seit 15 Jahren ehrenamtlich im Tierheim / Zurzeit kümmert sie sich um Owtscharka Peter

Ein riesen Hund mit einer riesen Angst

Archivartikel

Nadine Wiener hat ein großes Herz für Vierbeiner. Seit 15 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich im Tierheim. Tochter Laura unterstützt sie dabei.

Bad Mergentheim/Igersheim. Kaukasische Owtscharkas sind russische Hütehunde. Ein erwachsener Rüde kann bis zu 90 Kilogramm auf die Waage bringen. Als Herdenschutzhunde sind die Vierbeiner typischerweise selbstbewusst, territorial und mitunter angsteinflößend. „Das hat Peter jedoch niemand geflüstert“, lacht Nadine Wiener. Sie engagiert sich bereits seit 15 Jahren ehrenamtlich im Tierheim Bad Mergentheim. Der Owtscharka Peter ist zurzeit ihr Sorgenkind. Denn das riesige Tier hat gleichzeitig riesige Angst.

Auf den Hund gekommen

Doch von Anfang an: Auf den Hund kommt Nadine Wiener 2004. Da beginnt sie, sich ehrenamtlich im Tierheim zu engagieren. Damals kümmert sie sich um den schwarzen Labradormischling Gaya. Verspielt und ständig aktiv sei die Hündin gewesen, außerdem habe sie über einen ausgeprägten Jagdinstinkt verfügt. „Besonders berührt hat mich damals ihre Verletzung.“ Ein gutes dreiviertel Jahr kümmerte die Tierfreundin sich um den Hund und die Wunde, „da baut sich natürlich eine Bindung auf“. Als Gaya vermittelt war, freute sie sich unheimlich, habe es jedoch auch mit einem weinenden Auge gesehen: „Aber noch mehr mit einem Lachenden.“

Vor allem auch, weil sich nach der Vermittlung herausgestellt habe, dass der Hund unter epileptischen Anfällen leidet, habe sie den Vierbeiner auch in seinem neuen Zuhause des Öfteren besucht. In den nächsten Jahren brachte sich Nadine Wiener immer mehr im Tierheim ein, übernahm Abenddienste und auch die Öffentlichkeitsarbeit. Heute lässt sie es etwas ruhiger angehen. Aber nur etwas: Ihre volle Aufmerksamkeit widmet sie dem liebenswerten Angsthasen Peter. Ihn soweit zu bringen, dass man ihn vermitteln kann, daran arbeitet sie bereits seit einer Weile. Unterstützung bekommt sie von ihrer Tochter Laura. Die ist neun, „fast zehn“, Jahre alt, merkt sie an. Die Kleine tritt in die ehrenamtlichen Fußstapfen der Mutter, tollt mit den Tierheim-Hunden herum und ist eine fleißige Gassigeherin. Und Peter, in dessen Nähe die meisten nicht einmal kommen, „sitzt bei mir als auf dem Schoß“, sagte sie stolz. Die beiden haben noch etwas Arbeit vor sich. Nachdem sie den Owtscharka soweit gebracht haben, dass er die Schnauze überhaupt zum Spazieren gehen vor die Tür streckt, ist das nächste Ziel, ihm die Angst zu nehmen – vor Menschen und Autos. „Erst dann“, so Wiener, „geht es mit der Grunderziehung los“. Von ganzem Herzen hoffe sie, dass sich Peter jemand annimmt, wenn es soweit ist. Jedoch sollte es eine Person sein, die sich schon mit Hunden auskennt. Denn das nötige Feingefühl, bringt erst die Erfahrung. Dennoch könne sie nur mutmaßen, woher Peters immense Ängstlichkeit kommt, die sich im Übrigen ganz speziell auf Männer bezieht. Der Owtscharka sollte eigentlich als Hütehund eines Landwirtes dienen. Doch sei er der Aufgabe nicht gerecht geworden.