Bad Mergentheim

Jugendmusikschule Großes Fest zum Jubiläum in der Wandelhalle / Solistische und kammermusikalische Vorträge

Eine vier Jahrzehnte dauernde Erfolgsgeschichte

Die Jugendmusikschule aus der Großen Kreisstadt gilt als Erfolgsgeschichte. Jetzt feierte sie in würdigem Rahmen ihren 40. Geburtstag.

Bad Mergentheim. Als der Gemeinderat Bad Mergentheim 1978 den Gymnasiallehrer Erhard Rommel mit dem Aufbau einer städtischen Jugendmusikschule beauftragte, war dies der Beginn einer bis heute fortwährenden Erfolgsgeschichte. Anlass genug, den Geburtstag unter dem Motto „40 Jahre jung“ gebührend zu feiern. Dass die Jugendmusikschule neben ihrer Funktion als Ausbildungseinrichtung auch noch das gesellschaftliche Leben enorm bereichert und dies in der Bevölkerung wahrgenommen wird, zeigten die zahlreichen Besucher in der Wandelhalle.

Eröffnet wurde das Konzert mit einem Kinderstreichtrio unter Mitwirkung von Anton Lehle, ehe der Leiter der Jugendmusikschule, Hubert Holzner, die Zuhörer begrüßte. Sein Dank gelte, so Holzner, dem Gemeinderat, der es ermöglicht habe, eine bis heute prosperierende Musikschule auf den Weg zu bringen. Einzigartig und richtungsweisend sei es gewesen, dem damaligen Schulmusiker des DOG, Erhard Rommel, den Aufbau der Musikschule zu übertragen. Die Folge hieraus sei gewesen, dass die Zusammenarbeit von städtischen Schulen und der Jugendmusikschule von Anfang an gut funktioniert habe, wie zahlreiche gemeinsame Ensembles und Projekte zeigten. Besonders die Orchester im symphonischen Bereich, die Blasorchester-AG und die Vorbereitung der Vorspiele im Musikprofil und Neigungsfach Musik seien hier zu nennen.

Aktive Mitstreiterin

In Uta Obermayer habe Erhard Rommel eine aktive Mitstreiterin an seiner Seite gehabt. Seinem Vorgänger Volker Burkhart oblag es, den Elementarbereich auszubauen. Ein besonderes Anliegen war diesem, so Holzner, die Initiierung des Landesprogramms „Singen, bewegen, sprechen“, das bis heute großen Zuspruch finde. Im Zuge der sich ständig weiterentwickelnden Musik habe mittlerweile auch der Bereich Rock-Pop-Jazz in der Jugendmusikschule erfolgreich Einzug gehalten. Bemerkenswert sei auch, dass bereits seit Jahren der Bläser- und Schlagzeugernachwuchs der Musikkapellen von der Jugendmusikschule ausgebildet werde.

Die nach den Begrüßungsworten vom Blockflöten-Ensemble unter Leitung von Tina Zaß dargebotenen Werke von Carl Maria von Weber bis Marge Hall begeisterten die Zuhörer ebenso wie die weiteren, zwischen den einzelnen Redebeiträgen am Klavier, mit Violinen, Querflöten und Klarinetten von den Schülern der Jugendmusikschule vorgetragenen Musikstücke.

Wie OB Udo Glatthaar ausführte, seien von der Musikschule Talente entdeckt und gefördert worden, was nicht selten zu Auszeichnungen mit renommierten Preisen geführt habe. „Und für unser Stadtleben sind die Nachwuchskünstler der Jugendmusikschule eine große Bereicherung.“ Bad Mergentheim wäre ohne sie kulturell ärmer. Für ihn, so Glatthaar, sei klar, dass „wir als wachsende Stadt den jungen verstärkt zuziehenden Familien ein besonderes und qualitativ hochwertiges musisches Bildungsangebot bieten müssen.“ Gerade das Gesamt-Ensemble mit allen weiterführenden Schulen, der Jugendmusikschule und der neuen Jugendtechnikschule mache die Attraktivität des Bildungsstandorts Bad Mergentheim aus. „Wir wollen Begabungen fördern – in allen Bereichen.

Eine großartige Chance

Für „ Hausherrin“ Kurdirektorin Katrin Löbbecke sind Musikschulen für jedes Kind und jeden Jugendlichen eine großartige Chance, eine der schönsten und anspruchsvollsten kulturellen Freizeitbeschäftigungen auszuüben, die es gebe. Das dort zu erlernende gemeinsame Musizieren fördere Sozialverhalten, Konzentration sowie Motivation und Ehrgeiz jedes Einzelnen.

Bereits der griechische Philosoph Aristoteles habe, so Löbbecke, erkannt und postuliert, dass es „im Wesen der Musik liegt, Freude zu bereiten.“

Als Vertreter des Fördervereins machte Sebastian Frank deutlich, dass es für den Verein wichtig sei, Schule und Lehrer in ihrer musikalischen Arbeit, besonders durch ideelle und finanzielle Förderung von Projekten, Ensemblearbeit, Konzertreisen, Instrumentenkauf und Instrumentenreparaturen, zu unterstützen.

Eine weitere nicht zu unterschätzende Hilfe sei die Bereitstellung von Leihinstrumenten, die es den Eltern ermögliche, ihren Kinder ein Instrument erlernen zu lassen, ohne sofort hohe Investitionen tätigen zu müssen. So habe der Verein zwischenzeitlich über 90 Leihinstrumente im Umlauf. Daneben finanziere er auch notwendige Reparaturen und fördere musikalische Jugendbegegnungen.

Musizieren verbindet

Nach Auffassung des Fördervereins verbinde gemeinsames Musizieren die Menschen über soziale, ethnische und religiöse Grenzen hinweg. Damit leiste die Musikschule auch einen Beitrag zur Integration von Menschen.

Um diese Unterstützung weiterhin gewähren zu können, freue sich der Förderverein über jedes neue Mitglied sowie Spenden von Privatpersonen und aus der Wirtschaft.

Als weiterer konzertante Höhepunkt bereicherte das bei herrlichstem Wetter vor der Wandelhalle dargebotene Musikschulfest die Jubiläumsveranstaltung. Mit beteiligt und von einer großen Zuhörerschar begeistert gefeiert wurden das Vororchester, die Kids Band, die Jazz-Combo sowie das Kinder- und Jugendblasorchester unter der Leitung von Axel Bär, Dirk Hofmann, Hubert Holzner, Stefan Bender sowie Christoph Levandovski. Mit dem musikalischen Abschluss durch die Bigband „ New Jazzattack“ endete das facettenreiche, musikalisch hoch qualtitative und begeistert gefeierte Jubiläumskonzert.