Bad Mergentheim

Bürgerforum „Stadtbild“ „Mergentheimer Weindenkmale und Weinorte“ (Folge 13) / Das Bandhaus

Einst arbeiteten hier die Küfer

Archivartikel

Das Bandhaus hat seinen Namen von den Bändern, mit denen die Küfer früher die Fassdauben verbunden haben. In dem Gebäude wurde alles rund um Wein, Most und Schnaps hergestellt.

Bad Mergentheim. Vom Weinbau, den der Deutsche Orden in seiner Residenzstadt Mergentheim betrieb, zeugen der riesige Weinkeller unter dem Südflügel des Schlosses und das ehemalige Bandhaus. Das stattliche Gebäude bildet den Abschluss der Nordzeile im äußeren Schlosshof. Emil Raupp, der 1975 die bislang umfangreichste Studie über die Mergentheimer Bauten des Deutschen Ordens vorgelegt hat, berichtet, dass das Bandhaus 1770 errichtet wurde. Die reich profilierten steinernen Fenstergewände mit den sogenannten Ohrungen deuten in diese Zeit.

Kleine Dachgauben

Das Haus ist dreigeschossig. Kleine Dachgauben belichten und belüften das gewalmte Dach. Bemerkenswert ist die schöne Dachdeckung mit historischen Biberschwanzziegeln. Früher wurden auf dem Dachboden Feldfrüchte gelagert. Das Bandhaus hat seinen Namen von den Reifen oder Bändern, mit denen die Küfer die Fassdauben dicht zusammengepresst haben.

In dem Wirtschaftsgebäude brachte der Deutsche Orden alle Einrichtungen unter, die zur Wein-, Most- und Schnapsherstellung benötigt wurden. Neben der Küferei gab es die Kelter und die Brennerei. Die Küfer werden regional unterschiedlich auch als Böttcher oder Schäffler bezeichnet. Sie organisierten sich in Zünften. An ihre Bedeutung erinnert zum Beispiel der Schäfflertanz in München.

Um das Jahr 1870 wird das Haus im Inneren grundlegend umgebaut, so Emil Raupp. Es werden Verwaltungs- und Wohnräume eingerichtet. In der kolorierten Federzeichnung des Schlosses und seiner Umgebung aus dem Jahr 1893 bezeichnet der Verfasser K. Schmieg das Haus als Land- und Wagnerhaus.

Heute ist im ehemaligen Bandhaus das Mergentheimer Polizeirevier untergebracht. wk