Bad Mergentheim

90. Geburtstag Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Lehr beglückwünschte Friedrich Weidmann

Er hat den Mut nie verloren

Archivartikel

Bad mergentheim.Ein nicht einfaches Leben war dem heutigen Jubilar Friedrich Weidmann vergönnt, trotzdem hat er seinen Mut und seine Schaffenskraft nie verloren.

Am 1. Mai 1929 geboren, wuchs der junge Friedrich als drittes von elf Kindern im nahegelegen Hollenbach auf. Seine Eltern betrieben eine kleine Landwirtschaft, in der er, wie alle seine Geschwister, tatkräftig mithelfen musste.

Kurz vor Kriegsende war er gezwungen, noch eine militärische Ausbildung zu durchlaufen, glücklicherweise ohne in die Wehrmacht eingezogen zu werden. Was folgte, war eine Lehre zum Schuhmacher in Hohebach, die er nach vier Jahren beendete, um dann in Wachbach als Geselle anzuheuern.

Weitere berufliche Stationen waren die Firma Hammer in Edelfingen sowie die Firmen Friesinger und Katzschner in Bad Mergentheim. Eine Zäsur in seinem Berufsleben stellte ein Betriebsunfall Anfang der fünfziger Jahre dar, als ihm ein großer Steinquader das Bein zerquetschte und eine Amputation erforderlich machte.

Bereits einige Jahre vorher hatte er, ebenfalls durch einen Arbeitsunfall, mehrere Finger an der rechten Hand verloren. Trotz dieser immensen Beeinträchtigungen ließ er sich nie unterkriegen und ging fortan seinen Weg mit noch mehr Engagement und Lebensmut. Ein weit besseres und glücklicheres Ereignis widerfuhr dem Jubilar dann im November 1956, als er in Hollenbach seine Jugendliebe Hedwig ehelichte und nacheinander ein Junge und zwei Mädchen geboren wurden.

Ein weiterer Höhepunkt im Leben der Weidmanns war der Umzug im Jahre 1962 nach Bad Mergentheim, als die Eheleute in der Tilsiter Straße ein großes Grundstück erwarben und darauf ein schmuckes Eigenheim errichteten.

Trotz Beinprothese und dem Fehlen mehrerer Finger kultivierte der Jubilar das Hanggrundstück zu einem immergrünen und heute noch gut erhaltenen Nutz- und Freizeitgarten. Selbst ein Teich modellierte er in den Steilhang. Neben dem Motorradfahren pflegte Friedrich Weidmann seine Leidenschaft für die Jagd, die er zusammen mit seinem Vater und später dann mit seinem Bruder ausübte.

Zahlreiche Reh- und Hirschgeweihe, die von ihm selbst präpariert wurden, zieren heute noch seine Wohnung. Auch den Bad Mergentheimer Kleintierzüchtern war er stets verbunden. Ein bis dato nachwirkender Schicksalschlag traf den Jubilar 2011, als seine Ehefrau Hedwig verstarb. Seither lebte er allein in seinem Haus und versorgte sich, immer wieder unterstützt von seinen auswärts lebenden Kindern, weitgehend selbst. Nochmals dramatisch wurde es für Friedrich Weidmann Ende 2018, als er sich nach einem Sturz im Wohnzimmer den Oberschenkelhals. Dadurch wurde er gesundheitlich so beeinträchtigte,dass er fortan auf den Rollstuhl angewiesen ist. Auch wurde durch dieses Ereignis seine Selbstständigkeit so weit eingeschränkt, dass er Anfang dieses Jahres ins Pflegeheim Carolinium umziehen musste.

Bis heute ist es ihm wichtig, jeden Tag „seine FN“ zu lesen und somit neben dem kommunalen Geschehen auch die große Weltpolitik zu verfolgen.

Eine ganz besondere Freude war für ihn der Besuch seiner Kinder samt der Enkel, die mit ihm seinen runden Geburtstag feierten. Ebenso freute er sich über das Ständchen der Stadtkapelle im Altersheim und die Aufwartung durch Bürgermeisterstellvertreter Andreas Lehr, der ihm neben einem kleinen Präsent auch die Glückwünsche von Oberbürgermeister Glatthaar, dem Stadtrat und Ministerpräsident Winfried Kretschmann überbrachte.

Die Fränkischen Nachrichten/Tauber-Zeitung schließen sich den Grüßen und Wünschen gerne an und wünschen dem Jubilar noch einen schönen und zufriedenen Lebensabend. foh