Bad Mergentheim

Landgericht Urteil zum Einbruch 2017 in der Kurstadt

Fahrraddiebemüssen ins Gefängnis

Bad Mergentheim/Ellwangen.Sie waren hochprofessionell vorgegangen und sind möglicherweise nicht allein gewesen. Ein schwerer Bandendiebstahl war den beiden Männern aber nicht nachzuweisen. Wegen Diebstahls wurden jetzt die beiden Männer verurteilt, die am frühen Morgen des 9. Oktobers 2017 in das Fahrradgeschäft im Bad Mergentheimer „Mobilpark Ried“ eingebrochen waren (wir berichteten mehrfach), 68 Elektrofahrräder gestohlen hatten und nach Rumänien schaffen wollten. Jetzt kam am Landgericht Ellwangen das Urteil: einmal drei Jahre – und einmal zwei Jahre und neun Monate Gefängnis.

Wie gestern bereits mitgeteilt, hatte Richter Gerhard Ilg in der 1. Großen Strafkammer schon kurz nach dem verspäteten Auftakt zweimal erklärt, dass es eine Bewährungsstrafe nicht geben wird. Auch hatte er in Richtung der Angeklagten und ihrer Anwälte darauf aufmerksam gemacht, dass sich ein Geständnis und eine Einlassung strafmildernd auswirken. Das hatte dann wohl auch Eindruck gemacht. Die beiden räumten die Tat schließlich ein.

Eine große Hilfe bei der Beweisaufnahme waren die Handynummern der beiden Angeklagten gewesen, die die rumänischen Beamten ihren deutschen Kollegen gegeben hatten. Damit konnte man nachweisen, dass beide Mobiltelefone in die gleiche Funkzelle zur Tatzeit und in der Nähe des Tatortes eingebucht waren.

Bei der Beweisaufnahme waren die Aussagen und die polizeilichen Erkenntnisse überprüft worden. Was nicht mehr festzustellen war: Handelten die Brüder alleine oder hatten sie Mittäter und Helfer?

68 E-Bikes hatten sie nach Rumänien schaffen wollen, was die rumänische Grenzpolizei verhinderte. Zehn Fahrräder fehlen aber. Wo die auf der Strecke zwischen Bad Mergentheim und Grenze abgeblieben sind, konnte nicht mehr festgestellt werden.

Widersprüchliche Aussagen

Ohnehin hatte es im Lauf der Ermittlungen und der Prozessführung widersprüchliche Aussagen der Angeklagten gegeben, die nicht zu den Indizien passten. Was fest steht, ist der entstandene Schaden – rund 105 000 Euro. Auch deshalb hatte der Vorsitzende Richter von dem „ungewöhnlich hohen Gewicht“ gesprochen, dass die Kammer auf dieses Verfahren legte.

Die Ausführung des Einbruchs, des Diebstahls und des Abtransports der E-Bikes nannte Ilg „hochprofessionell“, die beiden hätten „null Komma null“ Spuren hinterlassen. Das wirkte dann auch strafverschärfend. Strafmildernd wertete das Gericht die Geständnisse.

Staatsanwalt Carsten Horn hatte eine Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten gefordert, die Verteidiger hatten eine Strafe unter drei Jahren gefordert. Der 26-Jährige wurde zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt, der 31-jährige Bruder zu drei Jahren. Weil er schon einmal beim Diebstahl von Diesel erwischt und zu einer Geldstrafe verurteilt worden war.