Bad Mergentheim

Leserbrief Zur Absage aus Stuttgart zur Landesgartenschau in Bad Mergentheim (4. Juli)

„Falsch, ungerecht und zudem dumm“

Nachdem sich alle Gemüter wieder etwas beruhigt haben, ob der schnöden Absage in Sachen Bad Mergentheim und Landesgartenschau, will ich doch noch einmal etwas tiefer bohren.

Warum geht in diesem unserem Land nichts mehr ohne ein „G’schmäckle“? So würde der sprachliche Landstrich, in den die Gartenschauen 2026 bis 2030 gehen, sagen, in den württembergisch gesehen die meisten letzten Gartenschauen gingen. . .

Nur nebenbei stellt sich die Frage: Wie viel hat Bad Mergentheim dafür bezahlen müssen, dass wir die „Heimattage“ hierher bekamen? Zumal man bei den Moderatoren beim großen Festumzug damals sprachlich hörte, wie unwohl sie sich in unserem Sprachbereich fühlten.

Waren wir in beiden Fällen gar nicht ernsthaft gemeint, sondern nur ein Lückenbüßer, damit oben Ruhe herrscht?

Nur, dass hier kein falscher Zungenschlag reinkommt. Ich gönne den Gewinnern und Ausrichtern den Zuschlag und wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg bei der Umsetzung der Gartenschauen, das gebietet der Anstand. Mein Einwand ist kein Neid, Gott bewahre! Nur seltsam ist es schon. . .

Da nutzt es auch nichts, wenn man das Ganze jetzt politisch durch Minister Hauk als Dankeschön für Flüchtlingsintegration an die Gewinner versucht uns weiß machen zu wollen. Kaum ein Landkreis und Gebiet hat so geräuschlos und effizient Flüchtlinge integriert und tut es noch, wie wir hier, also ist das politische Dankeschön an die Gewinner eine Farce und schürt nur von Neuem negatives Gedankengut gegen Integration.

Wenn, wie von Herrn Hauk betont, wir bei der Bewerbung in der Sache und beim Inhalt gleichwertig waren, aber das Zünglein an der Waage eine politische Verhaltensweise war und dies den Zuschlag schließlich ausmachte, so sollte man, – Quatsch! – muss man, dies in der Ausschreibung unter einem Punkt auch ausweisen und fordern, sonst wird immer, was es ja auch schon seit Jahren tut, ein schwäbischer Sprachbereich die Ausschreibung gewinnen. Wir werden aber nicht vom Glauben abfallen und deshalb unsere Heimatsprache verleugnen. Dann feiern wir eben alleine.

Dennoch, dass wir sie nicht bekommen haben, die Gartenschau, und ausgeschieden sind, trifft mich nicht unbedingt heftig, da wir eine Stadt und ein Heilbad sind, das vor Selbstbewusstsein nur so strotzt und das Erarbeitete auch umsetzen kann, wenn es will.

Unsere innerstädtische Infrastruktur ist gegenüber anderen vergleichbaren Städten sehr gut und unsere Mergentheimer Mentalität „Wir sind auch wer!“ zeigt sich an vielen Stellen.

Aber eben das Wie stört mich ungemein! Hätte es nicht genügt zu sagen: Dieser oder jener Bewerber hat uns mehr überzeugt, also ist er der nächste Ausrichter!? Dann hätte man an seiner Präsentation gezweifelt oder gesagt Okay, der war besser als wir! Aber ein Politikum als Zünglein an der Waage zu machen, zu einem Zeitpunkt der falscher und ungerechter gar nicht sein kann, ist nicht nur falsch, sondern auch dumm. Denn: Dieser Umstand war nicht Teil der Ausschreibung und somit nicht für alle Beteiligten gleich.

Nun gut, ich will Sie nicht weiter unnötig strapazieren, denn eines ist klar und denken Sie daran: Wir haben als Bewerber die Landesgartenschau nicht verloren, es haben nur andere gewonnen!