Bad Mergentheim

Aufführung am 24. November im Kursaal Der Bad Mergentheimer Schüler Georg Maske führt Regie beim Stück „Die Troerinnen – Frauen von Troja“ / Seit Wochen wird geprobt / Studiobühne mit im Boot

Früh übt sich, wer ein Großer werden will

Seit Wochen schon wird eifrig geprobt. Die Laienschauspieler sind gleichermaßen mit Freude und großer Disziplin bei der Sache. Schließlich steht am 24. November ihr großer Auftritt bevor.

Bad Mergentheim. Georg Maske verfügt über sehr großes Talent. Er ist ehrgeizig, ideenreich und zielstrebig – beste Voraussetzungen also, um als Regisseur erfolgreich durchzustarten.

Talent schon unter Beweis gestellt

Nun zählt der Bad Mergentheimer Schüler gerade mal 18 Lenze. Doch er hat in jüngerer Vergangenheit bereits einige Male unter Beweis gestellt, welch großes Potenzial in ihm schlummert. Und nachdem er für sein Tun zahlreiche positive Kritiken erhalten hat, ist diese Entwicklung seinem großen Wunsch durchaus förderlich, später den Beruf des Regisseurs ernsthaft ins Auge zu fassen. Den Weg dazu hat er, mit tatkräftiger Unterstützung der Studiobühne aus der Großen Kreisstadt, bereits eingeschlagen.

Derzeit bereitet der 18-Jährige unter dem Titel „Die Troerinnen – Frauen von Troja“ ein anspruchsvolles Stück vor, für das seit einiger Zeit fast zwei Dutzend Laien- und Hobbyschauspieler zwischen 15 und 72 Jahren aus dem gesamten Kreisgebiet mit Feuereifer im ehemaligen Dominikanerkloster proben. Zur Aufführung kommt das Stück im Übrigen am Samstag, 24. November, um 19.30 Uhr im Kurhaus (großer Kursaal) in Bad Mergentheim. Er, so lässt Georg Maske im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten wissen, verspüre zum jetzigen Zeitpunkt bereits eine Mischung aus Vorfreude und Spannung dahingehend, wie die Aufführung denn beim Publikum ankommen werde.

Ursprünglich hatte Georg Maske eigentlich angedacht, „Die Ehe des Herrn Mississippi“ zur Aufführung zu bringen. „Es haben sich seinerzeit dafür auch viele Interessenten gemeldet, aber es war letztlich nicht zu schaffen, dieses Stück umzusetzen“, blickt der Schüler zurück. Deswegen habe er sich letztendlich dazu entschlossen, umzusatteln und auf ein anderes Pferd zu setzen – und sich dann den „Frauen von Troja“ gewidmet.

Etwas Anspruchsvolles

Mit Erfolg, denn gerade der Umstand, dass es sich hierbei um etwas Anspruchsvolleres handle, habe bei allen Aktiven sowohl den Ehrgeiz als auch die Motivation geweckt, wirklich alles aus sich herauszukitzeln, um dem Stück den persönlichen Stempel aufzudrücken. Und wenn erst mal ein guter Anfang gemacht sei, blickt Georg Maske schon mal etwas über den Tellerrand hinaus, könne man vielleicht gemeinsam weitere derartige Projekte angehen.

Und worum geht es in dieser Tragödie von Europides, die im Übrigen nach der Bearbeitung von Sungard Rotschädl umgesetzt und in rund eineinhalb Stunden zum Besten gegeben wird? Nun, um das Schicksal der Trojanerinnen nach dem verlorenen Trojanischen Krieg, der ihnen und ihren Familien Schrecken, Gefangenschaft und eine ungewisse Zukunft gebracht hat. Unschuldige junge Frauen spielen im Glücksgefühl eines friedlichen Alltags und einer ungetrübten Zukunft, die sie von einen auf den anderen Tag für immer verlieren.

Als Kriegsbeute der Sieger erleben und verfluchen die Troerinnen ihr Schicksal. Der Raub der Helena war Anlass und Fluch eines zehn Jahre dauernden Krieges. Am Tag der Zerstörung treffen Sieger und Opfer aufeinander . . .

„Das Ende des Stücks bleibt absichtlich offen. Es soll dem Publikum bewusst die Möglichkeit zum Nachdenken geben, ebenso jene, darüber miteinander ins Gespräch zu kommen“, skizziert Georg Maske die Intention seines Tuns, der diese Fassung mit eigenen Ideen und Gedanken zusätzlich „aufgepäppelt“ hat.

Natürlich sei das Stück in Zeiten von großen Flüchtlingsströmen, „die das Resultat vieler Kriege auf der Welt darstellen“, sehr interessant und füge sich in diesen Kontext ein. „Für mich ist die Arbeit am Stück aber eine Auseinandersetzung mit Menschlichkeit – oder viel mehr mit der Frage: Was ist menschlich und was ist die Nähe des menschlichen Daseins zur Rohheit und letztendlich zum Wahnsinn?“, erklärt der talentierte Nachwuchsregisseur weiter im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Arbeit mit den Schauspielern bereite ihm sehr viel Spaß, so Georg Maske. Der Reiz liege darin, verschiedene Charaktere, wie in einem Puzzle, zusammenzufügen und sie zu einer homogenen Einheit zu formen. Er, der in seinem Tun von Franziska Bollet als Regierassistentin tatkräftig unterstützt werde, sehe sich als Teil den Ganzen. Denn unterm Strich sei das Ensemble vor allem dann erfolgreich, wenn ein Rädchen in das andere greife. Und genau diesen Eindruck habe er, zumal er mit der Studiobühne um Klaus Scheuermann einen wichtigen und wertvollen Partner an seiner Seite wisse.