Bad Mergentheim

Markelsheimer Senioren-Fasching Pfarrsaal platzt bei buntem, stimmungsvollem Programm aus allen Nähten / Lokale Themen aufgegriffen

Für manchen Akteur ein konditioneller Härtetest

Archivartikel

Markelsheim.Beim traditionellen Senioren-Fasching, zu dem der katholische Frauenbund Senioren aus Markelsheim eingeladen hatte, platzte der bis auf den allerletzten Platz besetzte Pfarrsaal aus allen Nähten.

Schon beim Einzug der Akteure, mit dem Fastnachtshit „Hey hey Babariba“, bewiesen die Geburtsjahrgänge der „Reiferen Jugend“ aus Markelsheim und drumrum, dass sie gut drauf sind. Gut drauf war auch das „Sitzungsorchester“ alias Andreas Henning, der einige Programmpunkte musikalisch begleitete und zwischen den Vorträgen für Stimmung sorgte. Und diese Vorträge hatten durchaus Prunksitzungsniveau, denn man hatte keine Kosten und Mühen gescheut auch prominente Künstler in den Pfarrsaal zu verpflichten, wie die Sängerinnen Helene Fischer und Heike Schäfer (u.a. Glocken von Rom). Sogar der erste Weinkönig von Markelsheim gab sich die Ehre.

Einer der Höhepunkte sicher, der Auftritt von Tanzmariechen Fee Kohler, der aktuellen Narrenringmeisterin in ihrer Altersklasse, die bereits die Qualifikation zur Süddeutschen Meisterschaft in der Tasche hat. Und kurzfristig hatte auch noch der frisch gewählte OB Udo Glatthaar, der jeden Anwesenden mit „Handschlag“ begrüßte, sein Kommen angesagt. Martha Kimmelmann, die den närrischen Nachmittag moderierte, war natürlich hoch erfreut darüber, dass dieses gesellige Angebot wieder so gut angenommen wurde und sie „Volles Haus“ verkünden konnte. Unter dem Motto „Kunterbunt und rund, lustig ist’s beim Seniorenbund“, forderte sie Anwesenden auf: „Schunkelt, lacht und macht mit, Ihr werdet sehen das hält Euch fit“. Ein herzliches danke schön vorab ging an die fleißigen Helfer der des Frauenbundes im Hintergrund und natürlich an die Akteure auf der Bühne, die über zwei Stunden lang eine tolle närrische Show boten.

Ja – und dann stand er plötzlich auf der Bühne, der alte und neue Oberbürgermeister von Bad Mergentheim, Udo Glatthaar (Gerda Stilling). Auch wenn ihm das extrem niedrige Ergebnis von Markelsheim (91,7 Prozent) große Sorgen bereite, werde er weiterhin zu 99,9 Prozent für die Markelsheimer das sein. Er werde nicht nur wie bisher alle Markelsheimer Sorgen weg lächeln, sondern auch dafür sorgen, dass endlich das Großprojekt „WC im Fronhof“ in Gang kommt.

Im Pfarrsaal begeisterte anschließend Helene Fischer (Andrea Knörzer-Schmitt) nicht nur durch ihre erotische Ausstrahlung, sondern auch durch ihre unwiderstehliche Stimme. Klar, dass sie nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen durfte. Für die beiden Backgroundtänzer (Erhard Kuhnhäuser, Walter Tippl), wurde diese Zugabe allerdings zum konditionellen Härtetest, denn nach dem Titel „Atemlos“ waren die Beiden im wahrsten Sinne des Wortes „atemlos“.

Blaublütigen Weinglanz versprühte der erste Markelsheimer Weinkönig (Hans Kübler) im Pfarrsaal. Er stellte in seiner Grußadresse an das närrische Auditorium fest: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, in Stimmung bringt ihn erst der Wein. Deshalb trinken Kenner das kostbare Nass, im Wein ist Wahrheit: in Vino Veritas“. Ilse Hofmann (Doktor) und Maria Kimmelmann (Patient) strapazierten bei ihrem Sketch „Beim Seelendoktor“ ein ums andere Mal die Lachmuskeln der Zuhörer. Eine gelungene Parodie auf die Kommunikationsprobleme zwischen Arzt und Patient, frei nach dem Motto: „Haben sie Albträume“, „ja – manchmal träum i vom Matterhorn und vom Pfänder“, oder „haben sie eine Neurose“, „Ja – habe ich ganz frische aus Holland mitgebracht“. Mit ihrem größten Hit „Glocken von Rom“ stellte sich die Sängerin „Heike Schäfer“ im Pfarrsaal vor. Und als ganz besonderen Service an das erwartungsfrohe Publikum, hatte sie vier der Glocken leibhaftig mitgebracht. Den Glocken selbst schien die Reise über die Alpen aber nicht unbedingt gut bekommen zu sein, denn irgendwie hatten sie Schlegel bedingt akute Tonprobleme.

Als geschwätzige örtliche Tratschtanten erwiesen sich Ilse Hofmann und Elisa Kimmelmann in ihrem Sketch „Dorftratsch“. Mit spitzer Zunge „waast scho…..“ oder „host scho g’hört…..“, zerrten die beiden Wichtiges, Unwichtiges und Privates ans Tageslicht, was sich im Dunstkreis der Weinbaugemeinde im letzten Jahr ereignete. Auch Dr. Urban Lanig musste dran glauben. Die beiden lästerten: „Der Lanig is in Hamburg bei da CDU und dohom sterba’d Leid“. Die exklusive Modenschau mit ortsansässigen Top-Models zeigte deutlich auf, dass sich die Modemacher des Wein- und Erholungsorts einreihen dürfen in die Elite der „Haute Couture“ aus Paris und Mailand. Im Pfarrsaal punkteten sie auch mit „Pret-a-Porter-Modellen“ für Beruf und Alltag, wie der praktischen Winter- und Sommermode für den Kirchgang (Tip der Moderatorin: „Ohne Deppich brauchscht nedd neid Kirch…“), oder Ausschnitte der Kollektion am Bau, wie das Modell „Kappo“ mit integriertem Sitzkissen. Krönender Abschluss eines kurzweiligen Nachmittags mit einem qualitätsvollen Programm, dann der Tanz der Vampire, die für einige Minuten den Pfarrsaal optisch und musikalisch in die geheimnisvolle mystische Welt der Vampire entführte. habe