Bad Mergentheim

Kolping-Berufskolleg Die erfolgreichen Teilnehmer an der Maßnahme wurden feierlich verabschiedet / Elf Preise und fünf Belobigungen

„Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt“

Archivartikel

Bad Mergentheim.Im Volksmund heißt es „Fachabitur“; offiziell handelt es sich um die Fachhochschulreife. Diese berechtigt zum Studium an allen Fachhochschulen in Deutschland. Voraussetzungen sind einmal die Mittlere Reife bzw. Fachschulreife, zum anderen eine abgeschlossene Berufsausbildung. Sowohl in der Tagesform als auch berufsbegleitend in der Abendform bietet das Kolping-Bildungszentrum diese bewährte Schulform seit über 40 Jahren an. Drei Profile oder Schwerpunkte werden angeboten, und zwar Technische Physik, Wirtschaft und Biologie mit Gesundheitslehre. Am Ende der Schulzeit steht eine Abschlussprüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil.

Schulleiter ist Oberstudiendirektor Philipp Häusler, der die 32 Absolventen in würdiger Form verabschiedete und ihnen die Zeugnisse wie auch die Auszeichnungen überreichte. Alle 26 Teilnehmer aus dem Tagesberufskolleg und auch die sechs übriggebliebenen aus dem Abendberufskolleg haben die Prüfung bestanden und erreichten einen Gesamtdurchschnitt von 2,5 bei zwei Spitzenleistungen von 1,1. Elf Preise und fünf Belobigungen zeugten von der Leistungsfähigkeit der Berufskollegiaten.

In seiner Rede gratulierte der Schulleiter den Schülern zur bestandenen Abschlussprüfung. Er sprach von Höhen und Tiefen in Bezug auf die Schülerleistungen und stellte die unterschiedlichen Hoffnungen und Erwartungen in den Mittelpunkt. Manche hätten genaue Ziele und Vorstellungen für ihre Zukunft, andere wussten noch nicht genau, wie sie den neuen Abschluss verwenden werden. Er forderte alle zu Zuversicht auf und äußerte den Wunsch, man möge anstehende Probleme ergebnisoffen, kreativ und praxisorientiert angehen.

Positive Entwicklung

Da er auch selbst viele Stunden im BK unterrichtet habe, stellte er durchweg eine positive Entwicklung fest. „Benutzen und verwerten Sie Ihre gewonnene Bildung“, so Häusler gemäß nach einem Satz von Heinrich Heine: „Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt“.

Besonders hervorgehoben hatte Oberstudiendirektor Häusler die Leistungen der Absolventen des Abendberufskollegs. Sie hätten zwei Jahre lang neben ihrer beruflichen Tätigkeit an drei Abenden pro Woche die Schule besucht und mit Fleiß und Ausdauer den Abschluss geschafft. Eine beachtliche Leistung, die man nicht hoch genug bewerten könne.

Zwei Schüler aus dem Abendkolleg erreichten den Notenschnitt von 1,1. Dieser Abschluss befähigt sie nun, in ihrem angestammten Beruf eine höhere Laufbahn einzuschlagen oder zu einem Studium an einer Fachhochschule. Dazu wünschte er ihnen für ihren weiteren Lebensweg alles Gute, viel Glück und hoffte, dass sie das was vor ihren Füßen liegt nicht übersehen, sondern in Freude genießen. Es folgte der Dank an die Lehrkräfte für die ausgezeichnete Arbeit, ohne deren engagierten Einsatz der gute Abschluss nicht möglich gewesen wäre. Er bedankte sich bei Klassenlehrerin Stephanie Deuter, Klassenlehrer Josef Gabel sowie Christa Gruber für die perfekte Organisation der Verwaltung.

Klassenlehrerin Stephanie Deuter erläuterte anhand einer orientalischen Parabel, wie die Schüler sich im Laufe des Jahres von vertrauten Denkformen und Vorstellungswelten gelöst und sich neuen unbekannten Möglichkeiten zugewandt hätten. Wechselseitiges bejahendes Wahrnehmen könnte sich als ein Schlüssel zu einem gelingenden Leben in Zusammenarbeit erweisen. Sie beglückwünschte ihre Schüler zu dem hervorragenden Abschluss und erkannte im Namen ihrer Kollegen die Bereitschaft an, sich auf Neues einzulassen und lobte die fachliche wie menschliche Zusammenarbeit. Mit den Fragen „Was will ich vom Leben? bzw. Was will das Leben von mir?“ ließ Deuter ihre Rede ausklingen.

Klassenlehrer Josef Gabel begann seine Ausführungen mit einem Zitat von Steve Jobs. „You cannot connect the dots looking forward, you can only connect them looking backwards“. Damit wollte er ausdrücken, dass man im Leben Zusammenhänge erst im Nachhinein richtig erkennen und einordnen könne. „Als Sie sich, liebe Absolventen, vor zwei Jahren für diesen Weg zur Fachhochschulreife entschieden, wussten sie nicht, was dieser Weg alles beinhaltet und von ihnen abverlangt.“ Aber um es mit Hermann Hesse zu sagen: „Man muss das Unmögliche wagen um das mögliche zu erreichen“.

Die Schüler hätten in den zwei Jahren gezeigt, dass sie sich Herausforderungen stellten und Schwierigkeiten meistern könnten. „Ich möchte Sie ermuntern, Erinnerungen an das Vergangene zu bewahren, aber dem Neuen positiv gegenüberzustehen und wünsche ihnen alles Gute für ihre weitere Lebensreise.“

Viel Mut bewiesen

Der Klassensprecher des ABK begann seine Rede mit dem Zitat von Bruce Lee: „Der Wille gestaltet den Menschen, zum Erfolg braucht er jedoch Mut und Ausdauer.“ Mut habe man bewiesen, als man sich für den Abendkurs entschieden habe, „unsere Ausdauer verdanken wir, dass wir heute den Abschluss erreicht haben“.

Er bedankte sich bei allen Lehrkräften, besonders bei Klassenlehrer und Motivator Gabel sowie bei den Familien, die sie unterstützt und begleitet hätten. Er wünschte allen viel Erfolg und Glück für die Zukunft und beendete seine Rede mit dem Zitat von Laozi: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom, hört man damit auf, treibt man zurück.“

Die Klassensprecher des TBK bedankten sich ebenfalls bei allen Lehren für die hervorragende Arbeit und die stets positive und angenehme Unterrichtsatmosphäre und überreichten kleine Präsente. Nachfolgend ein Blick auf die erfolgreichen Absolventen: Klasse BKFH1 (Schwerpunktfach Technische Physik, Klassenlehrerin: F. Deuter): Thomas Brand (Lob), Bad Mergentheim; Samuel Habel (Preis), Creglingen; Christian Kästner, Creglingen; Felix Krauß, Creglingen; Janik Roth, Markelsheim; Timo Schmitt, Weikersheim; Philipp Tremmel, Bad Mergentheim; Cedric Tripps (Preis), Weikersheim; Timon Wilhelm (Preis), Weikersheim. Klasse BKFH2 (berufsbezogenes Schwerpunktfach Wirtschaft, Klassenlehrerin: F. Deuter): Nikolai Bach, Weikersheim; Nadine Göbel (Lob), Assamstadt; Danny Hartmann, Bad Mergentheim; Philipp Himmel (Preis), Tauberrettersheim; Sandra Köhler (Preis), Igersheim; Michaela Kuhn (Lob), Strüth; Elisa Schmid (Preis), Boxberg; Yannik Stein (Lob), Weikersheim; Felix Ulsamer (Preis), Riedenheim; Pascal Unterwerner, Weikersheim. Klasse BKFH3 (Schwerpunktfach Biologie mit Gesundheitslehre, Klassenlehrerin: F. Deuter): Nikolai Danzow, Igersheim; Sabrina Gibbs, Emmendingen; Annika Klein (Preis,) Altertheim; Ann-Kathrin Lang, Ravenstein; Canan Pehlivan, Tauberbischofsheim; Simon Porasil, Wachbach; Diana Serr, Bad Mergentheim. Klasse 2BKFHT2 (Abendkurs, berufsbezogenes Schwerpunktfach Technische Physik, Klassenlehrer: H. Gabel): Philipp Brand (Preis 1,1), Mulfingen; Maximilian Friedrich, Bad Mergentheim; Teresa Herz (Preis 1,1), Bad Mergentheim; Recep-Tayyib Kocyigit, Tauberbischofsheim. Berufsbezogenes Schwerpunktfach: Wirtschaft: Nadine Burkert (Preis), Kirchheim; Janina Herold (Lob), Boxberg. kbw