Bad Mergentheim

Stadtteil Dainbach 385 000 Euro Gesamtkosten / „Vorzeigeobjekt“ / Viele Lobesworte bei der Einweihung

„Gelungene Sanierung des Rathauses“

Archivartikel

Nach dreijähriger Renovierungszeit ist der ehemalige Sanierungsfall „Dainbacher Rathaus“ inzwischen zu einem Schmuckstück in der Mitte des Stadtteils geworden.

Dainbach. Ortsvorsteher Thomas Faulhaber präsentierte sichtlich stolz den zahlreichen Gästen bei der Einweihungsfeier das in neuem Glanz erstrahlende Rathaus.

Nach der Begrüßung der Festgäste, unter ihnen auch Oberbürgermeister Udo Glatthaar und die neue, für Dainbach zuständige, evangelische Pfarrerin Sandra Stadler-Übelhör, ging der Ortsvorsteher auf die Geschichte Dainbachs, das im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde, und auf das im Jahr 1590 vom damaligen Schultheiß Michael Scherer erbaute Rathaus ein. Danach hatte 1610 Dainbach 86 Bürger, wurde 1806 badisch und am 1. Dezember 1972 mit damals 349 Bürgern nach Bad Mergentheim eingemeindet. Aktuell beträgt die Einwohnerzahl 370 Bürger. Dainbach ist eine reine Wohngemeinde und hat mit sechs Vereinen ein reges Gesellschaftsleben.

Nachdem in den 80er Jahren der Eingangsbereich schon einmal renoviert worden war, hat man 2008 wieder Haushaltsmittel für die Sanierung des Rathauses beantragt. Es sollte allerdings bis 2014 dauern, bis die CDU-Fraktion des Gemeinderates einen Stadtteilbesuch in Dainbach machte und die Notwendigkeit der Sanierung erkannte. Daraufhin stimmte das städtische Gremium den erforderlichen Baumaßnahmen einstimmig zu und ein Sanierungskonzept wurde zusammen mit dem Denkmalschutzamt und einer Bestandsaufnahme durch einen Restaurator erstellt.

Die Finanzierung der insgesamt 385 000 Euro teuren Gesamtkosten, zu denen das Denkmalschutzamt einen Zuschuss von 31 000 Euro beisteuerte, wurde auf zwei Jahre verteilt.

Erfreulicherweise, so der Ortsvorsteher, berücksichtigte man bei den Planungen auch die Wünsche des Ortschaftsrates. So wurde das Dach mit Biberschwänzen eingedeckt, um es der nahe liegenden Kirche anzupassen. Der Dachboden wurde begehbar gemacht, die Neidköpfe in der Fassade wurden farblich hervorgehoben und neue Fenster eingebaut.

Mit der Sanierung des Sandsteinportals im Eingangsbereich ist nun das ehrwürdige Gebäude zu einem Vorzeigeobjekt und guten Ergebnis einer gelungenen Sanierung geworden, betonte Thomas Faulhaber zum Schluss seiner Ausführungen.

OB Udo Glatthaar hob in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit des Ortschaftsrates mit dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung, hier besonders mit dem Bauamt, hervor. Das Rathaus sei nun ein würdiger Teil eines Gesamtensembles mit Dorfplatz und evangelischer Kirche, zu dem auch das gegenüberliegende Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrgerätehaus zählten. Er freue sich, dass in Dainbach nicht nur eine gute Gemeinschaft gepflegt, sondern auch noch Weinbau betrieben werde, dessen Erzeugnisse auch in Bocksbeutel abgefüllt zu haben sind.

Mit Wilhelm Frank habe Dainbach einen wichtigen Bürger hervorgebracht, der in der Großen Kreisstadt mit seinem Unternehmen ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor sei. Dankbar zeigte sich Glatthaar, dass die Bauarbeiten unfallfrei verlaufen sind und der Kostenrahmen eingehalten wurde.

Joachim Schiebold von der Planungsfirma ITBS-Ingenieurgesellschaft mbh zeigte einige Daten zur Sanierung auf. Nach langwierigen Untersuchungen, bei denen vor allem Schäden durch eingedrungenes Wasser festgestellt wurden, mussten vielfältige Aufgaben mit Beteiligung der unterschiedlichsten Handwerker und der Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt gelöst werden. Spezialisierte Arbeiten am Sichtfachwerk der Außenwände und deren Lehmfachwerk waren ebenso zu erledigen wie Balkenköpfe und teilweise ganz Balken zu ersetzen.

Alte Farbaufträge, das waren bis zu acht Farbschichten, wurden abgetragen und durch einen wetterfesten Verputz ersetzt. Im Innenbereich sind sehr alte Farbschichten entdeckt und freigelegt worden. Die Eindeckung des Daches erfolgte mit Biberschwänzen, daneben wurden Elektro- und Flaschnerarbeiten notwendig und die schon angesprochenen Natursteinarbeiten am Eingangsportal.

Eine kleine Dokumentation mit Fotos der festgestellten Schäden konnte von den Besuchern auf einer Schautafel angesehen werden.

Pfarrerin Sandra Stadler-Übelhör lobte das renovierte Gebäude als gelungene Sanierungsmaßnahme und freute sich, dass es zusammen mit der evangelischen Kirche einen charmanten Mittelpunkt im Ort darstelle. Zusammen mit dem angrenzenden Dorfplatz sei nun ein Ort geschaffen, der der Gemeinschaft diene und der den Menschen viel Freude bereiten solle. Dazu wünschte sie sich Gottes Segen.

Im Anschluss hatten die Einweihungsgäste Gelegenheit, auch das Innere des historischen Gebäudes zu besichtigen.

Dabei konnte man feststellen, dass auch hier konsequent die Linie der Erhaltung des alten Bestandes fortgesetzt und viel altes Balkenmaterial, Verputze, Bodenbeläge usw. renoviert wurde.