Bad Mergentheim

Kreative Köpfe Preisverleihung des 16. Wettbewerbs in der Wandelhalle / Schüler entwickeln unter anderem Solarscheibenwischer, Mini-Pizzen und praktische Koffer

Geniale Ideen marktgerecht umgesetzt

Archivartikel

„Ideen lernen laufen“, so lautet das Motto des seit 2002 veranstalteten Wettbewerbs der „Kreativen Köpfe“. Stets werden dabei tolle Ideen geboren und umgesetzt. So war es auch in diesem Jahr.

Bad Mergentheim. Gut gefüllt war die Wandelhalle zur Preisverleihung des diesjährigen „Kreative Köpfe“-Wettbewerbs. Schon beim Eintreten konnte man einen Blick auf diverse Einfälle werfen, die von den Erfindern im Schüleralter nach dem offiziellen Teil vorgestellt wurden.

Jury-Vorsitzender Dr. Norbert Schön moderierte mit Wettbewerbsleiterin Iris Lange-Schmalz die Veranstaltung. Es sei wieder eine „spannende Präsentation“ entstanden, sagte Schön und verwies auf „Neuentwicklungen, die die Welt noch nicht gesehen hat. Das macht Lust aufs Hinsehen und Zuhören.“

Mut gelobt

Oberbürgermeister Udo Glatthaar lobte den Mut der jungen Leute, sich diesem Wettbewerb zu stellen. Am Tag, als Alexander Gerst wieder ins All fliege, träten die Preisträger ihren persönlichen Höhenflug an. Glatthaar betonte, dass der Wettbewerb ohne die beteiligten Unternehmen nicht möglich wäre. Auch „ohne die Schulen, die Stifter und Partner könnten diese Ideen keine Fahrt aufnehmen“. Die mittlerweile 16. Preisverleihung mache deutlich, dass die „Kreativen Köpfe“ längst eine Dauereinrichtung seien.

Dr. Katrin Heinritz vom Landesministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sprach von einer „unglaublichen Inspiration“.

Die Lorenz-Fries-Schule und das Deutschorden-Gymnasium erhielten Schulpreise. Der „Schulbuzzer“, ein Gerät zur Unterstützung der Schülerbeteiligung im Unterricht, erdacht von Julia Zobel und Antonia Muhler (Realschule St. Bernhard) und betreut von Ansmann, erhielt den dritten Preis in der Kategorie „Innovation und Kreativität“. Den zweiten Preis sicherten sich Lea Vidal, Anna Margarete Lehmann und Lucy Schmitt (Deutschorden-Gymnasium) mit dem „Plaquatec“, einem mit Unterstützung von Bartec entwickelten Gerät zur automatischen Bewässerung von Pflanzen. Katharina Lösch Torres (Deutschorden-Gymnasium) erhielt den ersten Preis: Ihre Erfindung zur „Feinstauboptimierung direkt am Auto“ , betreut von Wittenstein und Sebastian Scheidel überzeugte die Jury auch wegen der „bis ins Detail durchdachten und mit einer Fülle von Fakten umrahmten Gesamtkonzeption“. Eine Anerkennung erhielten Yousef Farhat, Karim Kassab, Maxim Seibert und Mahmoud Alor (Deutschorden-Gymnasium) für ihren Kapuzenpullover mit integriertem Kopfhörer, den sie mit Unterstützung von Bartec der Jury vorstellten.

In der Kategorie „Schonung von Ressourcen“ erhielt Jan Mathis Haas (Technisches Gymnasium Bad Mergentheim) den ersten Preis für sein Solarsegelboot – die Idee verbindet die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie. Er wurde ebenso von Roto betreut wie die Gewinner des zweiten Preises, Noah Zoller und Paul Henn (Gymnasium Weikersheim). Ihr Solarscheibenwischer macht Solarmodule auf dem Dach schneefrei und damit auch in schneereichen Wintern beständig einsatzfähig.

Den ersten Preis in der Kategorie „Technische Realisierung“ erhielt Rick Wonn (Kopernikus-Realschule) für sein „Robo Luggage“, einen per Joystick gesteuerten Koffer, den er, betreut von Wittenstein und Ansmann, zum Fahren brachte. Celina Nerl und Alina Müller (Gymnasium Weikersheim) sicherten sich mit ihrer umsteckbaren PC-Tastatur den zweiten Preis. Sie wurden bei der Umsetzung von ecom instruments bereut. Ihre Erfindung erleichtert Linkshändern die Arbeit am Rechner. In dieser Kategorie vergab die Jury zwei dritte Preise: Robin Engert und Adrian Heck (Kopernikus-Realschule) wurden für ihren Cocktail-Dosierer, der mit Unterstützung von CeraCon entstand, ausgezeichnet. Kiara-Isabelle Hrutka und Milena Feldhoff (Lorenz-Fries-Schule) erhielten für ihren Ganzkörper-Regenschirm, entstanden mit Unterstützung von Wittenstein, ebenfalls einen dritten Preis.

Wertvolles Hilfsmittel

In der Kategorie „Marktfähigkeit“ gewannen Luisa Hayn und Teresa Lencz mit ihrem „Kuchenteiler“, entwickelt mit Palux, den ersten Preis. Mit diesem Küchengerät können sich Singles einen ihrem Bedarf entsprechenden Kuchen backen. Einen zweiten Preis gab es für Karina Kruch und Darina Schneider (Wirtschaftsgymnasium Bad Mergentheim) für den „SWPChair“. Betreut von Wittenstein und Seitz entstand ein „voll funktions- und marktfähiger Prototyp“, der für alle Rollstuhlfahrer ein wertvolles Hilfsmittel sein kann. Ebenfalls mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurden Julian Hofmann und Taline Joachim (WG MGH) für den „ChildScale“, einen Kinderwagen, der auch auf Treppen nutzbar ist, ohne dass Gefahr besteht, dass das Kind herausfällt.

Jens Bauer und Linus Dietzel (Kopernikus-Realschule) wurden für ihr intelligentes Schließsystem mit dem dritten Preis bedacht. Betreut von Roto und m2m Systems entwickelten sie ein System, das auf Knopfdruck alle Fenster und Türen schließt.

Den Preis in der Kategorie „Präsentation“ sicherte sich Anna Schiebold (Gymnasium Weikersheim) mit ihrem „Locher-to-go“, umgesetzt mit Unterstützung von Palux. Den „Engagement“-Preis erhielten Lia-Luisa Markert und Maylin Lea Fleischhacker (Deutschorden-Gymnasium) für ihre „Teetasse der Zukunft“. Die Idee, umgesetzt mit Wittenstein und Palux, sorgt dafür, dass Teebeutel nicht länger als vorgesehen in der Tasse bleiben oder hineinfallen.

Wirtschaft profitiert

Die Gesamtpreise überreichte Dr. Wolfgang Reinhart MdL. Profitieren von den „Kreativen Köpfen“ würden alle – die jungen Leute selbst, aber auch die Wirtschaft, sagte Reinhart.

Den ersten Preis sicherten sich Claudia Bauer und Jennifer Schmitt für ihren „Toazz“ – eine Mini-Pizza, die im Toaster zubereitet werden kann. Betreut von der Hofmann Menü Manufaktur haben die Schülerinnen ein Produkt geschaffen, das nicht nur „technisch-handwerklich ausgereift ist, sondern auch geschmacklich überzeugt“, wie die Jury feststellte.

Alexander Moldauer und Lars Gebert (Kopernikus-Realschule) entwickelten, betreut von der Würth Industrie Service einen Sitzkoffer - die Lösung für alle, die lange Wartezeiten auf Bahnhöfen und Flughäfen kennen. Dank dieser Erfindung kann man bequem Platz nehmen oder den Koffer als Arbeitsfläche nutzen. Ebenfalls mit einem zweiten Platz belohnt wurde Bastian Ruck (Kopernikus-Realschule) für seine Sprühdosen-Dosierhilfe. Betreut von Palux entstand ein praxistaugliches Aufsatz-System.