Bad Mergentheim

Vortrag Kreisrätin Manuela Zahn sprach zum Tag der deutschen Einheit beim Freundeskreis der Mobilen Dienste

Gleichstellung noch nicht ganz gelungen

Bad Mergentheim.Gespräch und Respekt seien nötig, wenn die Gleichstellung von Ost und West gelingen solle. Das betonte Kreisrätin und Gemeinderätin Manuela Zahn in einem Vortrag zum „Tag der deutschen Einheit“.

Die Wiedervereinigung Deutschlands sei ein „Mirakel, ein Geheimnis, das seinesgleichen in der Welt auch heute noch sucht“. Das betonte die Referentin bei einer Veranstaltung des Freundeskreises der Mobilen Dienste vor rund 150 Zuhörern. Vielen Politikern in Ost und West gebühre Dank für ihre „positive Penetranz“, doch ebenso den Menschen in der damaligen DDR, die mit ihrer „ebenso mutigen wie friedlichen Revolution“ die Voraussetzung dafür geschaffen hätten. Im staatsrechtlichen Sinn habe man die deutsche Einheit erreicht und Deutschland sei in der Welt überwiegend geachtet. Diese Einheit habe nach Berechnung von Finanzexperten über zwei Billionen Euro gekostet – doch diese Summe habe man „gern investiert“, um eine Gleichstellung zwischen West und Ost zu erreichen.

Allerdings sei diese Gleichstellung, so Zahn, bisher nicht vollständig gelungen. Rund elf Prozent der Bevölkerung seien aus dem Gebiet der früheren DDR weggezogen und die fehlten beim Aufbau. Dazu fehlten im Osten „die großen Metropolen und die sogenannten Global Players, die im Westen viele Arbeitsplätze sichern und enorme Gewinne abwerfen, von denen privat und Staat partizipieren“. Als Folge davon liege der Durchschnittsverdienst immer noch 15 Prozent niedriger als im Westen und die Renten lägen fünf Prozent unter dem Westniveau. Das seien „gewichtige Gründe“ für die Unzufriedenheit der Menschen.

Zorn entstanden

Genau so stark wahrzunehmen seien die Differenzen im gesellschaftlichen Bereich. Viele Menschen in den neuen Bundesländern fühlten sich „als Bürger zweiter Klasse, als die, die man eben ‚gnadenhalber’ aufgenommen hat“. Daraus entstehe inzwischen nicht nur Murren, sondern Zorn. Die Politiker hätten hier „zu lange weggesehen, mit den Menschen zu wenig gesprochen und ihnen keinen akzeptablen Platz in unserer Gesellschaft eingeräumt“. Man lebe jetzt in einer Zeit, wo radikale Gesinnungen aufkeimten und in Gewalt ausarteten – auch mit Unterstützung „vieler Chaoten aus dem Westen“. Zu alledem regierten an vielen Orten der Welt Menschen, die „auf dem Frieden herumtrampeln“. Da müsse man wenigstens in Deutschland „dafür sorgen, dass wir wirklich ein geeintes Volk werden und einen inneren Frieden besitzen.“ Jetzt, wo man hohe Steuereinnahmen verzeichne, könne man durchaus die finanziellen Rahmenbedingungen für ein gleichmäßiges Wohlergeben in ganz Deutschland schaffen. peka