Bad Mergentheim

Schreiner-Innung Gesellenstücke der jungen Schreiner in der Sparkasse Tauberfranken in Bad Mergentheim zu sehen

Handwerk hat mehr denn je Zukunft

Archivartikel

Individuell, kreativ, vielseitig: Viel Lob gab es für die Gesellenstücke der Schreiner-Innung, die jetzt in einer Ausstellung in Bad Mergentheim zu sehen sind.

Bad Mergentheim. Eine gut gefüllte Kundenhalle in der Sparkasse Tauberfranken in Bad Mergentheim, dekoriert mit preisgekrönten Gesellenstücken, bildete den stilvollen Rahmen der Ausstellungseröffnung „Gesellenstücke der jungen Schreiner“ der Schreiner-Innung Main-Tauber.

Wie der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Tauberfranken Peter Vogel nach der Begrüßung betonte, sei die Ausstellung auch ein Zeichen der starken Partnerschaft zwischen dem Handwerk und der Sparkasse.

Auf das Berufsbild des Schreiners eingehend sprach Vogel von einem anspruchsvollen Beruf, bei dem sich alles um den ältesten Werkstoff „Holz – ein Material, das lebt“, drehe. Daneben befähige den Schreiner seine hervorragende Ausbildung, auch mit Materialien wie Keramik, Kunststoff, Glas, Metall und Stein kreativ umzugehen und sie in seinen „Kunstwerken“ stilvoll zu verarbeiten. Eine besondere Freude sei es ihm, so Vogel weiter, dass es in der Region nach wie vor viele Betriebe gebe, die bereit seien, Handwerkslehrlinge auszubilden. Nur dies stelle sicher, dass der vielerorts beklagte Facharbeitermangel sich nicht noch weiter verstärke.

Dass sich eine gute Ausbildung sowohl für junge Menschen, die Gesellschaft als auch die Ausbildungsbetriebe lohne, machte der Vorstandsvorsitzende anhand einiger Beispiele deutlich. So verbesserten junge Menschen ihre Startchancen ins Leben, die Gesellschaft biete der nachwachsenden Generation eine Perspektive und bilde andererseits qualifizierte Berufstätige heran, die sie später dringend benötige. Die Betriebe und Unternehmen, die ausbilden, vermitteln ihren künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schließlich genau die Kenntnisse und Fähigkeiten, die für ihre Sparte notwendig seien und sorgen somit dafür, dass der Wissenstand auf einem hohen Niveau bleibe.

Abschließend verwies der Sparkassenchef auf die positive wirtschaftliche Situation im baden-württembergischen Schreinerhandwerk. Trotz Digitalisierung habe der Handwerker Zukunft, mehr denn je. An die jungen Schreiner gewandt ermutigte er sie, das Gelernte in die Praxis umzusetzen und sich ständig weiter zu bilden.

Jochen Haag, Obermeister der Schreiner-Innung Main-Tauber-Kreis, betonte, durch ihre tatkräftige Unterstützung werde die gute Ausbildungsarbeit der Innung erst möglich. Eine besondere Freude sei es für ihn, so viele unterschiedliche Gesellenstücke präsentieren zu können. Dies zeige die Vielfältigkeit und Individualität, welche der Schreinerberuf mit sich bringe, aber auch die hohen Anforderungen, die in den Betrieben gestellt würden. Weiter ging Haag auf die Unterschiedlichkeit der Ausbildungsbetriebe ein. So könnten Betriebe ihren Fokus auf Einzelfertigungen oder Restaurationen mit klassischen Handwerksmaschinen richten, während andere Unternehmen ihren Schwerpunkt in der Fertigung seriennaher Produkte mit hochmodernem Maschinenpark und viel Computertechnik sehen. Um all dies leisten zu können, erfordere der Beruf des Schreiners Individualisten, welche die Arbeiten in der Werkstatt, bei der Planung oder auf der Baustelle mit viel Fingerspitzengefühl erledigen könnten. Den frisch gebackenen Gesellinnen und Gesellen gab Haag den Rat, ihre Zukunftsplanungen nicht zu überstürzen und alles sofort realisieren zu wollen. Was jetzt zähle, seien Berufserfahrungen, positive wie negative, sie könne man auch nicht durch die beste Ausbildung ersetzen. Gleichzeitig ermutigte er sie, ihre Chancen bei der direkten Umsetzung der Arbeit oder mit einer Zusatzausbildung (zum Techniker oder Meister) als Entscheider im Unternehmen zu nutzen. Abschließend sprach Jochen Haag umfassende Dankesworte. Als Vertreter der Handwerkskammer Heilbronn-Franken zeigte sich Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr von den präsentierten Ausstellungsobjekten beeindruckt. Er dankte allen Verantwortlichen für die schulischen und praktischen Hilfestellungen. Den Gesellinen und Gesellen machte Schnörr Mut, die ihnen mit dem Gesellenbrief offen stehenden Möglichkeiten zur Weiterbildung zum Meister oder gar zum geprüften Betriebswirt zu ergreifen. Dass der Meister zwischenzeitlich auch dem Bachelor gleichgestellt sei und der Geprüfte Betriebswirt den Master-Abschluss beinhalte, zeige so Schnörr, wie anerkannt beide Berufsgrade mittlerweile seien. Handwerker und somit auch Schreiner seien Erfinder und Entwickler, die ihre Ideen bis zur Marktreife ausführten. Hinzu komme, dass es nirgendwo sonst so unkompliziert wie im Handwerk sei, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Mit Blick auf die im Jahre 2019 in Heilbronn stattfindende Bundesgartenschau kündigte Schnörr einen eigenen (Holz)Pavillon der Handwerkskammer Heilbronn-Franken an. Im Anschluss an die offizielle Veranstaltung erläuterten vier junge Schreiner dem interessierten Publikum das Entstehen ihrer Gesellenstücke von der Planung bis zur Fertigung. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung erfolgte durch Anna Ruess (Gitarre und Gesang) und Tobias Raab (Synthesizer).