Bad Mergentheim

Duale Hochschule Tagesseminar mit Würth-Geschäftsbereichsleiter Rainer Bürkert / Personalgewinnung und Kompetenzentwicklung im internationalen Kontext als Thema

„In Fernost geht alles schneller als hier“

Archivartikel

Bei einem Tagesseminar der DHBW in Bad Mergentheim ging es um Personalgewinnung und Kompetenzentwicklung im internationalen Kontext.

Bad Mergentheim. Nicht nur die Wirtschaft wird durch die zunehmende Globalisierung immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt auch die Bedingungen in der Arbeitswelt und damit die Anforderungen an den einzelnen Arbeitsplatz ändern sich ständig und unterliegen einem permanenten Wandel.

Für den Prorektor und Leiter des Campus Bad Mergentheim der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), Professor Dr. Seon-Su Kim, heißt das, den Bildungstransfer und den Bildungsaustausch intensiv voranzutreiben. Der Hochschullehrer machte bei der Eröffnung des eintägigen Seminars „Personalgewinnung und Kompetenzentwicklung im internationalen Kontext“ im Roten Saal des Deutschorden-Schlosses auch deutlich, dass heute mehr denn je und mit steigender Tendenz internationale Kompetenzen in allen Arbeitsbereichen erforderlich sind und vorausgesetzt werden.

Breiteres Angebot

Dem passe sich das Angebot der DHBW an, die ab dem kommenden Semester auch in Bad Mergentheim eine breitere Palette biete. Mit dem Tagesseminar, das sich an Geschäftsführer, Personalverantwortliche und Fachverantwortliche mit internationalem Bezug wandte, wolle die DHBW versuchen, passende Antworten auf die Anforderungen der Wirtschaft bei der Suche nach qualifiziertem Personal zu finden, um sich auf dem internationalen Sektor behaupten zu können. Dabei wolle man auch die Erfahrungen von Studenten ausloten, die bei der Tagung zu Wort kamen.

Rainer Bürkert, Geschäftsbereichsleiter der Würth-Gruppe und Geschäftsführer der Würth-Industrie Service, führte mit seinem Impulsvortrag die Teilnehmer, die sich hauptsächlich aus dem Personalmanagement regionaler Unternehmen rekrutierten, in die Thematik ein. Dabei sprach er auch über die Auswirkungen der Internationalisierung Asiens auf die Personalgewinnung der Würth-Gruppe, und betonte, dass die Kompetenzvermittlung ganz oben angesiedelt sei.

Asien sei einer der am stärksten wachsenden Wirtschaftsmärkte. Der Großteil aller Geschäfte werde heute bereits digital abgewickelt. Die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung führten dazu, dass sich die Berufsbilder und damit die Anforderungen an den einzelnen Mitarbeiter völlig verändern werden.

Maßgeschneiderte Lösung

Das Ziel sei die maßgeschneiderte Lösung für jeden Kunden und alle Unternehmensbereiche. Vor allem das Thema zuverlässiger und kompetenter Servicebereich bekomme eine immer größere Bedeutung. Dies spürten die Würth-Linie Asien-Pazifik mit ihren 16 Unternehmen in 15 Ländern und die Würth Industrie, die im asiatischen Raum sieben Niederlassungen unterhält, immer deutlicher.

Die Herausforderungen seien vielschichtig und reichten von der Geschwindigkeit der Umsetzung neuer Geschäftsmodelle über unterschiedliche Zeitzonen und kulturelle Unterschiede bis zur angepassten Managementkultur. Ganz wichtig sei auch die differenzierte Betrachtung, an welchem Ort in Asien man sich befinde, denn in Fernost „geht alles etwas schneller als hierzulande“.

Zur Personalgewinnung orientiert sich die Würth-Gruppe an folgenden Erfolgsfaktoren: Standardisierter Auswahlprozess, fundierte Anforderungsanalysen, Onlinewege und das Online-Bewerbermanagementsystem. Zeit und schnelles Reagieren spielen dabei eine bedeutende Rolle. „Wer lange wartet, wird zweiter Sieger“.

Positiv bewertet Bürkert auch die internationalen Trainee-Programme und die digitale Lernplattform der Würth-Gruppe, die das Unternehmen anbietet. Diese Plattform mit didaktisch gut aufbereitetem Wissen, das überall auf dem Globus jederzeit abrufbar ist, spiele bei der Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter eine große Rolle. Eine eher untergeordnete Rolle spielt für den Geschäftsführer in der Zukunft die sprachliche Komponente. Hier sieht Bürkert den Dolmetscher, der über einen Knopf im Ohr zu hören ist, als deutlichen Vorteil.

Vier Workshops

In vier Workshops diskutierten die Teilnehmer über die Themen Kompetenzanforderungen im internationalen Vertrieb, internationale Ausbildung, alternative Personalgewinnungsmethoden und Auswirkungen der digitalen Transformation.