Bad Mergentheim

Vortrag Nele Müller aus Neunkirchen berichtete im Gemeindesaal von ihrer Zeit in einem Bildungszentrum für Frauen

In Südindien große Lebensfreude erfahren

Neunkirchen.Nele Müller aus Neunkirchen lebte und arbeitete zehn Monate in einer Fortbildungseinrichtung für junge Frauen in Südindien. Beeindruckt von der Lebensfreude ihrer „Schülerinnen“ erzählte sie nun im Gemeindesaal Neunkirchen spannend, einfühlsam und voller Begeisterung von ihren großen und kleinen Erlebnissen im Women Workers‘s Training Centre von Nagalapuram, einem kleinen Dorf in Tamil Nadu, dem südlichsten Bundesstaat Indiens.

Der mit Zuhörern bis auf den letzten Platz gefüllte Gemeindesaal duftete nach fernöstlichen Gewürzen und Räucherstäbchen. Nele Müller empfing die Gäste zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter Petra stilgerecht in einem landestypischen Sari. Ergänzt durch farbenfrohe Bilder berichtet Nele Müller über ihr Leben rund um ihre, wie sie es nennt „Indian Family“ im tiefsten Süden Indiens. Nach ihrem Abitur machte sich Müller auf die Suche nach einem sinnvollen und gleichzeitig spannenden Auslandsaufenthalt. Nach Sichtung von verschiedenen Angeboten landete sie schließlich in Nagalapuram. Dem vorausgegangen waren zahlreiche Informationsveranstaltungen und Briefings über die Bräuche und Sitten sowie über kulturelle und politische Gegebenheiten des Gastlandes.

Wichtige Einrichtung

In Nagalapuram angekommen wurde Müller schnell klar, wie wichtig die Fortbildungseinrichtung „Women Worker‘s Training Centre“ und das angeschlossene Mädchenheim für die jungen Frauen ist. Diese erfahren sonst kaum Gleichberechtigung, haben wenige Bildungsmöglichkeiten und müssen sich der männlichen Dominanz unterordnen. In der Fortbildungseinrichtung können sie in Ruhe lernen und unter Anleitung auf künftige Aufgaben vorbereiten. Dass sie dies, trotz schwieriger Biographien und infrastruktureller Schlichtheit mit einer großen Lebensfreude tun, war für Müller immer wieder beeindruckend und zugleich Ansporn, sich mit ganzer Kraft und heißem Herzen in diesen Lernprozess einzubringen. Zurückbekommen habe sie hierfür viel Zuneigung und Dankbarkeit. Speziell zu zwei jungen Frauen habe sich ein enges freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Diese Erfahrung ließ sie, so Müller, oft die Entbehrungen und den Trennungsschmerz vergessen oder leichter ertragen.

Besuch der Familie

Ein weiterer Höhepunkt ihres Indienaufenthalts war der Besuch ihrer ganzen Familie. Als sie im Juni dieses Jahres ihre Heimreise nach Deutschland antrat, tat sie dies in der Hoffnung, dass jungen Frauen in Indien, insbesondere durch Unterstützung aus dem Ausland, ein besseres Leben ermöglicht werden könnte. Daher gab es beim Vortragsabend in Neunkirchen eine Spendenaktion, bei der landestypische Gegenstände erworben werden konnten. foh