Bad Mergentheim

Patiententag „Leben mit Krebs“ Ärzte und Therapeuten informieren über Verfahren zum besseren Umgang mit Nebenwirkungen der Tumortherapie

Innere Bilder können zur Kraftquelle werden

Bad Mergentheim.Beim Patiententag „Leben mit Krebs“ im Caritas-Krankenhaus informieren am Dienstag, 26. März, Ärzte und Therapeuten über komplementärmedizinische Verfahren zum besseren Umgang mit Nebenwirkungen der Tumortherapie.

Die Therapie von Tumorerkrankungen hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht und viele Krebspatienten können geheilt werden. Doch die Therapien haben neben den erwünschten Wirkungen oft auch belastende Nebenwirkungen.

Auch ohne laufende Therapien stehen viele Patienten und ihr persönliches Umfeld unter starkem Druck. Beim Patiententag „Leben mit Krebs“ am Dienstag, 26. März, von 16.30 bis 20 Uhr im Caritas-Krankenhaus zeigen Ärzte und Therapeuten Möglichkeiten auf, wie Betroffene besser mit diesen Belastungen umgehen können.

Dabei setzen die Referenten in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die sogenannten „komplementären“ Methoden. Diese sollen die schulmedizinischen Therapien ergänzen und dabei helfen, deren Erfolge langfristig zu sichern. Die Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe im Caritas-Krankenhaus, Annette Gudewill, gibt einen Überblick über komplementärmedizinische Ansätze zur Stärkung des Immunsystems, besonders während der Chemotherapie. Dazu gehören etwa sportliche Betätigung sowie eine gesunde ausgewogene Ernährung, aber auch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel. Sie geht auch auf die Möglichkeiten und Risiken der Misteltherapie ein.

Die Palliativmedizinerin Dr. Elisabeth Trost erläutert, wie das Arbeiten mit inneren Bildern zur Kraftquelle in schwierigen Lebenssituationen für Patienten werden kann. Die Physiotherapeutin Ute Michelbach stellt Entspannungstechniken für Betroffene und deren Angehörige vor. Diese können dazu beitragen, Ängste zu mildern oder die körperliche Anspannung zu lösen.

Die Onkologin Dr. Claudia Löffler beschreibt die Wirkung sowohl des positiven Placebo-Effekts wie des negativen Nocebo-Effekts in der Krebstherapie. Dahinter steht das Phänomen, dass allein die Erwartungen des Patienten die Therapieeffekte maßgeblich beeinflussen, und zwar im Positiven wie im Negativen.

Gerade Tumortherapien sind im Hinblick auf Nebenwirkungen bei Patienten besonders häufig mit großen Befürchtungen verbunden. Diese lösen als sogenannter Nocebo-Effekt oft unspezifische Nebenwirkungen aus wie z.B. Übelkeit, Fatigue, Schwindel, Schmerzen, depressive Verstimmungen oder sexuelle Störungen. Die Nocebowirkungen können für den Patienten so belastend sein, dass ihre Therapietreue (Compliance) gefährdet ist und sie die Therapie abbrechen.

Dr. Löffler informiert, wie die Patienten das Erwartungsmanagement selbst in die Hand nehmen und so diese negativen Wirkungen mindern können.

Bereits ab 16.30 Uhr und dann noch einmal im Anschluss an die Vorträge nehmen sich die Leiter der krebsmedizinischen Zentren sowie die Referentinnen wieder viel Zeit für die Fragen der Besucher zu allen Aspekten der Krebsbehandlung. Für Fragen zum Thema Brustkrebs stehen Ärzte und Breast-Care-Nurses aus dem Brustzentrum bereit.

Das Team des Darmzentrums beantwortet Fragen zum Thema Darmkrebs. Auch das Team des Prostatazentrums beantwortet die Fragen der Besucher. Fragen zur Hämato-Onkologie (Blutkrebs) beantwortet Dr. Edgar Hartung, Leiter des Onkologischen Zentrums Tauberfranken im Caritas-Krankenhaus.

Alle vier Krebszentren im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim wurden für die Qualität der Behandlung von Krebspatienten von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und ausgezeichnet. ckbm