Bad Mergentheim

Diakonisches Werk Bad Mergentheim Kinder leiden mit / Hilfe ist möglich / Telefonaktion am kommenden Dienstag, 12. Februar, von 10 bis 12 Uhr

Internationale Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Mit einer Telefonaktion am Dienstag, 12. Februar, beteiligt sich das Diakonische Werk Bad Mergentheim an der „Internationalen Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien“.

Bad Mergentheim. „Wenn wir von den Gefahren der Sucht reden, haben wir oft nur die direkt Betroffenen im Blick.“ Das sei zu wenig, betont Diplom-Sozialpädagogin (FH) Barbara Veeh, Systemische Therapeutin und Familientherapeutin (DGSF), im Gespräch mit unserer Zeitung. „Gerade die Kinder leiden in erheblichem Maße mit.“

Verlässlichkeit fehlt

Ihnen fehle zuhause die Verlässlichkeit, oft auch der strukturierte Tageslauf – und nicht selten müssten sie schon in jungen Jahren zu viel Verantwortung für die Eltern übernehmen.

„Vergessene Kinder“

Gerade um diese „vergessenen Kinder“ müsse man sich kümmern, weiß Diplom-Sozialpädagogin (FH) Gaby Schiller-Abendschein, die auch eine gestalttherapeutische Ausbildung und Erfahrung in sozialpädagogische Familienhilfe hat. „Wir wissen in der Regel gar nicht, was man ihnen antut.“

Kinder aus Suchtfamilien bräuchten verlässliche Bezugspersonen als „ganz großen Schutzfaktor“.

Fachfrauen

An der „Beratungsstelle für Suchtfragen“ der Bad Mergentheimer Diakonie versuchen die beiden Fachfrauen, suchtkranke Menschen und ihre Angehörigen zu beraten und ein Stück weit zu begleiten. Sie vermitteln auch Entzugs- und Entwöhnungsbehandlungen, führen ambulante Nachsorgegespräche durch und vermitteln weiter in Selbsthilfegruppen.

„Wir können und wir müssen Mut machen“, betonen Gaby Schiller-Abendschein und Barbara Veeh. Es gebe durchaus Hoffnung für Kinder aus Suchtfamilien.

Zuhören

Sie hätten gute Chancen, sich trotz widriger Kindheitsumstände relativ gesund zu entwickeln, wenn es in ihrer Umgebung erwachsene Vertrauenspersonen gebe, die sich ihnen zuwenden, ihnen zuhören und ihnen das Gefühl vermitteln, angenommen und wertvoll zu sein. Solche sicheren Bezugspersonen können Großeltern oder andere Verwandte sein, aber auch Lehrer, Erzieherinnen, Eltern von Spielfreunden oder Mitarbeiter von Jugendfreizeitheimen.

Lebenslange Folgen drohen

Solche Hilfe sei entscheidend, denn eine Kindheit mit suchtkranken Eltern hinterlasse Spuren in den Seelen der Kinder. Wenn man nichts unternehme, drohten lebenslange Folgen: Etwa ein Drittel dieser Kinder entwickele in der Jugend oder im Erwachsenenalter eine eigene stoffliche Sucht.

Ein weiteres Drittel zeige psychische oder soziale Störungen. Viele Kinder, die mit süchtigen Eltern aufwuchsen, suchten sich wieder einen Süchtigen als Lebenspartner und lebten damit das Programm weiter, das sie bereits als Kinder verinnerlicht hätten.

Beratungsgespräche

Auskunft über alle Angebote und Termine für Beratungsgespräche gibt es bei der Diakonie unter Telefon 07931 / 51388.

Die Suchtberaterinnen der Diakonie stehen während der Telefonaktion am 12. Februar von 10 bis 12 Uhr für spontane Anrufe zur Verfügung: Barbara Veeh unter Telefon 07931 / 5636042 und Gaby Schiller-Abendschein unter Telefon 07931 / 563870. peka