Bad Mergentheim

„Grünewald Orchester“ Künstler brillierten gemeinsam mit Kammerorchester / Verdi, Vivaldi und Respighi waren Schwerpunkt des Programms

„Italienischer“ Abend begeisterte das Publikum

Bad Mergentheim.Das Konzert des „Grünewald Orchesters“ fand großen Anklang im vollen Bad Mergentheimer Kursaal.

Unterstützt von Mitgliedern des Kammerorchesters und unter der Leitung von Felix Krüger bildeten diesmal Werke italienischer Komponisten wie Verdi, Vivaldi und Ottorino Respighi den Schwerpunkt des Programms.

Ergänzt wurde dieser durch die bekannte, viel gespielte 4. Symphonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Dass die Musiker des Grünewald Orchesters sich in einem breiten Spektrum klassischer und neuerer Musik inzwischen eine bemerkenswerte Kompetenz erworben haben, haben sie schon bei mehreren Vorstellungen unter Beweis gestellt.

Dass sie auch mit dem speziellen Geist und Tonfall der italienischen Musiktradition etwas anzufangen wissen, zeigte sich in dem eingangs präsentierten Vorspiel zu Giuseppe Verdis „Traviata“, dessen kammermusikalischer, schmerzlich-intimer Charakter mit viel klanglicher Delikatesse, Behutsamkeit und sauberer Intonation wiedergegeben wurde. Eine größere Herausforderung war die dritte Suite aus Ottorino Respighis populärer Bearbeitung von Lautensätzen der italienischen Renaissance und des Frühbarocks („Antiche danze ed arie per liuto“). Abgesehen von gelegentlichen Intonationsschwächen der Streicher im ersten Teil wurde das Ganze gleichwohl eine runde Sache.

Mit lebendiger Charakterisierung, fein austarierter Klangbalance, rhythmischem Elan, Geschmeidigkeit und Spielwitz zeigte sich das Orchester der ganzen stilistischen Bandbreite der Suite und den wechselnden Stimmungen – von tänzerischer Heiterkeit hin zu entspannter Beschaulichkeit – gewachsen.

Solo-Cellisten brillierten

Zuvor hatte das Ensemble zwei Solo-Cellisten in Antonio Vivaldis dreisätzigem „Concerto g-moll“ begleitet: Jonas Litak und Jörg Sallath. Ersterer hat bereits mehrfach Preise erhalten (etwa bei Jugend musiziert) – Letzterer ist der Vorsitzende des Grünewald-Orchestervereins.

Vivaldis Werk gehört im Übrigen zu den zahlreichen Doppelkonzerten, die der Meister zu Beginn des 18. Jahrhunderts während seiner Zeit am „Ospedale della Pietà“ schrieb, wo er lange Jahre als Musiklehrer und Chormeister wirkte.

Es blieb jedoch das Einzige des Geigers für das zwei Celli (statt wie üblich zweier Violinen) als Soloinstrumente vorgesehen waren. Auf hohem technischen Niveau, mit zupackendem Temperament und spürbarer Spielfreude ging das Duo Litak-Sallath die raschen Ecksätze an. Sehr locker und souverän war es auch im vertrackten Laufwerk des zweiten Allegro – sensibel und mit barocker Expressivität im schmerzlich getönten Largo-Mittelsatz. Mendelssohns „Vierte“ schließlich sorgte nach der Pause für den abschließenden Höhepunkt des italienischen Konzertabends. Die Symphonie gehört zu seinen populärsten Werken. Nun war wieder das von Krüger umsichtig und mit vollem Körpereinsatz geleitete „große“ Orchester am Zuge. Und: Es machte seine Sache mit Bravur. Sehr duftig, farbenreich und mit festlichem Glanz der Bläser im Kopfsatz, ausgeruht und mit schön blühendem Streicherklang im gesanglichen Andante.

Dazu samtweich und wie gemalt im Menuett und schließlich mit wacher, explosiver Dynamik und plastisch ausgefeilten Orchesterstimmen in der funkelnden, gepfefferten „Saltarella“ des Finales.

Der minutenlange, sehr herzliche Beifall im Kursaal wollte nicht aufhören und drückte die Begeisterung der Zuhörer aus. Ein schönes Kompliment, das das Grünewald Orchester gerne entgegennahm.