Bad Mergentheim

Musikverein Dainbach 70-jähriges Bestehen gefeiert / Rudolf Müller seit 40 Jahren Vereinsvorsitzender / Power-Girls erhielten donnernden Applaus

Jubiläumsfest Zeichen des guten Zusammenhalts

Archivartikel

Der Musikverein Dainbach wurde stolze 70 Jahre alt. Dies galt es gebührend zu feiern. Gemeinsam mit den örtlichen Vereinen wurde das Fest zu einem weiteren Höhepunkt in der Gemeinde.

Dainbach. In seinem Grußwort anlässlich der 70-Jahr-Feier des Musikvereins Dainbach erinnerte der Vorsitzende und Dirigent Rudolf Müller an die Gründungszeit der Musikkapelle an Weihnachten 1946. Die Heimatvertriebenen Josef Pummer und Peter Klement spielten auf ihren mitgebrachten Flügelhörnern Weihnachtslieder in der Kirche. Dieses Ereignis war für die Dainbacher so eindrucksvoll, dass der Wunsch entstand, eine Musikkapelle zu gründen. Tatsächlich fand die Gründungsversammlung dann 1948 statt. Zu erwähnen sei, so Müller, Engelbert Behr, ein namhaftes Gründungsmitglied, dem die Dainbacher sehr viel zu verdanken haben. Sein musikalisches Erbe, so Müller weiter, werde bis auf den heutigen Tag weitergeführt. Nachdem die Musiker die Festbesucher unter der Dirigentschaft musikalisch begrüßt hatten, schritten Rudolf Müller und Klaus Wunderlich, Braumeister und Inhaber der Herbsthäuser Brauerei zum Bieranstich im Holzfass.

Die Dainbacher Power Girls gaben anschließend wie gewohnt alles und brachten tolle Choreografien auf den Asphalt. Bei einem Musical-Mix kam auch noch der Umziehstress am Straßenrand hinzu. In wechselnden Besetzungen boten sie Einlagen, dass nicht nur die Augen der Eltern glänzten.

„Tricia & Rock Bastards“ boten mit Classic Rock Live-Musik mit Hits der 70er, 80er und 90er. Sie heizten den Besuchern ordentlich ein. Die vier Musiker unter der Leitung von Otmar Simon am Keyboard hatten ein breites Repertoire an Songs aus dieser Zeit mitgebracht. Viele schwangen auf dem Festplatz neben der evangelischen Kirche das Tanzbein. Die von dieser Musik begeisterten Fans aus dem In- und Ausland ließen die Musiker erst nach zahlreichen Zugaben lange nach Mitternacht von der Bühne.

Am nächsten Morgen war bereits wieder alles sauber und zum Festgottesdienst vorbereitet. Prädikant Albrecht Dünkel freute sich als langjähriger Dainbacher, den Festgottesdienst im Zelt feiern zu dürfen. Unterstützt vom Jubiläumsverein und dem evangelischen Kirchenchor unter der Leitung von Waltraud Herold wurde gesungen.

Ortsvorsteher Thomas Faulhaber überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde und des Ortschaftsrates. Er lobte den Verein als musikalischen Botschafter des Dorfes. Er dankte den vielen Helferinnen und Helfer des Vereins. Er freute sich, dass sich die örtlichen Vereine wie Feuerwehr, Kirchenchor und Theaterverein „Volle Kanne“ und viele Bürger des Ortes sich am Aufbau und Festbetrieb beteiligten und so den Zusammenhalt im Ort sichtbar machten. Besonders hob er Franzi Deubel hervor. Oberbürgermeister Udo Glatthaar freute sich ebenfalls über den Zusammenhalt. Im gemeinsamen Grußwort des Oberbürgermeisters und des Ortsvorstehers erinnerten sie an die engagierten Musikliebhaber, die bereits zum 1. Mai 1947 Maienlieder vom Hardberg spielten. Aus Freude zur Musik und zur Unterhaltung der Gemeinschaft wurde am 8. August 1948 der Musikverein gegründet. Zunächst mit wenig Instrumenten und noch weniger Mitteln ausgestattet, hat sich die Kapelle zu einem beliebten und Mitglieder starken Verein entwickelt.

Ob im Konzertsaal, im Bierzelt oder auf dem Festplatz – der Musikverein ist überall daheim, denn Musik ist eine Sprache, welche die Menschen verbindet. Der Oberbürgermeister dankte den vielen fleißigen Händen, die zum Gelingen des Dorffestes beigetragen haben.

Glatthaar bedauerte sehr, dass auch die Musikkapelle Nachwuchssorgen habe, freute sich aber über die vielen passiven Mitglieder, die den Verein seit Gründerzeiten unterstützten. Dank gelte vor allem Rudolf Müller, der bereits seit 40 Jahren die Geschicke des Vereins lenkt. In Anerkennung der Verdienste um den Verein überreichten Glatthaar und Faulhaber gemeinsam mit den örtlichen Vereinen ein Weinpräsent. Auch die Jubiläumsmusiker gingen nicht leer aus. Jeder erhielt eine Flasche Wein.

Glatthaar freute sich, dass es für die Dainbacher bald Entlastung in Sachen Schwerlastverkehr gebe, wenn Würth Industrie Service die alte Panzerstrecke im Unterbürgerwald als künftige Zufahrt für die Lkw nutze und die Navigationsdaten auf die Zufahrt über die B 19 und B 290 geändert seien. Während die Musiker zum Frühschoppen aufspielten, boten die örtlichen Vereine leckere Speisen. Natürlich durfte auch das traditionelle „Hoch Bad’ner Land“ nicht fehlen.

Abgelöst wurden die Dainbacher Musiker vom Musikverein Pülfringen mit dem Vorsitzenden Thomas Knörzer. Dann hatten die verschiedenen Gruppen der Power Girls ihre Auftritte. Bei strahlendem Sonnenschein tanzten sie sich in die Herzen der Gäste. Imposant war der gemeinsame Auftritt aller Tänzerinnen. Die stattliche Anzahl von 75 tanzbegeisterten Mädchen unter der Anleitung ihrer Trainerinnen und Betreuer Christine Stang, Julia Stemann, Johanna Rost, Christina Güßgen, Hanna Wegert und Lea Schubert zeigten mit ihren Darbietungen tolle Choreografien. Die Zuschauer bedankten sich bei den kleinen und großen Akteuren mit einem donnernden Applaus. Neben einem Stand der DLRG wurde ein Spieleparcours für Kinder auf dem Rasen des ehemaligen Pfarrhauses aufgebaut. Mit Holzstäben bauen, Sandkasten, Malstation, Ballwerfen, Bällebahn, Mohrenkopf- und Ballwurfmaschine, Erbsen zerdeppern und vielem mehr war auch für Kurzweil der Jüngeren gesorgt. Nicht nur den älteren Festbesuchern schlugen die Herzen höher, als die Schlepperfreunde Weikersheim mit ihren toll restaurierten Oldies but Goldies ins Dorf einfuhren. Da war sie wieder, die gute alte Zeit, als noch mit Muskelkraft und mit Dieselrössern mit wenigen Pferdestärke die Felder bewirtschaftet wurden. Liebevoll restauriert öffneten sie ein Zeitfenster und gaben einen eindrucksvollen Rückblick ins damalige dörfliche Leben.

Auf dem Festplatz spielten derweil bereits die Fidelen Dorfmusikanten unter der Dirigentschaft von Rudi Knödl. Zum Ausklang spielte die Musikkapelle Laibach unter der Leitung von Simon Pinter auf. wibe