Bad Mergentheim

Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehren Baden-Württemberg Gesprächsrunde unter dem Titel „Jugendbeteiligung – bestimme, was passiert“

Jugend soll aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreifen

Archivartikel

Bad Mergentheim.Bei der Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehren Baden-Württemberg stand auch eine Gesprächsrunde unter dem Titel „ Jugendbeteiligung – bestimme was passiert“ auf dem Programm. Moderator war Benedikt Schinzel, Fachgebietsleiter Kommunikation.

An der Runde nahmen teil: Stefan Herrmann, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, Rudy Bernhard Cruz, Bundesjugendsprecher aus Rheinland-Pfalz, Willi Donath, Leiter Fachausschuss Jugendpolitik und Integration der Deutschen Jugendfeuerwehr, Landesbranddirektor Volker Velten, Landesjugendsprecher Jannik Hohl , und Landrat Reinhard Frank.

Rudy Bernhard Cruz wurde gefragt, wie Jugendfeuerwehren auch bundesweit Gehör fänden. Die oberste Stelle hierfür, so Cruz, seien der Deutsche Jugendfeuerwehrausschuss und der Bundesjugendleiter. Sinnvoll sei es für die örtlichen Jugendfeuerwehren, über ihre jeweiligen Kreis-oder Landesjugendsprecher zu gehen. Sie hätten den schnellsten Draht zum Deutschen Jugendfeuerwehrausschuss. Dort werden die Themen dann diskutiert und, wenn möglich, auch umgesetzt.

Landrat Reinhard Frank wurde nach den Möglichkeiten gefragt, die Jugendliche im Landkreis hätten, sich aktiv in politische Themen einzubringen. Für ihn, so Frank, seien die Feuerwehren und auch die Jugendfeuerwehren ein wichtiger Aktivposten im kommunalen und gesellschaftlichen Leben. Gerade in unruhigen Zeiten wie diesen seien Vereine und ehrenamtliche Tätigkeiten wichtiger denn je. Nachdem einzelne Staaten die großen Themen unserer Zeit nicht alleine bewältigen könnten, sei das Projekt Europa richtungsweisend für eine gute Zukunft. Dass diese gelinge hänge auch, so Frank, von der Jugend und ihrem Engagement für diese Idee ab. Europa sei eine Friedens- und Wertegemeinschaft, die nur durch Mitwirken auf allen Ebenen gesichert werden könne. So müsse man in Vereinen wie der Feuerwehr, in Jugendgemeinderäten, in der Europ-Union für Baden-Württemberg und anderen Organisationen diese Ideale vertreten und weitertragen. Der Landkreis werde als Träger der Berufsschulen mit Informationsveranstaltungen versuchen, die Werte Europas (Europawahl) den Schülern näherzubringen.

Jannik Hohl antwortete auf die Frage, welche wichtige Themen Kommunen aufgreifen sollen, dass es für ihn wichtig sei, so viel jugendrelevante Themen wie möglich in die gemeindlichen Gremien einzubringen und zu diskutieren. Auch wünsche er sich, dass Politk insgesamt interessanter und verständlicher gestaltet und vermittelt werden solle.

Willi Donath wurde gefragt, wie die Deutsche Jugendfeuerwehr mit dem Thema Demokratie und den anstehenden Wahlen umgehe. Die Deutsche Jugendfeuerwehr sehe sich, so Donath, als eine der vier Bausteine, Familie, Schule, Ausbildung und Freizeit an. Über diese Schiene versuche die Deutsche Jugendfeuerwehr, mit den und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Konkret verwies Donath in diesem Zusammenhang auf die ehrenamtlich gemachte Zeitschrift „ Lauffeuer“, in der im Frühjahr eine Artikelreihe „Wir erleben Demokratie“ gestartet wurde.

Landesbranddirektor Volker Velten betonte, es sei wichtig, die Jugendlichen ernst zu nehmen und Vertrauen zu schaffen. Dies könne über gemeinsame Aktionen geschehen.

Rudy Bernhard Cruz, der aus Rheinland-Pfalz stammt, bemängelte, dass man dort noch nicht mit 16 Jahren wählen gehen dürfe. „Nach meiner Auffassung ist man mit 16 Jahren reif, Wahlentscheidungen zu treffen“. Laut Willi Donath will die Deutsche Jugendfeuerwehr wichtige aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreifen. Am Beispiel der AfD werde, so Donath deutlich, dass beim Überschreiten von Grenzen auch der Deutsche Jugendfeuerwehrverband Flagge zeigen und Mißstände klar benennen müsse.

Jannik Hohl wurde gefragt, was für ihn daran positiv sei, sich auf Landesebene für die Jugendfeuerwehr einzusetzen. „Es macht mir großen Spaß und Freude“, so Hohl, „Ideen der Jugendlichen aufzugreifen, an die entsprechenden Stellen weiterzuleiten und letztendlich auch umsetzen zu können“.

Voker Velden wünschte den Jugendlichen den Mut und das Vertrauen, frei und offen über alle Themen, die sie bewegen sprechen zu können. Wichtig sei, dass sie in der Gesellschaft ein Podium geboten bekommen, auf dem sie sich ohne scheu präsentieren können. foh