Bad Mergentheim

Freizeit Das Jugendhaus Marabu steht allen Interessierten zwischen zwölf und 27 Jahren offen / Musik-Probenraum und Hilfe bei Bewerbungen im Angebot

Jugendlichen eine Zuflucht bieten

Volker Schröder und Carsten Pauly sind seit fast drei Jahren Betreuer im Jugendhaus Marabu. Dort bieten sie ein abwechslungsreiches Programm mit Ausflügen, Konzerten und Poetry-Slams an.

Bad Mergentheim. Sehr stolz sind Volker Schröder und Carsten Pauly auf das große Angebot, das sie den Jugendlichen aus Bad Mergentheim und Umgebung bieten. Hierzu zählen die beiden Betreuer im Jugendhaus Marabu unter anderem die Jungs-Gruppe mit Schülern der Lorenz-Fries-Schule, ein sportpädagogisches Programm für Flüchtlingskinder im Grundschulalter sowie die „Rangeln und Raufen“-Gruppe, für Schüler des Deutschordens-Gymnasiums und der Kopernikus-Realschule angeboten wird. Ebenso gehört dazu eine Gruppe für Grundschülerinnen, eine Tanzgruppe und ein christlicher „Teen-Treff“. Auch die Ausstattung der zur Jugendhilfe Creglingen gehörenden Einrichtung kann sich sehen lassen. Es gibt einen Billardtisch, einen Tischkicker, Konsolen, eine Werkstatt und sogar ein eigenes Internetcafé.

Reibungslose Integration

Durchschnittlich kommen zu den Zeiten, wenn das Haus für alle zwischen zwölf und 27 Jahren offen ist (Dienstag bis Freitag jeweils von 14.30 bis 19 Uhr), zwischen zehn und zwanzig Jugendliche. Ein Großteil von ihnen hat einen Migrations- oder Fluchthintergrund. Laut Pauly integrieren sie sich reibungslos.

Wie Schröder berichtet, kommen die Jugendlichen aus den verschiedensten Gründen in das Jugendhaus. Dazu gehörten das abwechslungsreiche Angebot und der geschützte Raum, in dem man sich mit anderen treffen könne. Die beiden Betreuer sind auch Ansprechpartner für viele Belange und stehen den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite. „Wir haben schon in vielen Fällen bei Bewerbungen geholfen. Oft haben wir auch potenzielle Arbeitgeber angeschrieben und ein gutes Wort eingelegt“, berichtet Schröder.

Ein weiterer Anziehungspunkt sei der Proberaum im Keller des Jugendhauses. Er verfüge unter anderem über Verstärker und ein Schlagzeug. Sechs Bands (Slamister, Kettenreaktion, Paula Ade, Der Mensch ist fehlbar, Grup Roj und Jonas and Friends) probten hier normalerweise. Momentan dürfe man ihn aus Brandschutzgründen jedoch nicht betreten. Dies solle sich im nächsten Jahr aber wieder ändern.

Viele der Bands seien auch schon im Jugendhaus aufgetreten und hätten mit härteren Musikstilistiken einen bleibenden Eindruck beim Publikum hinterlassen, so Schöder. Beim letzten Konzert mit Slamister, Not Even Blacklight, Endless Scream und Turn The Course seien rund 100 Besucher gekommen. Weitere Veranstaltungen seien geplant. So soll es unter anderem einige Poetry Slams und Konzerte geben, die sich in der Vergangenheit als sehr erfolgreich bewiesen hätten. „Wir merken, dass Poetry Slams und kleinere Konzerte in Bad Mergentheim sehr gefragt sind und wollen die Szene auch weiterhin fördern“, erklärt Pauly. Zusätzlich sei am 20. Dezember eine Weihnachtsfahrt nach Bovenzenweiler zur Malschule Baier geplant.

Mit einem Puppentheaterstück steht für das nächste Jahr bereits ein weiterer Programmpunkt fest. Das Tübinger Theater Herzeigen führt am Sonntag, 27. Januar, ab 15 Uhr das Stück „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ der Augsburger Puppenkiste auf. Es ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet.

Erfolgreichste Veranstaltung

Als bisher erfolgreichste Veranstaltung in den knapp drei Jahren, in denen sie schon im Jugendhaus arbeiten, sehen Schröder und Pauly die Lesung zur Suchtprävention mit Fußballprofi Uli Borowka, der früher selbst alkoholsüchtig war. Im November 2017 seien etwa 150 Besucher in die Stadtgartenhalle gekommen, um Borowka zuzuhören, mit ihm zu diskutieren und ihm Fragen zu stellen.

Die gute Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen, der Stadt Bad Mergentheim und einigen Vereinen läuft nach Ansicht von Schröder und Pauly sehr gut. Und das soll auch weiterhin so bleiben.